Energieeffizienz » Fokus Haushalt

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Die aktuelle Umfrage der EnergieAgentur.NRW zu den Förderprogrammen der EVU in NRW 2017 kann jetzt abgerufen werden. 
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Welche Stadtwerke fördern 2017 was?

Nimmt Fahrt auf in NRW, das Sofortprogramm Elektromobilität.
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Interview Prof. Dr. Sourkounis über Stärken & Chancen der Elektromobilität

Verbraucher sollten beim Kauf von Haushaltsgeräten auf das EURO-Label achten. 
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Die sparsamsten Haushaltsgeräte 2016/17

Schaltbare Steckerleiste.
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Information

Strom im Haushalt

Mehrfachsteckerleiste

© Sergej Toporkov, fotolia.com

Was kommt vor der Steckdose

Die deutschen Privathaushalte verbrauchen jährlich ca. 130 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das sind immerhin ca. 30% des bundesdeutschen Gesamtstromverbrauchs.
 
Bei der Stromproduktion im Kraftwerk werden nur etwa 36% der eingesetzten Energie in nutzbare Elektrizität umgewandelt. Zwei Drittel entweichen zumeist ungenutzt durch die Kraftwerksschlote. Aus diesem Grund ist Strom der teuerste und umweltbelastendste Energieträger.
  
Deshalb gilt:Stromsparen schont die Haushaltskasse und ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz!

Wer die nachfolgenden Energiespartipps berücksichtigt, kann mühelos seinen Strom- und Wasserverbrauch um 30 – 50% senken.

Kühlen und Gefrieren

Kuehlschrank

© Kerioak, fotolia.com

Nicht an der falschen Stelle sparen Kühl- und Gefriergräte sind in der Regel ganzjährig in Betrieb. Dadurch fallen auch kleine Unterschiede im Stromverbrauch über die Nutzungsdauer von 15 Jahren ins Gewicht. Es lohnt sich fast immer, das energiesparendste Gerät zu kaufen. Ein Minderverbrauch von nur 0,1 kWh pro Tag rechtfertigt einen Geräte-Mehrpreis von ca. 70 €!
  • Kühlen mit 5°C - 7°C, gefrieren mit - 18°C
     
  • Kühl- und Gefriergeräte in möglichst kühler Umgebung aufstellen und die Nähe zum Herd oder Heizkörper sowie direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
     
  • Gefriertruhen verbrauchen weniger Strom als Gefrierschränke. Kühl- und Gefrierkombinationen haben den höchsten Energieverbrauch.

Waschen und Trocknen

Der weiße Maschinenpark

Waschmaschinen
 
Waschmaschine

© Alex White, fotolia.com

Die hygienische Qualität der Wäsche wird vorwiegend durch die Qualität des Spülwassers, das Waschmittel und die Faserqualität der Wäsche bestimmt und nicht durch die Temperatur des Waschgangs.
  • Ein Waschgang mit  65°C statt 95°C spart ca. 30% Strom. Ein Verzicht auf die Vorwäsche spart weitere 20% bis 30%.
     
  • Wichtig: Sparprogramme nutzen und nur mit vollständig gefüllter Trommel waschen.
      
  • Schonwaschgänge sind teuer. Sie schlagen mit dem fünffachem Wasserverbrauch und ca. vierfachem Stromverbrauch kräftig zu Buche.
Wäschetrockner

             
Waeschetrockner

© ChantalS, fotolia.com

Die jährlichen Stromkosten von Wäschetrocknern liegen bei ca. 50 € pro Familie. Jeder Trockengang kostet durchschnittlich 50 Cent.
  • Je trockener die Wäsche in den Trockner gelangt, desto weniger Energie benötigt dieser für den Trockenvorgang. Deswegen sollte die Wäsche vor dem Trocknen durch die Waschmaschine möglichst intensiv geschleudert werden. Wird die Wäsche z.Bsp. vor dem Trocknen mit 1600 1/min Umdrehungen statt nur mit 900 1/min geschleudert, führt das zu einer Stromeinsparung von 25%.
     
  • Trockner sollten vollständig gefüllt werden und die Wäsche nach gleicher Beschaffenheit und Dicke vorsortiert werden.
     
  • Beim Neukauf auf einen Feuchtesensor achten, da bei einer Zeitsteuerung die optimale Trockenzeit nicht voreingestellt werden kann. 

Übrigens:     
Der sparsamste Trockner ist die Wäscheleine. Hier wird die Wäsche kostenlos unter Einsatz von Wind - und Sonnenenergie getrocknet.

Spülmaschinen 

  
Spuelmaschinenkorb

© Irina Fischer, fotolia.com

Wenn regelmäßig nur kleine Geschirrmengen anfallen, ist das Spülen von Hand stromsparender. Auch Kleingeräte für 4-8 Gedecke sind in der Regel nicht energiesparend zu betreiben.
  •  Der Verzicht auf ein Vorspülen des Geschirrs lohnt sich.
     
  • Auch Spülmaschinen sollten vollständig gefüllt sein und möglichst mit Sparprogrammen betrieben werden.
     
  • Ein Spülgang mit 50°C statt 60°C spart ca. 25% an Stromkosten.
     
  • Nach dem Spülvorgang die Maschine abschalten und die Tür der Spülmaschine öffnen. So trocknet das Geschirr durch die Eigenwärme, - ein maschineller Trockengang ist überflüssig.

Kochen und Backen

Ein Großverbraucher in deutschen Küche

  
Elektroherd

© Tyler Olson, fotolia.com

Der Elektroherd gehört mit jährlichen Stromkosten von ca. 70 € zu den Großverbrauchern in deutschen Haushalten. Ein Gasherd ist zwar teurer in der Anschaffung, spart aber die Mehrkosten durch effizientere Energieausnutzung und den preiswerteren Energieträger Gas wieder ein.
  • Langkochende Gerichte in einem Schnellkochtopf zubereitet, spart 50% an Zeit und 30% an Strom.
     
  • Auf die richtige Topfgröße kommt es an. Jeder Zentimeter, den der Topf kleiner als die Herdplatte ist, führt zu 20 –30% Mehrverbrauch.
     
  • Möglichst mit geschlossenem Topfdeckel kochen. Ein gekippter Deckel benötigt die doppelte Energiemenge, ohne Deckel fällt gar die dreifache Menge an.
      
  • Bei Backzeiten über 40 Minuten kann der Backofen in der Regel 10 Minuten vor Ende der Backzeit ausgeschaltet werden.
     
  • Im Umluftbetrieb kommt ein Ofen mit 20°C bis 30°C niedrigeren Temperaturen aus als beim Backen mit Ober– und Unterhitze. Das spart 25% bis 40% an Stromkosten.
     
  • Eine Mikrowelle ist nur zur Erwärmung von kleinen Einzelportionen (250g – 500g) sinnvoll. Eine Neuanschaffung lohnt sich in der Regel dafür nicht.

Video, Fernseher & Co

Stand-By-Verluste - die heimlichen Stromfresser   
 
Fernbedienung

© Marc Roche, fotolia.com

Wer lässt schon nachts seinen Automotor laufen, damit er morgens bequemer losfahren kann? Aber genau das signalisiert das kleine rote Lämpchen am Fernseher, Videorecorder oder an der Stereoanlage. Leerlaufverluste kosten jeden deutschen Haushalt jährlich ca. 50€ - 100€ und machen beachtliche 5% des deutschen Stromverbrauchs aus.
  • Beim Neukauf nur Geräte wählen, die wichtige Programmierungen in einem integrierten Akku speichern und deshalb vollständig ausgeschaltet werden können.
     
  • Besonders bei Telefonen, Faxgeräten und Anrufbeantwortern, die nicht abgeschaltet werden sollen, auf niedrige Stand-By-Verluste achten.
     
  • Alle übrigen Geräte nicht über die Fernbedienung ausschalten, sondern über den Ausschalter. Geräte ohne Ausschalter können nur über eine schaltbare Steckerleiste vollständig vom Stromnetz getrennt werden.

Computer in Privatwohnungen

Öfter mal abschalten
Laptop

© Andrii IURLOV, fotolia.com

Die Zahl der Computer in Privathaushalten wächst rapide. Gerade hier zahlt sich ein bewusster Umgang mit den Geräten aus.
  • Computer bei Arbeitspausen über 30 Minuten vollständig ausschalten.
     
  • Monitore verbrauchen oftmals doppelt so viel Strom wie ein üblicher Rechner. Der Stromverbrauch sinkt nur unmerklich, wenn der Bildschirmschoner aktiviert wird. Deshalb Monitore auch bei kürzerer Abwesenheit vollständig ausschalten. Dies schadet den Geräten nicht. Auch bei fünf Schaltvorgängen täglich beträgt die Lebensdauer ca. 30 Jahre.
     
  • Wenig gebrauchte Geräte wie Drucker, Scanner oder Lautsprecher nur bei Bedarf einschalten. Auch diese Geräte verbrauchen teilweise wesentlich mehr Strom als ein Rechner.

Beleuchtung

Von Lampen und Leuchten
Schreibtischlampe

© yang yu, fotolia.com

Die jährlichen Stromkosten für die Raumbeleuchtung einer dreiköpfigen Familie betragen ca. 50.- €, immerhin ca. 12% einer durchschnittlichen Stromrechnung. Dabei sind die Einsparmöglichkeiten einfach umzusetzen.

  • Beleuchtungsstärke der Lampen prüfen und sämtliche Glühlampen, die länger als eine halbe Stunde täglich brennen, gegen Energiesparlampen austauschen.
     
  • Leuchten so montieren, dass ein gezieltes Beleuchten der gerade genutzten Raumteile möglich ist, ohne dass der gesamte Raum ausgeleuchtet werden muss.
     
  • Beim Verlassen des Raumes das Licht ausschalten.
Übrigens:
Halogenlampen sind keine Energiesparlampen. Sie sind etwas stromsparender als Glühlampen, verbrauchen aber zusätzlich Strom durch den Transformator. Wahre Stromfresser sind hingegen Halogen-Decken -und Standstrahler.

Informationen zur Energiesparlampe

Energiesparbirnen
Die Europäische Kommission hat ausgerechnet: Würden alle privaten Haushalte in Deutschland von Glühbirnen auf Energiesparlampen (ESL) umstellen, würde sich der jährliche Stromverbrauch um 7,5 Milliarden kWh reduzieren. Das entspräche einer Einsparung von 4,5 Millionen Tonnen CO2 und einer Entlastung um 1,5 Milliarden Euro. In einem durchschnittlichen Haushalt wären das jährlich 44 Euro und 220 kWh Strom.
Ab dem 1. September 2009 werden nach einem Beschluss der EU die meisten herkömmlichen Glühbirnen schrittweise aus dem Verkehr gezogen, die Haushalte müssen dann ihren Ersatzbedarf mit Energiesparlampen decken.

Allgemeines

Energiesparlampen gibt es in verschiedenen Formen. Gängige Formen sind u.a. Röhren/Normalform, Kerzenlampenform, Glühlampenform, Globeform und Strahler. Verwendete Anschlussarten sind die allgemein üblichen E14, E27, GU10 und GX53.

Grundsätzlich zeichnet sich die neue Generation von Energiesparlampen durch eine hohe Schaltfestigkeit aus. Während bei frühen Generationen der ESL häufiges An- und Ausschalten die Lebensdauer negativ beeinflusste, ist diese Problem inzwischen überwunden.

Besonderheiten

Spezielle Varianten der Energiesparlampen sind stufenweise oder stufenlos dimmbar. Inzwischen gibt es Energiesparlampen, die strahlungsarm sind, mit integrierten Tageslichtsensoren, Nachtlichtfunktion, in unterschiedlichen Lichtfarben (Warmweiß, Neutralweiß, Tageslicht) und die für die Außenbeleuchtung geeignet sind. Weiterhin gibt es immer mehr Modelle mit Schnellstart-Funktion ("Quick-Start"). Sogar Arbeitsleuchten, die zur Beleuchtung von kleineren Baustellen etwa im Heimwerkerbereich geeignet sind, sind mittlerweile als Energiesparlampen erhältlich.

Vorteile

Im Vergleich zu einer Glühlampe verbraucht eine Energiesparlampe bei gleicher Lichtleistung nur 20 bis 25 Prozent der Energie. Umgerechnet bedeutet das, dass eine Glühlampe mit 75 Watt durch eine 15-Watt-Energiesparlampe ersetzt werden kann. Die Mehrkosten für die Anschaffung rentieren sich über die längere Lebensdauer und die eingesparten Stromkosten: Hält eine Glühlampe nur max. 2.000 Stunden, bringt es die Energiesparlampe auf 6.000 bis 15.000 Stunden.

Vorurteile

Gegner der Energiesparlampe argumentieren häufig mit einem Hohen Quecksilbergehalt der ESL, den Anschaffungskosten, einer mit der Zeit nachlassenden Helligkeit sowie mit der Entsorgung als Sondermüll. Eine Untersuchung der EU-Kommission entkräftet diese Argumente. Trotz Verwendung von Quecksilber bei der Produktion fällt die Schadstoffbilanz von ESL gegenüber Glühlampen günstiger aus. So falle eine Quecksilberbilanz der ESL günstiger aus, rechnet Stiftung Warentest vor: Denn auch bei der Stromerzeugung im Kraftwerk falle Quecksilber an. Eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung errechnet: Über die Gesamtlebensdauer fällt für eine ESL 3,7 Milligramm Quecksilber an, für eine Glühlampe dagegen 6,7 Milligramm.

Da zwischen 90 und 95 Prozent der Umweltbelastung durch eine ESL und Glühlampe aus der Nutzung – und nicht aus der Produktion – resultieren, fallen die 3,3 kWh, die zur Produktion einer ESL benötigt werden (0,17 kWh bei der Glühlampe) bei der Umweltbilanz nicht negativ ins Gewicht.

Laut Berechnungen zur EU-Ökodesign-Richtlinie entstehen bei der 11-Watt-Glühlampen-Produktion rund 96 Gramm CO2. Im Vergleich zu den während der Nutzung eingesparten 490 kWh (= 295 Kilogramm CO2) bei Verwendung einer leistungsgleichen Glühlampe sei dies marginal, so die Deutsche Umwelthilfe.
 

Herr Günter Neunert
Kommunaler und regionaler Klimaschutz und Klimawandel
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455257
neunert@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.