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Best Practice Bürgerenergie

Bürgerwindparks mit bisher größten Anlagen in Ahaus errichtet

Die zehn Windenergieanlagen werden zukünftig Strom für 40.000 Haushalte produzieren. 
Foto: BBWind
Die zehn Windenergieanlagen werden zukünftig Strom für 40.000 Haushalte produzieren.
Foto: BBWind
Bis Ende 2017 werden südlich von Ahaus zehn Windenergieanlagen (WEA) des Typs E-141 EP 4 ihren Betrieb aufnehmen. Die Anlagen mit einer Gesamthöhe von 230 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern sind die ersten ihrer Art, die in Nordrhein-Westfalen errichtet werden. Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro und wird zukünftig Strom für 40.000 Haushalte produzieren.

Die Kommunen Ahaus, Heek und Legden haben sich im Jahre 2010 als LEADER-Region Kulturlandschaft Ahaus, Heek, Legden (LEADER-Region AHL) zusammengeschlossen. Mit dem europäischen Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raumes wurde eine Machbarkeitsstudie finanziert, die ermitteln sollte, in welchen Bereichen und in welchem Umfang die Errichtung von WEA innerhalb der LEADER-Region AHL sinnvoll erscheint.

Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro.
Foto: BBWind
Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro.
Foto: BBWind
Mit der Einleitung des Flächennutzungsplan-Änderungsverfahrens zur Darstellung zusätzlicher Konzentrationszonen in 2014 wurde zur Bedingung gemacht, dass die betroffenen Grundstückseigentümer gemeinsam mit den drei Kommunen eine Entwicklungsgesellschaft gründen. In den zusätzlichen Konzentrationszonen sollten nur dann WEA errichtet werden, wenn diese als Bürgerwindpark betrieben würden.

Bündelung aller Windvorrangzonen in einer gemeinsamen Gesellschaft

Die Stadt Ahaus und die Gemeinden Heek und Legden haben mit der Gründung der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden (AHLEG) die rechtlichen Grundlagen für die Entstehung von Bürgerwindparks gelegt. Die Bündelung aller Windvorrangzonen in einer gemeinsamen Gesellschaft stand im Vordergrund der Bemühungen. Zwei Planungsgesellschaften aus zusammen 45 Landwirten in den Städten Stadtlohn und Ahaus trieben die Entwicklung des Parks bis zur Genehmigungsreife voran.

Die Anlagen werden eine Gesamthöhe von 230 Metern haben.
Foto: BBWind
Die Anlagen werden eine Gesamthöhe von 230 Metern haben.
Foto: BBWind
Die AHLEG prüfte, welche und wie viele Anlagen in die Genossenschaft eingebracht werden und wie Vermarktung und Mitgliederwerbung organisiert werden könnten. Dabei wurde mit Rundfunk und der lokalen Presse zusammengearbeitet, eine Website zur Informationsbereithaltung für die Bürger erstellt, ein Aufsichtsrat und ehrenamtlicher Vorstand bestellt, der seitdem alle weiteren Prozesse steuerte.

Finanzielle Teilhabe der Bürger

Mit Unterstützung des Beratungsunternehmens BBWind lag die Genehmigung durch den Kreis Borken noch zum Ende des Jahres 2016 vor, sodass eine Beteiligung am EEG-Ausschreibungsverfahren nicht notwendig war. Auf Stadtlohner Gebiet übernimmt die Bürgerwind Almsicker Loh GmbH & Co. KG mit 18 Landwirten als Gesellschafter vier Anlagen, in Ahaus entfallen auf die Windenergie Quantwick GmbH & Co. KG mit den in ihren Reihen beteiligten 27 Landwirten sechs Anlagen.

Die Aufbauarbeiten sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein.
Foto: BBWind
Die Aufbauarbeiten sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein.
Foto: BBWind
Durch den Erwerb von Anteilen an der Energiegenossenschaft AHLEG, der ausschließlich den Bürgern aus Ahaus und den Nachbargemeinden Heek und Legden bzw. Mitarbeitern ortsansässiger Firmen vorbehalten ist, erfolgt eine finanzielle Teilhabe der Bürger. Trotz ihrer noch jungen Geschichte gehört die AHLEG bereits zu den Energiegenossenschaften in NRW mit dem größten Investitionsvolumen. In den Kauf von drei WEA und Kommanditbeteiligungen an vier Betreibergesellschaften wurden allein über sieben Millionen Euro Genossenschaftsanteile eingebracht.

Flächeneigentümer sowie Anwohner mit Windenergieanlagen im direkten Wohnumfeld können sich - über den Erwerb von Anteilen an der Energiegenossenschaft hinaus - direkt an der Betreibergesellschaft des Windparks beteiligen können. Zusätzlich gibt es ein sogenanntes „Nachbarschaftsgeld“, das für die Anwohner im direkten Umkreis zum Anlagenstandort vorgesehen ist. Dies besteht aus einem Prozent der Umsatzerlöse in den ersten zehn Jahren und 1,25 Prozent in den zweiten zehn Jahren der Projektlaufzeit. Die Aufteilung erfolgt abhängig von der Distanz des Wohnortes zum Anlagenstandort und der durch Gutachten prognostizierten Beeinträchtigungen durch Schall und Schattenwurf.

Die BBWind hat die Errichtung des Windparks gefilmt und die Videos online gestellt.

Herr Dipl.-Ing. Karlheinz Siekhaus
Stadtwerke Ahaus GmbH
02561 93080
k.siekhaus@stadtwerke-ahaus.de

Herr Dipl. Geograph Kai Solinski
BBWind Projektberatungsgesellschaft mbH
0251 98110316
kai.solinski@bbwind.de

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.