Finanzierungs- & Geschäftsmodelle » Bürgerenergie

/finanzierung/buergerenergie/ideenwettbewerb_2021
/finanzierung/buergerenergie/buergerenergie_solingen_eg_setzt_pv-pachtmodell_mit_gewerbebetrieb_um
/finanzierung/fegh_eg__bau_der_pv-freiflaechenanlage_mitverfolgen
/finanzierung/buergerenergie/aus_der_praxis_der_ganz_eigene_kostrom-mix__mit_der_bbeg_und_tal.markt
/eanrw/buergerwerke_eg_kooperation_als_schluessel_zur_geschaeftsfeldentwicklung
/finanzierung/buergerenergie/die_energielandwerker_eg

Projektbeispiel Bürgerenergie

Die Energielandwerker eG

Felder, Hecken, Bauernhöfe und Scheunen mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Biogasanlagen und zahlreiche Windenergieanlagen begegnen einem, wenn man durch das Münsterland fährt. Die Veränderung der Kulturlandschaft im Rahmen der Energiewende ist dort kaum zu übersehen. Aber wie kann es sein, dass in einer Region, die keine bevorzugte Windregion ist, zahlreiche Windparks zu sehen sind? Was steckt hinter dieser Energiewende-Kulisse? Hier beginnt die Geschichte der Energielandwerker eG.

Foto: Die Energielandwerker eG
Foto: Die Energielandwerker eG

Die Gründung der die Energielandwerker eG in 2017 ist eng verbunden mit einem bereits Jahrzehnte andauernden Beteiligungsprozess der regionalen Energiewende des ländlich geprägten Kreises Steinfurt im Münsterland. Der Kreis Steinfurt fasste 2010 dabei einstimmig den entscheidenden Beschluss, bis 2050 bilanziell energieautark zu werden und die regionale Wertschöpfung maximal zu steigern.

Gemeinschaftsprojekt regionale Energiewende

Eine regionale Bewegung wurde in Gang gesetzt, die zahlreiche Akteure, von den regionalen Stadtwerken, über Landwirte, Unternehmen, Bürger bis hin zu den 24 Städten und Gemeinden mitnimmt. Dach dieser Bewegung ist der Verein energieland2050 e.V. Der Verein ist ein überparteiliches Bündnis regionaler Akteure für die gemeinsame Realisierung und Unterstützung der regionalen Energiewende und Klimaschutzziele.

Beispielhafte Leuchtturmprojekte sind unter anderem die regionale Strommarke „Unser Landstrom“ und die Initiierung von 21 Bürgerwindparks, welche ausschließlich von regionalen Akteuren von der Idee bis zur Realisierung umgesetzt wurden.

Foto: Die Energielandwerker eG
Foto: Die Energielandwerker eG
Unterstützung der regionalen Betreiberstrukturen

Die erneuerbaren Energienmüssen jetzt und zukünftig Verantwortung im Energiemarkt übernehmen. Um diese Herausforderung auch angesichts der Post-EEG-Zeit bewältigen zu können, sind sowohl energiewirtschaftliches Know-How, als auch Erfahrungen aus der Praxis notwendig. Für den einzelnen, nicht hauptberuflich tätigen Erneuerbaren-Anlagen-Betreiber, sehr komplex und zeitaufwendig. Daher haben sich regionale, bürgergetriebene Betreiber zusammengetan und die Energielandwerker eG gegründet.

Wer ist Die Energielandwerker eG?

Die Energielandwerker eG ist eine regionale Erzeuger-Genossenschaft für erneuerbare Energien aus dem Münsterland, vergleichbar mit einem Stadtwerkeverbund. Ihr Ziel: Die Erfolge des regionalen Ausbaus erneuerbarer Energien trotz vielschichtiger rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sichern und weiterentwickeln. An ihrer Gründung im Jahr 2017 beteiligt und in den Gremien vertreten sind ausschließlich regionale Betreiber Erneuerbarer-Energien-Anlagen, unter anderem: Windpark-, Biogasanlagen- und Photovoltaikanlagen-Betreiber. Mitglied der Geschäftsführung ist Thomas Voß und ihr Mitgliederstand beträgt (Stand September 2019): 61 Betreiber von 226 EE-Anlagen mit 362 MW – Tendenz steigend.

Die Genossenschaft ist Mitglied im Landesverband Erneuerbare Energien NRW, Bundesverband Windenergie, Fachverband Biogas und energieland2050 e.V. Sie profitiert dabei vom starken Wissenstransfer und hat mit Thomas Voß, auch in Funktion als Vorstandsmitglied des Regionalverbandes Münsterland des Landesverbandes Erneuerbarer Energien NRW und des Bundesverbandes Windenergie, einen guten Einblick in die aktuellen politischen Entwicklungen und Gestaltungsmöglichkeiten.

Welche Aufgaben erfüllt die Genossenschaft für ihre Mitglieder und darüber hinaus?

Die Genossenschaft ist Dienstleister für die Betreiber. Zu ihren Kernaufgaben gehört die Arbeit an neuen Energievermarktungskonzepten für eine Zeit vor und nach Auslaufen der Förderung durch das EEG. Die Energielandwerker eG übernimmt dabei verschiedene komplexe und arbeitsintensive Arbeitsprozesse. So unterstützt sie die Betreiber von EE-Anlagen, unter anderem beim Strombezug und übernimmt die Prüfung von Abrechnungen. Um die Unabhängigkeit der erneuerbaren Energieerzeuger zu sichern, ist die Kernaufgabe der Genossenschaft die Bündelung der Stromerzeugung über eine gemeinsame Direktvermarktung: Sie bündelt regionale Betreiber von EE-Anlagen und vermarktet sie gemeinsam in der Direktvermarktung. Dabei verhandelt und organisiert sie die Zusammenarbeit mit einem Direktvermarkter.

Die Energielandwerker eG hat diverse Entwicklungen im Blick: Sie beobachtet die Entwicklungen auf den Energiemärkten, bei den Direktvermarktern, der Gesetzgebung und den Technologietrends und hält ihre Mitglieder darüber auf dem Laufenden. Allein das EEG oder die Stromgesetze sind an Komplexität kaum noch zu überbieten. Langjährige und wertvolle Erfahrungen, aus dem Bereich der Direktvermarktung, der Entwicklung des regionalen Stromproduktes „Unser Landstrom“ und zahlreicher Projektierungen von Photovoltaik-, Biogas und Windenergie-Anlagen, fließen über die Geschäftsführung und die Mitglieder des Vorstandes in sämtliche Entscheidungsprozesse mit ein.

Die politische Arbeit ist, unter anderem aufgrund der aktuellen Diskussionen rund um den Weiterbetrieb von „Ü20“-Anlagen, ein neuer großer Bestandteil im Aufgabenspektrum der Genossenschaft.

Die EnergielandwerkereG entwickelte unter anderem gemeinsam mit weiteren Experten für erneuerbare Energien aus dem Kreis Steinfurt die „Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der „Nach-Förderphase“ für erneuerbare Energien in Deutschland“ gerichtet an das BMWI.

Neben der Entwicklung neuer Vermarktungskonzepte initiiert und begleitet die Genossenschaft wegweisende Projekte. Die Idee eines „virtuellen Energielandwerkes“ als digitale Plattform zur marktgesteuerten Steuerung von Energieerzeugung und Verbrauch, stammt aus einem „Wunschzettel für die Zukunft“ von den Energielandwerkern. Das Ziel: Die Energie effizienter zu nutzen und intelligent zu vernetzen, um die Verbraucher und die Erzeuger zusammenzubringen und neue Absatzmärkte (bspw. Elektromobilität) zu erschließen.

Der Kreis Steinfurt bietet als Modellregion für Wasserstoff-Mobilität eine große Chance für den Weiterbetrieb der Windenergieanlagen. An diesem Thema arbeitet die Energielandwerker eG aktiv mit.

Die Energielandwerker eG steht für eine erneuerbare Zukunft

Neben den positiven Bündeleffekten einer gemeinsamen Direktvermarktung arbeitet die Genossenschaft an Themen und Lösungen für eine Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien und stellt sich den großen Herausforderungen der Post-EEG-Zeit. „Was wir fordern, ist ein klarer Ausbaupfad für erneuerbare Energien und faire Marktbedingungen“, unterstreicht Thomas Voß die wesentliche Grundlage für eine weiterhin gemeinschaftlich getragene Energiewende. Hierfür erarbeiten die Energielandwerker permanent (strategische) Empfehlungen für die Gestaltung der Rahmenbedingungen, konkrete Energievermarktungskonzepte und innovative Geschäftsmodelle. Durch intensiven Austausch und Wissenstransfer über verschiedene Veranstaltungsformate sorgt sie dafür, dass ihre Mitglieder auf dem neuesten Stand bleiben. Ihre Präsenz auf regionalen und überregionalen Fachveranstaltungen, auch im Rahmen von Fachvorträgen, erzeugt reges Interesse.

Kontakt
Die Energielandwerker eG
Thomas Voß
Mitglied der Geschäftsführung
Hollich 79
48565 Steinfurt
Tel.:02551 18 59 58 0
voss@die-energielandwerker.de
www.die-energielandwerker.de

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

innovation & energie

Abonnieren Sie jetzt kostenlos unser Magazin!

x

 

Abmeldelink in jeder Zusendung. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Newletter