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Ideenwettbewerb 2019

Energiegenossenschaft der Zukunft NRW

Die Frist zur Einreichung der Bewerbung ist Montag, der 30.9.2019.
Foto: Pixabay
Die Frist zur Einreichung der Bewerbung ist Montag, der 30.9.2019.
Foto: Pixabay
Mit Tatkraft und Engagement setzen die Energiegenossenschaften in Nordrhein-Westfalen wegweisende Projekte um und bringen die Energiewende in ihrer Region entscheidend voran. Doch nach erfolgreicher Umsetzung der ursprünglichen Ziele bleibt die Ausweitung ihrer Aktivitäten oftmals aus, denn das Erschließen neuer Geschäftsfelder ist anspruchsvoll und zeitaufwendig. Vor dem Hintergrund beispielsweise sich verändernder Einspeisemodalitäten scheint eine nachhaltige Weiterentwicklung einer Genossenschaft aber angebracht. Um eine solche zu unterstützen, hat die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 2019 zum zweiten Mal einen Ideenwettbewerb unter allen Energiegenossenschaften mit Sitz in NRW ausgelobt. 

„Energiegenossenschaft der Zukunft“ liegt im Kreis Paderborn

Strahlende Gesichter bei der Preisübergabe an das Energiedorf Herbram-Wald eG.
Foto: Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V., Marco Lorenz
Strahlende Gesichter bei der Preisübergabe an das Energiedorf Herbram-Wald eG.
Foto: Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V., Marco Lorenz
Über diese Auszeichnung kann sich in diesem Jahr das Energiedorf Herbram-Wald eG freuen. Herbram-Wald ist ein nördlicher Stadtteil von Lichtenau im nordrhein-westfälischen Kreis Paderborn. Auf der Fachtagung „Bürgerenergie & Energiegenossenschaften NRW 2019“ in Düsseldorf wurden die engagierten Genossenschaftler aus Ostwestfalen jetzt von Michael Geßner, Abteilungsleiter Energie, Klimaschutz, Bergbau beim NRW-Wirtschaftsministerium, und von Lars Ole Daub von der EnergieAgentur.NRW geehrt. „Nordrhein-Westfalen sieht sich im Hinblick auf die Klimaschutzziele in einer besonderen Verantwortung und ist entschlossen, den eingeschlagenen Transformationsprozess hin zu einem klimaverträglichen Energiesystem der Zukunft aktiv mitzugestalten. Mit der im Sommer 2019 vorgelegten Energieversorgungstrategie hat die Landesregierung die energiepolitischen Weichen für eine klimaverträgliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung gestellt. Die Energiegenossenschaften in NRW sind mit ihrem bürgerlichen Engagement ein wichtiger Akteur bei der Energiewende. Diesen Einsatz wollen wir unterstützen, damit auch Schwierigkeiten und Hürden gemeistert werden können und die Weiterentwicklung machbar wird“, betonte Michael Geßner.

So geht es weiter

Der Gewinn für die Auszeichnung ist eine dreitägige Vor-Ort Beratung durch das Netzwerk Energiewende jetzt e.V. Ziel ist es, die Genossenschaft Energiedorf Herbram-Wald dabei zu unterstützen, eine Entwicklung hin zu mehreren Geschäftsfeldern zu nehmen und das für die anderen Genossenschaften in NRW exemplarisch aufzuarbeiten.

Die Verantwortlichen der Energiedorf Herbram-Wald eG und die Berater des Netzwerk Energiewende jetzt e.V. Rainer Lange und Torsten Schwarz tauschten sich am ersten Beratungstag intensiv aus. 
Foto: Günter Voß
Die Verantwortlichen der Energiedorf Herbram-Wald eG und die Berater des Netzwerk Energiewende jetzt e.V. Rainer Lange und Torsten Schwarz tauschten sich am ersten Beratungstag intensiv aus.
Foto: Günter Voß
Der erste Beratungstag der Gewinnergenossenschaft Energiedorf Herbram-Wald eG fand im Januar 2020 statt. Auf dem Gelände des genossenschaftlichen Holzhackschnitzel-Heizwerks konnten sich die Berater des Netzwerk Energiewende jetzt e.V. zunächst einen guten Überblick über die Situation vor Ort verschaffen und erhielten Einblicke in die Planungen der Genossenschaft. In der Beratung wurde der Fokus an diesem Tag auf verschiedene PV-Geschäftsmodelle gelegt – von der Einspeisung bis hin zum Pachtmodell. Zudem erhielten die Verantwortlichen der Energiedorf Herbram-Wald eG nützliche Hinweise für die Aufgabenverteilung innerhalb der Genossenschaft.

Zum zweiten Beratungstermin in Herbram-Wald fanden sich die Berater des Netzwerk Energiewende Jetzt e.V und die Verantwortlichen der Energiedorf Herbram-Wald eG im Februar 2020 ein. Im Mittelpunkt der Beratung standen erneut Geschäftsmodelle rund um Photovoltaik-Anlagen. Denn das klassische Geschäftsmodell von Energiegenossenschaft, bei dem PV-Anlagen errichtet und der Strom für eine feste Einspeisevergütung in das Netz der allgemeinen Versorgung geleitet wird, wird zunehmend von anderen Modellen wie dem PV-Pachtmodell ergänzt. Beim Pachtmodell bleibt die PV-Anlage weiterhin im Eigentum der Genossenschaft, wird aber an den Dachbesitzer für eine monatliche Miete verpachtet. Der Dachbesitzer ist dann sowohl Betreiber der PV-Anlage als auch Letztverbraucher des erzeugten Stroms und somit Eigenverbraucher im Sinne des EEG §3 Nr. 19. Mit der Eigenversorgung entfallen netzgebundene Abgaben und Umlagen sowie die Stromsteuer, wodurch sich der wirtschaftliche Spielraum erhöht. Eine verringerte EEG-Umlage macht dieses Modell im Vergleich zur Direktlieferung für alle Beteiligten zusätzlich interessant.

Bei der Beratung in Herbram-Wald wurden vor allem praktische Fragestellungen der PV-Geschäftsmodelle besprochen. So wurde einerseits über die Flächenkulisse von PV-Freiflächenanlagen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz informiert und welche Planungsschritte dabei zu beachten sind. Andererseits wurden verschiedene Projektideen von PV-Dachanlagen diskutiert: Welche Vermarktungswege sind auf Privatdächern denkbar und wie rentabel sind diese? Welche weiteren Kooperationen mit anderen Akteuren können angedacht werden? Welche und wie viele Projekte sollen in den kommenden Monaten konkret umgesetzt werden? Beispielsweise wurde eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Altenheim gemeinsam erörtert. Dabei wurden auch Vermarktungsoptionen und Projektkalkulationen besprochen. Hier machten die Berater darauf aufmerksam, dass neben einer reinen Kostenermittlung, auch die Projektrenditen in die Wirtschaftlichkeitsberechnung eines Projektes miteinfließen müssen.

Die Teilnehmer am Ende des erfolgreichen zweiten Beratungstages.
Foto: Daniela Klösener
Die Teilnehmer am Ende des erfolgreichen zweiten Beratungstages.
Foto: Daniela Klösener
Nicht zuletzt wurde die neue Arbeitsverteilung in der Genossenschaft thematisiert. Denn mit den neuen Aktivitäten und Geschäftsfeldern muss der zusätzliche Arbeitsaufwand von den Ehrenamtlichen der Genossenschaft aufgefangen werden. Eine Aufteilung nach verschiedenen Wertschöpfungsstufen wie Projektakquise, Kalkulation und die Vorabprüfung der technischen Machbarkeit wurde als eine sinnvolle Lösung gesehen und wird zukünftig von den Beteiligten umgesetzt. Die Verantwortlichen der Genossenschaft bedankten sich bei den Beratern für die vielen praxisnahen Tipps und freuen sich bereits auf den dritten Beratungstermin.

Wer konnte teilnehmen?

Bewerben konnten sich alle Energiegenossenschaften aus NRW. Ziel des Wettbewerbes ist es nicht, die professionellste Energiegenossenschaft zu unterstützen, sondern exemplarisch eine derjenigen, die sich im Prozess der Weiterentwicklung befinden und bereit sind, diesen verstärkt voranzutreiben.

Wenn Sie mehr über den Prozess und die Ergebnisse erfahren wollen, schauen Sie regelmäßig auf die Plattform Bürgerenergie & Energiegenossenschaften. Denn die EnergieAgentur.NRW informiert dort über den Verlauf des Wettbewerbs, umgesetzte Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Durchführung von Energieeffizienz-Steigerung, die von Bürgern gemeinsam finanziert oder betrieben werden. Zudem dient die Plattform der Vernetzung einzelner Akteure.

Dipl.-Geogr. Lars Ole Daub
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle
EnergieAgentur.NRW
0202 24552862
0151 11133710
daub@energieagentur.nrw
XING

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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