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Information

Lokale Energien nutzen

Mit der Verbrauchssenkung durch die Sanierung von Gebäuden ist ein wichtiger Schritt getan. Dem sollte ein zweiter Schritt folgen und zwar die Bemühung, soviel lokale Energien wie möglich zu nutzen. Heimische oder lokal zur Verfügung stehende Energien sind beispielsweise solare Einstrahlung, Wind, Energie aus lokaler Landwirtschaft oder aus Nah-/Fernwärmenetzen mit regenerativer Energiequelle. All diese Energiequellen haben oft wirtschaftliche und ökologische Vorteile.

Ein einfaches Beispiel ist die direkte Nutzung der solaren Einstrahlung als Wärme- und als Lichtquelle. Eine effektive Tageslichtnutzung bringt viele Qualitäten in ein Gebäude und spart Beleuchtungskosten. Ist die Tageslichtnutzung mit Verschattungen und Blendschutz optimal geplant, spart ein angepasstes Fassadensystem sowohl Beleuchtungs- als auch Wärmeenergie und schützt gleichermaßen vor Überhitzung der Räume.

Ein weiteres Beispiel ist die Photovoltaik. In den letzten Jahren haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dank der Fortschreibungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) grundlegend geändert. Heutzutage ist eine PV-Anlage insbesondere dann wirtschaftlich, wenn die erzeugte Energiemenge möglichst vollständig selbst genutzt wird. In solchen Fällen ist eine Amortisationszeit von unter zehn Jahren möglich. Da die technische Funktionsfähigkeit für 20 Jahre garantiert und eine Lebensdauer von 30 Jahren erwartet wird, ist die Investition in eine Photovoltaik-Anlage also höchst rentabel und sollte für jedes Gebäude standardmäßig geprüft werden. Vor allem auf Schwimmbädern, Altenpflegeeinrichtungen und Kunstmuseen sollten PV-Anlagen eine Selbstverständlichkeit zur Eigenbedarfsdeckung sein. Diese Einrichtungen haben jeden Tag geöffnet und eine hohe tägliche Stromgrundlast. Als nächstes bieten sich Verwaltungsgebäude an, da diese nur am Wochenende geschlossen sind. Danach folgen Kindertagesstätten (drei Wochen Schließzeit im Sommer) und als letztes – wegen den langen Ferienzeiten – die Schulen.

Auch im Wärmebereich sollten lokale Energien genutzt werden, wenn es wirtschaftlich vertretbar ist. Solare Warmwasserbereitung bietet sich bei allen Gebäuden mit einem kontinuierlichen Tageswarmwasserbedarf an, wie zum Beispiel in Schwimmbädern und Pflegeeinrichtungen. Je nach Nutzung kann die Solarthermie auch an anderen Sportstätten wirtschaftlich genutzt werden.

Bei günstigen Rahmenbedingungen kann es auch sinnvoll sein, Wärme aus dem Abwasser der Gebäude zu nutzen. Die vorhandene Restwärme im Abwasser wird dabei als Primärquelle für eine Wärmepumpe genutzt, beispielsweise zur Beheizung von Verwaltungsgebäuden. Ein anderes Beispiel ist die Nutzung der Kantinenabluft. In einem konkreten Fall wird die Abluft einer Mensakantine als Wärmequelle für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe genutzt. Diese unterstützt die Heizung und deckt im Sommerhalbjahr sogar den lokalen Warmwasserbedarf.

Wie weitere konkrete Beispiele zeigen, ist die Grenze zwischen lokalen und regionalen Energieangeboten oft fließend: So bekommt ein Schwimmbad Abwärme eines Biomasse-BHKW in Speicher-Containern geliefert und ein anderes Projekt nutzt gehäckseltes Durchforstungsholz aus der Nachbarschaft als Brennstoff für eine Hackschnitzel-Anlage.

All diese Projekte haben gemeinsam, dass lokale und/oder heimische Energien vor Ort in der Versorgung der Objekte eingebunden werden; Sie vermeiden Verluste und nutzen Potentiale optimal. Und auch finanziell wirkt es sich aus: Diese Projekte sind zumeist wirtschaftlich, entlasten also den Haushalt und stärken die heimische Wertschöpfung.

Dipl.-Ing. Christian Dahm
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Isabell Engel M. A.
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
Wissensmanagement

EnergieAgentur.NRW
0202 24552794
engel@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Heinz-Jürgen Schütz
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455232
schuetz@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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