Energieeffizienz

Werkzeuge und Formen, Wellen und Zahnräder werden in Härte- und Nitrieröfen behandelt. 
Foto: Ferrum Edelstahlhärtere Gmbh

Projekt des Monats: Edelstahlhärterei profitiert von flexiblem Stromeinkauf

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Information

Energieeffizienz in Tischlereien

In einer Tischlerei verursachen die Energiekosten ungefähr 1,5 Prozent des Jahresumsatzes. Im Rahmen von Energieeffizienzmaßnahmen kann eine Tischlerei ihren Strombedarf um 15 Prozent und ihren Wärmeeinsatz sogar um 25 Prozent reduzieren (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014).

Energieverbraucher

Der Hauptenergieträger in Tischlereien ist Biomasse (auch in Form von Restholz). Nur rund ein Viertel der Energie wird in Form von elektrischer Energie verwendet (vgl. Abbildung 1). Hauptenergieverbraucher ist mit großem Abstand die Heizung. Weitere Verbraucher sind Produktionsmaschinen, Lüftungs- und Absauganlagen sowie Druckluft und Beleuchtung (Bundesinnung der Tischler 2012).

Abbildung 1: Energieträger und -kosten in Tischlereien
Grafik: EnergieAgentur.NRW nach (Offel 2016)
Abbildung 1: Energieträger und -kosten in Tischlereien
Grafik: EnergieAgentur.NRW nach (Offel 2016)
Die Kosten für elektrische Energie sind deutlich höher als die für fossile Energieträger, so dass die Stromkosten trotz des 25-prozentigen Anteils 75 Prozent der Gesamtkosten verursachen (Bundesinnung der Tischler 2012). Die folgende Tabelle zeigt, welche Relevanz die einzelnen Verbrauchergruppen in Tischlereien bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen haben sollten (Offel 2016).

Bereich Energieeinsparrelevanz
in Tischlereien
Heizung sehr hoch
Beleuchtung sehr hoch
Druckluft sehr hoch
Elektrische Antriebe mittel
Lüftung, Gebläse mittel
Büro mittel
Pumpen mittel
Warmwasser mittel

Tabelle 1: Einsparrelevanz der Bereiche

Prozesse und Energieeinsparmöglichkeiten

Heizung
Da die Bereitstellung von Raumwärme der größte Energieverbraucher ist, sind auch hier die größten Potenziale zu finden. Die Optimierung der Gebäudehülle kann den Bedarf um bis zu 40 Prozent senken, beispielsweise empfiehlt sich je nach Einzelfall, Undichtigkeiten zu beseitigen, schnell schließende Tore zu installieren und eine Wärmedämmung anzubringen. Auch an der Heizungsanlage selbst ist eine Reduzierung von bis zu 15 Prozent zu erreichen (Bundesinnung der Tischler 2012). Zur Optimierung der Heizungsanlage gibt diese Broschüre weitere Informationen.

Späneabsauganlagen
Die Späneabsauganlagen sind zur Abfuhr der Späne direkt am Arbeitsplatz aber auch in der Umgebung installiert. Sie sorgen für die Einhaltung der Staubgrenzwerte an Arbeitsplätzen. Häufig sind diese Anlagen nicht bedarfsgerecht geplant und haben dadurch einen schlechten Wirkungsgrad. Durch eine optimierte Steuerung und richtige Dimensionierung kann der Strombedarf um ca. 15 Prozent gesenkt werden (Bundesinnung der Tischler 2012).

Querschnittstechnologien
Auch Effizienzmaßnahmen in den Querschnittstechnologien reduzieren den Verbrauch um bis zu 20 Prozent. Durch eine Verbesserung der Lüftungsanlage in der Lackiererei, einer Optimierung der Druckluft, die zum Betrieb von Werkzeugen dient, oder den Einsatz einer effizienten Beleuchtung sinkt der Energiebedarf (Bundesinnung der Tischler 2012). In den Broschüren Druckluft und Beleuchtung sind die Potenziale dieser Querschnittstechnologien genauer beschrieben.

Kennzahlen

Kennzahl Gut Mittel Schlecht
Strom pro
Betriebsfläche
5–10 kWh/m² 11–20 kWh/m² > 20 kWh/m²
Wärme pro
Betriebsfläche
50–100 kWh/m² 101–300 kWh/m² > 300 kWh/m²

Tabelle 2: Energiekennzahlen in der Tischlerei (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014)

(Die in der Tabelle angegeben Daten basieren auf Ergebnissen von Studien und Veröffentlichungen, die zum Teil schon einige Jahre alt sind. Sie stellen dennoch für die Einordnung des eigenen Betriebes eine gute Basis dar, zumal Maschinen mit höherer Energieeffizienz nur langsam den Markt durchdringen.)

Bundesinnung der Tischler. Energiekennzahlen, Einsparungspotential und Tipps für Tischler. Wien, 2012.

Energieinstitut der Wirtschaft GmbH. Energieeffiziente Tischlerei. Wien, 2014.

—. KMU-Initiative zur Energieeffizienzsteigerung Begleitstudie: Kennwerte zur Energieeffizienz in KMU. Wien, 2010.

Offel, Tobias. energieeffizienz-im-betrieb.net. 2016. www.energieeffizienz-im-betrieb.net/energiekosten-unternehmen.html (Zugriff am 15. August 2016).

Bernd Geschermann
Leiter Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0202 2455214
geschermann@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Christian Dahm
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
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0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Isabell Engel M. A.
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
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engel@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Gerald Orlik
Stv. Leiter Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
Wissensmanagement

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0202 2455233
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