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Best Practice Bürgerenergie

Aus der Praxis: Der ganz eigene Ökostrom-Mix – mit der bbeg und Tal.Markt

In Sachen Antrieb der Energiewende zieht die Bergische Bürgerenergiegenossenschaft eG nicht nur mit all denen an einem Strang, die sich direkt oder indirekt am Ausbau von Erneuerbaren Energien in der bergischen Metropole Wuppertal beteiligen wollen. Darüber hinaus macht sie auch mit dem lokalen Energieversorger gemeinsame Sache – und unterstützt ein bundesweit bisher einzigartiges Konzept: sich als Ökostrom-Bezieher seine Lieferanten nach den eigenen Wünschen zusammenzustellen.

Die PV-Anlage der bbeg auf dem W-tec-Gebäude in Wuppertal-Lichtscheid produziert mit einer installierten Leistung von 65,4 kWp rund 50.000 bis 60.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr.
Foto: Wuppertaler Stadtwerke/Günther Goldstein
Die PV-Anlage der bbeg auf dem W-tec-Gebäude in Wuppertal-Lichtscheid produziert mit einer installierten Leistung von 65,4 kWp rund 50.000 bis 60.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr.
Foto: Wuppertaler Stadtwerke/Günther Goldstein
Am Anfang stand der Wille, alles für den Planeten Erde zu geben – und auch heute noch lautet so das übergeordnete Motto der 2012 gegründeten Bergischen Bürgerenergiegenossenschaft eG (bbeg), in der sich derzeit rund 100 Bürgerinnen und Bürger dafür einsetzen, die Energieversorgung in ihrer Heimatstadt nachhaltig, erneuerbar und dezentral zu gestalten. Ihrem Ziel, insbesondere mit dem Bau von Photovoltaik-Anlagen bilanziell energetisch autark zu werden, nähert sich die bbeg stetig. Die für die Installationen ausgewählten Dächer stellen überwiegend entweder Privateigentümer, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen zur Verfügung. 2019 errichtete die bbeg bereits ihre fünfte Photovoltaik-Anlage, die nächste ist im Bau, weitere Projekte befinden sich in der Umsetzung. „Je nach Kundenbedarf und weiteren Rahmenbedingungen speisen wir den erzeugten Strom ins öffentliche Netz, verkaufen ihn an den Gebäudeeigentümer oder vermieten die gesamte Anlage an den Gebäudeeigentümer, so dass dieser den erzeugten Strom selbst nutzen kann“, erklärt bbeg-Vorstandsmitglied Gunnar Harms.

Einen weiteren Beitrag zur Energiewende in Bürgerhand leistet die bbeg in einer bisher eher weniger geläufigen Form, nämlich im Schulterschluss mit dem lokalen Energieversorger. Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) bieten Betreibern von EE-Anlagen seit Anfang 2018 die Möglichkeit, ihre gewonnene Energie auf der WSW-eigenen Onlineplattform für regionalen Ökostrom zu verkaufen. Was das Konzept so einzigartig macht: Es ermöglicht Verbrauchern, selbst zu entscheiden, von welchem Erzeuger sie welche Strommengen beziehen möchten.

Dadurch können auch Mitglieder erstmals direkt Strom aus Anlagen beziehen, an denen Sie über die Genossenschaft beteiligt sind. Die sich permanent erweiternde Erzeugerliste umfasst sowohl Solar-, Wind-, Wasserstrom als auch Strom aus Biomasse. „Wir halten Tal.Markt für ein bahnbrechendes Projekt“, sagt Harms. „Die drei großen „D“ der Energiewende werden geradezu mustergültig umgesetzt: Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung – denn ohne effiziente IT-Prozesse für Erfassung und Abrechnung geht es nicht.“ Die Genossenschaft setze ein positives Statement, indem es gemeinsam mit einem etablierten Versorgungsunternehmen in die Zukunft schaue.

Die Wuppertaler Stadtwerke agieren als Betreiber der Online-Handelsplattform und als Koordinator zur energiewirtschaftlichen Abwicklung für die Nutzer. Die digitalen Transaktionen basieren auf fälschungssicherer Blockchain-Technologie. Diese stellt sicher, dass keine Kilowattstunde doppelt verkauft wird. Käufer wählen die Erzeuger eigenständig und mit digitalem Herkunftsnachweis aus und stellen sich ihren Strommix individuell nach den eigenen Überzeugungen zusammen. „Interessenten, die sich auf nachhaltige Weise mit Strom versorgen möchten, können diesen erzeugergenau über das öffentliche Versorgungsnetz beziehen. Das hat es bisher so nicht gegeben, und es unterstützt unserer Ansicht nach den für eine Energiewende notwendigen Trend, Energiegewinnung so dezentral wie auch bürgernah zu gestalten“, erläutert Harms. Die Lage der Dächer in Wuppertal, speziell mit Ausrichtung nach Süden, begünstige die Solarstromerzeugung eben nicht nur für den Eigenverbrauch oder den Verkauf nach dem EEG, sondern auch Nutzungsformen im Interesse der regionalen, klimafreundlichen Wertschöpfung.

Der Großteil des erzeugten Stroms aus der Photovoltaik-Anlage auf dem W-tec-Gebäude steht für den Tal.Markt zur Verfügung.
Foto: Wuppertaler Stadtwerke/Günther Goldstein
Der Großteil des erzeugten Stroms aus der Photovoltaik-Anlage auf dem W-tec-Gebäude steht für den Tal.Markt zur Verfügung.
Foto: Wuppertaler Stadtwerke/Günther Goldstein
Zu den Anbietern auf dem Tal.Markt gehören neben Genossenschaften und Privatbetreibern auch Unternehmen, die die Dächer ihrer Gewerbeimmobilien für große Solaranlagen nutzen, sowie kommerzielle Windpark-Betreiber. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Nachfrage nach Ökostrom das Angebot deutlich übersteigt. Sollte eine der vom Stromkunden ausgewählten Anlagen gerade einmal keinen Strom erzeugen und auch keine der sonstigen Anlagen mehr zur Bedarfsdeckung zur Verfügung stehen, übernehmen die WSW für diesen Zeitraum automatisch die die Ausfalllieferung. Die Versorgung mit der bestellten Strommenge erfolgt dann aus dem Portfolio der WSW über den „WSW Strom Grün“. Strom aus genossenschaftlichen Anlagen und von Biohöfen ist bei Tal.Markt-Kunden besonders gefragt. Bestand die Kundschaft anfangs vor allem aus Privathaushalten, steigt inzwischen auch die Anzahl gewerblicher Kunden an.

Kontakt: bbeg
Bergische Bürgerenergiegenossenschaft eG c/o Rolf Kinder,
Fröbelstraße 1a, 42117 Wuppertal
Telefon: 0178-1457110, E-Mail: info@bbeg.de
Mehr Infos: www.bbeg.de

Kontakt: Tal.Markt
WSW Energie & Wasser AG
Bromberger Straße 39-41, 42281 Wuppertal
Telefon:  0202 569-5100, E-Mail: info@wsw-talmarkt.de
Mehr Infos: www.talmarkt.wsw-online.de; www.wsw-online.de

Stand: Mai 2020

Romy Simke M.Sc.
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle/ Beteiligung und Planung
EnergieAgentur.NRW
0202 24552793
simke@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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