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Best Practice Bürgerenergie

Bürgersonnenkraftwerke für NRW - Verein Sonneninitiative e.V. nun auch in NRW tätig

Der im hessischen Marburg ansässige Verein Sonneninitiative e.V. weitet seinen Tätigkeitsbereich auf Nordrhein-Westfalen aus. Derzeit wird ein Bürgersonnenkraftwerk auf einem OBI-Markt in Emmerich am Rhein (Kreis Kleve) errichtet.

Bau auf dem Obi Markt Emmerich.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Bau auf dem Obi Markt Emmerich.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Seit kurzem ist der Sonneninitiative e.V. auch in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Über eine Kooperation mit einer Immobilienfirma, die dem Verein bereits Dächer in Hessen zur Verfügung stellte, wurde ein Flachdach eines OBI-Markt in Emmerich akquiriert. Dort entsteht derzeit eine 317 kWp PV-Aufdachanlage, an der Bürger finanziell beteiligt sind. Die PV-Module werden in Ost-West-Ausrichtung aufgeständert, damit dem Stromverbrauch des Marktes am besten entsprochen werden kann. Denn auch hier wird der erzeugte Strom teilweise über die direkte Stromlieferung vermarktet.

Konzept der Bürgersonnenkraftwerke

Der im Jahr 2002 gegründete Verein Sonneninitiative e.V.  hat den Umwelt- und Klimaschutz durch die regenerative Energiegewinnung zum Zweck. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Förderung von Photovoltaikanlagen als sogenannte Bürgersonnenkraftwerke, von denen bereits über 250 verwirklicht wurden. Hierbei handelt es sich um ein Modell, dass es interessierten Bürgern ermöglicht, sich finanziell durch den Kauf einzelner Module an einem PV-Großkraftwerk zu beteiligen.

Bürgersonnenkraftwerk auf dem Messeparkhaus Frankfurt.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Bürgersonnenkraftwerk auf dem Messeparkhaus Frankfurt.
Foto: Sonneninitiative e.V.

Dazu akquiriert der Verein in einem ersten Schritt geeignete Dächer von Kommunen, Städten und in jüngster Vergangenheit auch von Gewerbetreibenden. Anschließend bewirbt der Sonneninitiative e.V. das Vorhaben auf Veranstaltungen sowie auf seiner Internetseite und stellt interessierten Investoren Informationen bereit. Bürger können einzelne PV-Module des Kraftwerks erwerben und damit zu Eigentümern und Betreibern ihrer eigenen Solaranlage werden. „Sie sind Eigentümer und Betreiber dieser PV-Anlage, als wenn sie auf dem eigenen Dach wäre. Das heißt, es gibt keine übergeordnete Rechtsform und jeder Eigentümer kann die Abschreibungen mit seinen anderen Einkünften verrechnen.“ erklärt der Vorsitzende Christian Quast.

Einweihung beim Bürgersonnenkraftwerk Berufliche Schulen Bad Homburg.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Einweihung beim Bürgersonnenkraftwerk Berufliche Schulen Bad Homburg.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Der Sonneninitiative e.V. kümmert sich um die Errichtung der Anlage, den Netzanschluss, Abrechnungen, Verträge, das Monitoring sowie die Wartungen und eventuelle Reparaturen der PV-Module. Diese Tätigkeiten des Vereins werden über eine jährliche Gebühr getragen, die die Eigentümer der PV-Anlagen an den Sonneninitiative e.V. entrichten. Alle Teilnehmer profitieren von diesen Dienstleistungen des Vereins und können somit zusammen ein Bürgersonnenkraftwerk betreiben.

Unterschiedliche Vermarktungsstrategien

Der Großteil des erzeugten Stroms wird in das öffentliche Netz eingespeist. Daneben handelt der Verein möglichst viele Stromlieferverträge mit Gebäudenutzern selbst aus, sodass der erzeugte Strom vor Ort verbraucht werden kann. Dieses Modell wird insbesondere bei Schulen und Gewerbetreibenden angestrebt. Wie Christian Quast erläutert, ist „Photovoltaik inzwischen die günstigste Energiequelle. Wir können für ca. 8-9 Cent produzieren. Das ist natürlich deutlich geringer als das was für den Netzstrom bezahlt werden muss“ sagt Christian Quast. Die Vergütung aus der Netzeinspeisung und der Eigenstromvermarktung eines Bürgersonnenkraftwerks werden entsprechend der Anteile auf die Teilnehmer aufgeteilt.

Verein auch in NRW tätig

Der Sonneninitiative e.V. wurde zunächst an seinem Sitz in Marburg tätig, wo er 2004 im Rahmen des EEG 2004 seine ersten Bürgersonnenkraftwerke umsetzte. Bald errichtete der Verein weitere PV-Anlagen in den angrenzenden Gemeinden. Über diese ersten Bürgersonnenkraftwerke konnten weitere Projekte in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg erschlossen werden. „Wir haben uns einfach rein intuitiv in Richtung Sonne bewegt“ so Christian Quast. Der Verein arbeitet mittlerweile mit über 60 Kommunen in diesen Bundesländern zusammen.

Meine Module beim Bürgersonnenkraftwerk Messe Halle 10 Frankfurt.
Foto: Sonneninitiative e.V.
Meine Module beim Bürgersonnenkraftwerk Messe Halle 10 Frankfurt.
Foto: Sonneninitiative e.V.

Auch zukünftig möchte der Verein in Nordrhein-Westfalen tätig sein und sucht sowohl nach kommunalen Dachflächen (wie Schulen, Sporthallen, Bürgerhäuser etc.), als auch nach gewerblichen Dächern.

Aktuelle Informationen zum Projekt in Emmerich finden Sie auf der Internetseite des Vereins.

Eingestellt am 10.04.2019

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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