Energieeffizienz » Fokus Haushalt

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Die aktuelle Umfrage der EnergieAgentur.NRW zu den Förderprogrammen der EVU in NRW 2017 kann jetzt abgerufen werden. 
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Welche Stadtwerke fördern 2017 was?

Nimmt Fahrt auf in NRW, das Sofortprogramm Elektromobilität.
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Interview Prof. Dr. Sourkounis über Stärken & Chancen der Elektromobilität

Verbraucher sollten beim Kauf von Haushaltsgeräten auf das EURO-Label achten. 
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Die sparsamsten Haushaltsgeräte 2016/17

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Information

Heizung und Warmwasser

"Ein Monatslohn für Energie"
 
Wasserhahn

© Klaus Eppele, fotolia.com

Leider ist ein Monatslohn für Energie keine leere Drohung mehr für bundesdeutsche Privathaushalte.

In einer dreiköpfigen Familie sind jährliche Kosten von mehr als 1.500 € für Heizung, Strom und Warmwasserbereitung nicht ungewöhnlich. Ca. 70% dieser Energiekosten entfallen auf Heizung und Warmwasser. 

Grund genug, einige Tipps und Informationen rund ums Heizen, Lüften und Wassersparen zusammenzustellen. Der Deutsche Mieterbund hat für das Jahr 2008 einen Betriebskostenspiegel vorgestellt. Mieter zahlen in Deutschland durchschnittlich 2,16 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 2,91 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen.

Was können Sie tun?

Einfache Regeln für den Hausgebrauch

Geldscheine

© Herbie, fotolia.com

Wohnungsnutzer und Hausbesitzer haben zahlreiche Möglichkeiten, den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden zu beeinflussen. Dabei sind vor allem das Lüftungsverhalten und ein angemessenes Temperaturniveau in den Räumen von Bedeutung.

Heizungspumpe auf niedrigste Stufe stellen

Energiefresser im Keller: Heizungsumwälzpumpen

Auch im Bereich der Heizungsumwälzpumpen gab es in den letzten Jahren eine rasante technische Entwicklung, die durch die europäische Gesetzgebung maßgeblich befördert wurde. So dürfen seit Anfang 2013 nur noch Hocheffizienzpumpen hergestellt werden. Als Maß für die Energieeffizienz gilt der „Energieeffizienzindex“. Er muss bei derzeit hergestellten Pumpen mindestens 0,27 betragen. Ab August 2015 wird der Wert weiter verschärft. Erlaubt ist dann nur noch ein EEI < 0,23. Derzeit im Handel erhältlich sind aber schon Pumpen mit einem EEI < 0,20.

Wie beschrieben greift dieser Mindeststandard nur für neu hergestellte Pumpen, weiterhin erlaubt ist es aber Lagerbestände abzubauen und alte Pumpen einzubauen. Daher ist es wichtig bei Neuinstallationen oder Ersatzmaßnahmen den Heizungsbauer zu beauftragen die neuen Hocheffizienzpumpen mit bestmöglichem Standard einzubauen. Zum Vergleich: Eine Bestandspumpe hat einen rund 2,5-fachen Strombedarf als eine Hocheffizienzpumpe.

Je nachdem, wie alt die jetzige Pumpe ist, kann es auch Sinn machen, die Pumpe vorab auszutauschen. Insbesondere ungeregelte Standardpumpen, die ständig mit konstanter Drehzahl arbeiten sind wahre Stromfresser. Zudem sind viele Pumpen überdimensioniert. Erster Richtwert: Die Gesamtleistung aller Umwälzpumpen (in Watt) sollte 0,25 Prozent des jährlichen Wärmeverbrauches (in kWh/a) nicht überschreiten.

Als Sofortmaßnahme empiehlt es sich bei einstellbaren Pumpen, versuchsweise eine kleine Leistungsstufe zu wählen. Falls diese nicht ausreicht, sollte die Leistung stufenweise wieder erhöht werden. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die Pumpen nur während der Heizperioden betrieben werden, die sich für einzelne Gebäudeteile (Kirche, Gemeindezentrum) durchaus unterscheiden können.

Mittelfristig sollten in allen Verteilleitungen mit variablem Volumenstrom alte, ungeregelte Pumpen durch selbsttätig regelnde, möglichst exakt ausgelegte Hocheffizienzpumpen ersetzt werden. Selbst der vorzeitige Austausch noch intakter, ungeregelter Pumpen rentiert sich in der Regel innerhalb weniger Jahre.

Gute und detaillierte Seite aus dem Unternehmen Danfoss: www.hydraulischer-abgleich.de

Der Text ist entnommen aus unserem Leitfaden für Kirchengemeinden.

Kostensparend heizen

Auf die passende Raumtemperatur kommt es an

  • Heizkoerper

    © zolwik, fotolia.com

    Ein Absenken der Raumtemperatur um 1°C spart ca. 6% an Heizkosten. Beim Verlassen der Wohnung die Raumtemperatur absenken (Raumthermostat, Thermostatventile).
  • Nachts genügt eine Temperatur von 16°C – 18°C. Das spart ca. 5-10% an Heizkosten.
      
  • Rollläden, Fensterläden und Vorhänge nachts schließen. Diese Maßnahme zahlt sich besonders bei Altbauten mit älteren, isolierverglasten Fenstern aus.

Thermostatventile

Thermostatventil

© DeVIce, fotolia.com

Thermostatköpfe denken mit
  
Thermostatventile halten eine voreingestellte Raumtemperatur konstant. Dabei gleichen sie selbsttätig Temperaturschwankungen im Raum aus, die z.B. durch Sonneneinstrahlung, die Abwärme von Geräten oder durch die Bewohner entstehen.

Tipps zum richtigen Umgang mit Thermostatventilen:

  • Thermostatventile müssen nicht von Hand nachgestellt werden. Sie halten die voreingestellte Temperatur auch bei extrem kalten Außentemperaturen konstant.
     
  • Thermostatventile sollten nicht höher als die gewünschte Raumtemperatur eingestellt werden. Auch das Aufheizen eines Raumes geht bei Stufe 5 nicht schneller, da bereits bei Stufe 3 das Heizkörperventil maximal geöffnet ist.
     
  • Sämtliche Thermostatventile eines Raumes werden auf die gleiche Temperaturstufe eingestellt. Einzelne Heizkörper niedriger einzustellen spart keine Energie, sondern führt zu einer längeren Aufheizzeit, da die übrigen Heizkörper mit erhöhter Leistung arbeiten müssen.

Heizkörper und Heizkörpernischen

Heizkörper nicht verdecken!

Heizkoerpernische

© Jiri Hera, fotolia.com

Damit Heizkörper die Wärme ungehindert an den Raum abgeben können, dürfen sie nicht durch Möbel oder bodentiefe Vorhänge verdeckt werden. 
Fensterbänke und andere Überdeckungen von Heizkörpern vermindern die Wärmeabgabe um 1 bis 5%. Gibt es darüber hinaus eine Sichtblende vor dem Heizkörper kann das zu Leistungseinbußen von bis zu 15% führen.

 

Das Anbringen von Reflexionsfolien oder eine Dämmung von Heizkörpernischen in Altbauten sollte nur nach vorheriger fachlicher Beratung erfolgen, um spätere Bauschäden zu vermeiden.

Fenster abdichten!

Fenster

© euregiophoto, fotolia.com

Gerade in älteren Gebäuden geht viel Wärme über undichte Fenster und Türen verloren. Diese unnötigen Energieverluste können mit einfachen Maßnahmen vermieden werden.
    
Tipps zum Abdichten von Fenstern und Türen
  • Für die nachträgliche Abdichtung im Fensterfalz bzw. Türfalz gibt es selbstklebende Dichtungsbänder aus Schaumstoff oder elastische Dichtlippenprofile aus Kunststoff, die umlaufend in den Falz geklebt oder eingefräst werden.
     
  • Für undichte Türschwellen können bewegliche Dichtprofile oder Bürstendichtungen unten an das Türblatt geklebt oder in eine gefräste Nut eingesetzt werden.
     
  • Nach einer Abdichtung der Fugen sollte bewusster gelüftet werden, um die feuchte, warme Raumluft gezielt gegen frische Außenluft auszutauschen. Zur Kontrolle kann die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer zwischen 40% - 60% gehalten werden.

Auf der Internetseite von "Haus + Garten", einem Servicedienst der Zeitschrift "DasHaus",  wird anschaulich erläutert, wie Fenster und Türen nachträglich abgedichtet werden können.

Auf der Internetseite von "wohnnet.at" findet sich die folgende Anleitung zum Abdichten von Holzfenstern.

Wasser sparen!

Ein heimlicher Großverbraucher
 
Wasserhahn

© knipsit, fotolia.com

Bei einer dreiköpfigen Familie entfallen ca. 8-10% des Energieverbrauchs auf die Warmwasserbereitung. Gleichzeitig beträgt der Anteil an den Energiekosten mehr als 20%, wenn das Brauchwasser elektrisch erwärmt wird. Zusätzlich treiben kontinuierlich steigende Wassergebühren die Nebenkosten in die Höhe. Gründe genug, um nach sinnvollen Wassersparmöglichkeiten zu suchen.

Tipps zum Wassersparen

  • Beim Kauf von Wasch- und Spülmaschinen sollte auf einen niedrigen Strom- und Wasserverbrauch geachtet werden. Moderne Waschmaschinen verbrauchen 35 - 50 Liter pro Waschgang. Sparsame Spülmaschinen benötigen 15 - 17 Liter pro Durchlauf.
     
  • Der Verbrauch für die Toilettenspülung kann mit modernen Spülkästen halbiert werden. Die Stopptasten sind auch als Nachrüstsätze für 5 - 10€ erhältlich.
      
  • Durchflussmengenregler reduzieren den Wasserverbrauch an Duschköpfen und Waschbeckenarmaturen. Mit Kosten von 5€ - 8€ können pro Zapfstelle Einsparungen von 30% - 50% erzielt werden.

Wissenswertes zum Thema Heizkosten

Heizkostenabrechnung

© SibylleMohn, fotolia.com

So wie der Treibstoffverbrauch eines Autos durch viele Faktoren beeinflusst wird, verhält es sich auch mit dem Heizenergieverbrauch Ihrer Wohnung. Der Treibstoffverbrauch ist im Stadtverkehr deutlich höher , als bei einer Autobahnfahrt, außerdem haben persönliches Fahrverhalten, die Witterungsverhältnisse und die Topographie wesentlichen Einfluß auf den Treibstoffverbrauch.

Auch der Heizenergieverbrauch einer Wohnung wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst:

  • Klimatische Bedingungen
    Der Energieverbrauch einer Wohnung bzw. eines Gebäudes hängt "natürlich" von der Witterung ab. Er ist in einem kalten Winter höher, als bei milden, winterlichen Temperaturen. Daneben hat aber auch die Besonnung und die Windbelastung der Fassaden Einfluss auf den Heizenergieverbrauch.
      
  • Kompaktheit des Gebäudes
    Ein verspieltes Schlößchen mit vielen Erkern, Vor- und Rücksprüngen und einer abwechslungsreichen "Dachlandschaft" wird wesentlich mehr Energie verbrauchen, als ein kompakt gebautes Haus gleicher Größe. Entscheidend ist die Größe der wärmeübertragenden Außenflächen (Außenwände, Kellerdecken, Dächer und Fensterflächen) im Verhältnis zum beheizten Gebäudevolumen.
      
  • Lage der Wohnung im Gebäude
    Auch bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hängt der Heizenergieverbrauch vom Anteil der wärmeübertragenden Außenflächen ab. Deshalb haben Eckwohnungen im Erd- und Dachgeschoss in der Regel wesentlich höhere Heizkosten als Wohnungen im Inneren des Gebäudes mit vielen Wänden, Decken und Fußböden zu beheizten Nachbarwohnungen.
     
  • Alter und Zustand der Heizungsanlage
    Moderne Heizungsanlagen arbeiten sehr viel sparsamer als veraltete Anlagen. Dabei sind die Kesselkonstruktion, die Brennertechnik und die Dämmung der Rohrleitungen ebenso entscheidend wie die Form der Warmwasserbereitung. Der Energieverbrauch eines Gebäudes kann durch den Einbau einer modernen Heizungsanlage um ca. 30%-40% gesenkt werden. Daneben spart eine regelmäßige, fachgerechte Wartung der Anlagen Heizenergie und damit bares Geld.
      
  • Wärmedämmstandard des Gebäudes
    Ein durchschnittlich gedämmter Neubau verbraucht die Hälfte bis ein Drittel eines vergleichbaren Gebäudes aus den 60er Jahren. Wird dieser Altbau nachträglich gedämmt und die Heizung modernisiert, können die Energiekosten um bis zu 70% reduziert werden.
     
  • Nutzerverhalten
    Während die oben genannten Faktoren oftmals nicht direkt durch die Mieter zu beeinflussen sind, liegt es ganz in der Macht der Wohnungsnutzer, durch bewusstes Heizen und Lüften den Energieverbrauch entscheidend zu senken. Wie einfach es ist, "Energie clever zu nutzen", wird auf den nachfolgenden Seiten erläutert.

Heizkostenabrechnung richtig lesen!

Taschenrechner

© Gina Sanders, fotolia.com

Rechnungen vom Energieversorger oder Vermieter sind nicht immer auf Anhieb selbsterklärend. Viele Zahlen und physikalische Einheiten stehen dicht gedrängt nebeneinander. Wird der zu zahlende Betrag endlich erkannt und stimmt er in etwa mit dem Rechnungsbetrag des Vorjahres überein, wird er in der Regel von den meisten Mietern ohne weitere Rückfragen beim Vermieter beglichen. Bei dieser verbreiteten Art der "Rechnungsprüfung " bleiben viele Fragen offen.

Wir möchten Ihnen dabei helfen, Ihre Verbrauchsabrechnung besser zu verstehen und gegebenenfalls auf Plausibilität zu prüfen.


Die Heizkostenabrechnung

In der Heizkostenverordnung ist u.a. geregelt, wie die Heiz -und Warmwasserkosten auf die einzelnen Mietparteien zu verteilen sind. 

Der Anteil der Grundkosten, der die Kosten für die Wärmebereitstellung und für die Leitungsverluste berücksichtigt, kann wahlweise zwischen 30 und 50%festgelegt werden. Da diese Kosten unabhängig vom individuellen Verbrauch entstehen, erfolgt ihre Verteilung in der Regel analog zu den Grundflächen der Wohnungen. Dieser Kostenfaktor kann durch das individuelle Heizverhalten nicht beeinflusst werden.
 
Den restlichen Prozentanteil, also 50 bis 70 % der angefallenen Kosten, bilden die Verbrauchskosten. Deren Höhe wird in der Regel durch Ablesung der Verbrauchsmessgeräte erfasst. Diesen Kostenanteil können die Wohnungsmieter durch ihr Nutzerverhalten beeinflußen.
 
Welche Kosten können auf die Nutzer umgelegt werden?
 

Umlagefähig beim Betrieb einer zentralen Heizungsanlage einschl. der Abgasanlage sind gemäß § 7 Heizkostenverordnung folgende Kosten:

  • Lieferung und Verbrauch von Brennstoffen
  • Betriebsstrom
  • Bedienung, Überwachung und Pflege der Anlage
  • Regelmäßige Prüfung der Betriebsbereitschaft und -sicherheit einschl. der Einstellung durch einen Fachmann
  • Reinigung der Anlage und des Betriebsraumes
  • Messungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz
  • Anmietung oder Nutzung anderer Arten der Gebrauchsüberlassung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung
  • Verwendung einer Ausstattung zur Verbrauchserfassung einschl. der Berechnung und Aufteilung

Weitere umlagefähige Betriebskosten können in den Mietverträgen festgelegt sein.

Erfassungssysteme zur Heizkostenverteilung

Verdunster

© Kzenon, fotolia.com

Die stillen Aufpasser
  

Wärmemengenzähler messen den tatsächlichen Energieverbrauch. Der Verbrauch wird in der physikalischen Einheit kWh (Kilowattstunden) angezeigt und kann problemlos durch den Vermieter oder Hauswart abgelesen werden.

Warmwasserzähler dienen zur Erfassung des Warmwasserverbrauchs (Einheit: m³). Die Geräte müssen regelmäßig geeicht werden (Kaltwasserzähler i.d.R. alle 6 Jahre, Warmwasserzähler i.d.R. alle 5 Jahre).

Heizkostenverteiler kommen bei der Ermittlung des individuellen Heizkostenanteils im Mietshaus am häufigsten zum Einsatz. Sie werden an jeden Heizkörper montiert und liefern ein gültiges Vergleichsmass für den Energieverbrauch. Bei Heizkostenverteilern die nach dem Verdunstungsprinzip funktionieren, verdunstet in Abhängkgkeit von der Heizkörpertemperatur eine Meßflüssigkeit. Elektronische Heizkostenverteiler messen über elektronische Temperaturfühler die Raumtemperatur bzw. die Heizkörper-Mitteltemperatur.

Übrigens:
Sämtliche Heizkörper innerhalb der Wohnungen müssen mit gleichartigen Erfassungsgeräten ausgestattet sein. Erfassungssysteme zur Heizkostenverteilung müssen grundsätzlich alle 5 Jahre geeicht werden.

Anleitung zur Verbrauchsbewertung Ihrer Heizung

Ermittlung des Energiekennwerts Ihrer Wohnung

Verbrauchsbewertung

© Digitalpress, fotolia.com

Der Energiekennwert einer Wohnung (in kWh/m² pro Jahr) lässt sich in der Regel mit Hilfe einer aktuellen Heizkostenabrechnung in wenigen Schritten ermitteln. Mit diesem Kennwert ist es möglich den Heizenergieverbrauch verschiedener Wohnungen miteinander zu vergleichen.

Schritt 1: Ermittlung des Heizenergieverbrauchs des Gebäudes
 
Zunächst wird vom Jahresbrennstoffverbrauch des Hauses (im Beispiel: 12.000 Liter Heizöl) die Energiemenge abgezogen, die für die Warmwasserbereitung benötigt wird. Im Beispiel sind dies 2.250 Liter Heizöl. Sollte Ihre Heizkostenabrechnung hierzu keine Angaben enthalten, kann der Verbrauchsanteil für die Warmwasserbereitung abgeschätzt werden. Im Normalfall sind dies ca. 20% des Jahresbrennstoffverbrauchs .

 12.000 Liter - 2.250 Liter =  9.750 Liter Heizöl pro Jahr  
 (Jährlicher Brennstoffverbrauch des Gebäudes)   

Schritt 2: Ermittlung des Verbrauchsanteils Ihrer Wohnung
 
Als nächstes müssen Sie den Anteil der Abrechnungseinheiten Ihrer Wohnung an den Verbrauchseinheiten des gesamten Gebäudes ermitteln.  

 792,50 (eigene Abrechnungseinheiten)   /   17.949,58 (Verbrauchseinheiten des ges. Gebäudes)  =  0,044 
 (4,4% Eigenanteil an den Abrechnungseinheiten des Gebäudes)

Mit einem einfachen Dreisatz können Sie jetzt den jährlichen Heizenergieverbrauch Ihrer Wohnung ermitteln.

 9.750 Liter  x  0,044  =  429 Liter Heizöl
(Jährlicher Heizenergieverbrauch Ihrer Wohnung)

Schritt 3: Ermittlung des Energiekennwerts Ihrer Wohnung
 
Als letzter Schritt erfolgt die Umrechnung von Liter Heizöl/ Jahr in die Einheit Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) und die Umrechnung des Verbrauchs in die Einheit kWh/m²a. (Der Heizwert von 1 l Heizöl bzw. 1m3 Erdgas liegt bei ca. 10 kWh.)

 429 Liter Heizöl/Jahr  <=>   4.290 kWh/Jahr
(Jährlicher Heizenergieverbrauch Ihrer Wohnung in kWh)

In unserem Beispiel beträgt die Wohnfläche 60 m² 

4.290 kWh pro Jahr  /  60 m² =  71,5 kWh/m² pro Jahr
Energiekennwert-Heizung der Wohnung

Schritt 4: Bewertung des Energiekennwerts Ihrer Wohnung 

kWh/m2 pro Jahr    40        80        120        160       200        240        280
Energiestandard     sehr gut    gut   durchschnittlich   schlecht   sehr schlecht   

Zur Ermittlung und Bewertung des Energiekennwertes von Wohngebäuden können Sie auch einen der beiden nachfolgenden Heizenergie-Checks nutzen. Dabei können Unterschiede in den Berechnungsverfahren zu geringfügigen Abweichungen bei den Ergebnissen führen.

Herr Dirk Mobers
Leiter Beratung und Netzwerk Wärme/Gebäude
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455263
mobers@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.