Energieeffizienz

Werkzeuge und Formen, Wellen und Zahnräder werden in Härte- und Nitrieröfen behandelt. 
Foto: Ferrum Edelstahlhärtere Gmbh

Projekt des Monats: Edelstahlhärterei profitiert von flexiblem Stromeinkauf

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Information

Energieeffizienz in Kfz-Betrieben

Der Energieeinsatz in Kfz-Betrieben richtet sich nach den Tätigkeitsschwerpunkten. Unterschieden werden kann zwischen:

Je nach Schwerpunkt liegt der Energiekostenanteil zwischen 0,4 und 2,2 Prozent des Jahresumsatzes (Offel 2016). Im Schnitt kann ein Kfz-Betrieb 17 Prozent seiner Energiekosten durch Effizienzmaßnahmen einsparen (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (At) 2013).

Energieverbraucher

Der Energieeinsatz in Kfz-Betrieben beläuft sich im Durchschnitt auf rund 300 MWh. Davon werden in Betrieben mit Lackieranlagen 30 Prozent in Form von Strom verwendet, unter anderem für die Beleuchtung, Lackieranlagen und Druckluft und 70 Prozent als Wärme, überwiegend für die Beheizung der Räumlichkeiten (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Energiebedarf in Kfz-Betrieben mit Lackieranlagen
Grafik: EnergieAgentur.NRW nach (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014)
Abbildung 1: Energiebedarf in Kfz-Betrieben mit Lackieranlagen
Grafik: EnergieAgentur.NRW nach (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014)

Die Kosten für elektrische Energie sind deutlich höher als die für fossile Energieträger, sodass die Stromkosten trotz des geringeren Anteils 50 Prozent der Gesamtkosten verursachen (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014).

Prozesse und Energieeinsparmöglichkeiten

Raumwärme
Da ein Großteil der Energie in Kfz-Betrieben für die Beheizung der Räume verwendet wird, sollte hier besonders auf ungewollte Wärmeverluste geachtet werden. Bis zu 30 Prozent der Energie können durch die Minderung von Transmissionsverlusten gespart werden. Verluste entstehen durch große, lange Zeit geöffnete Tore und Fenster oder eine schlecht abgedichtete Gebäudehülle. Abhilfe schaffen schnell schließende Tore, Windfänge und die Wärmedämmung von Verteilleitungen und der Gebäudehülle (Handwerkskammer Hamburg, kein Datum). Die Trennung von Büro- und Werkstatträumen kann ebenfalls zur Minderung des Raumwärmebedarfs führen, da körperliche Arbeit eine geringere Umgebungstemperatur erfordert als Bürotätigkeiten. Wird die Temperatur nur um einen Grad abgesenkt, können sechs bis acht Prozent der Energie eingespart werden (Bayerisches Landesamt für Umwelt 2015).

Lackieranlage
Sofern ein Kfz-Betrieb über eine Lackieranlage verfügt, sind hier durch eine effiziente Betriebsweise bis zu zehn Prozent der Energie einzusparen. Zur Lackierung von Bauteilen sind vier Arbeitsschritte erforderlich:

  1. Vorbereitung der Flächen durch Reinigen, Abdecken, Schleifen und Feinspachteln
  2. Aufbringung von Lack in der Lackierkabine
  3. Trockenphase
  4. Finishing, also Ausbesserung von Lackierfehlern sowie Lackverunreinigungen mit abschließender Politur
  5. Für jeden der Arbeitsschritte ist eine Lüftungsanlage notwendig. Die in den ersten Schritten entstehenden Stäube und Farbaerosole müssen aus der Kabine abgesaugt werden. In der Trocknungsphase muss die Luft zusätzlich bis auf 60 Grad erwärmt werden, um eine optimale Trocknung zu gewährleisten. Der Energieeinsatz des Lackierprozesses lässt sich durch eine effizient betriebene Lüftungsanlage mit bedarfsgerechter Steuerung, drehzahlregulierten Lüftern, regelmäßig gewechselten Filtern und einer Wärmerückgewinnung der Trocknungsluft reduzieren. Durch eine räumliche Trennung von Lackierung und Trocknung kann der Prozess effizienter gestaltet werden, da dann während der Trocknungsphase kein ständiger Luftwechsel aufgrund von Aerosolen notwendig ist. Sind nur kleine Lackierarbeiten notwendig, können diese auch mit einer weniger energieintensiven Infrarottrocknung getrocknet werden (Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH) 2016).  

Querschnittstechnologien
Die Beleuchtung ist in Kfz-Werkstätten ein wesentlicher Energieverbraucher. Durch eine effiziente Beleuchtung lassen sich 35 Prozent der Energie einsparen. Mehr Informationen zum Thema Beleuchtung sind in der gleichnamigen Broschüre zu finden.

Gleiches gilt für die Druckluftbereitstellung. Druckluft wird sowohl für die Lackieranlagen als auch für Werkzeuge und Hebebühnen benötigt. Energieeinsparungen von ca. 15 Prozent sind hier durch Effizienzmaßnahmen wie bedarfsgerechte Einschaltung und kurze Leitungen möglich. Weitere Optimierungsmöglichkeiten sind in der Broschüre Druckluft festgehalten (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014).

Waschanlagen
Manche Kfz-Betriebe verfügen über Waschanlagen, um die Fahrzeuge zu reinigen. Dafür wird meist warmes Wasser verwendet. Um Energie einzusparen, kann die Vorwärmung des Wassers durch Abwärme zum Beispiel von den Druckluftkompressoren erfolgen (Handwerkskammer Hamburg, kein Datum).

Kennzahlen

Kennzahl
Werkstätten
ohne Lack
Gut Mittel Schlecht
Strom      
Verbrauch
pro Betriebsfläche
10–30 kWh/m² 31–85 kWh/m² > 85 kWh/m²
Verbrauch
pro Beschäftigten
400–2.500 kWh/MA 2.501–5.400 kWh/MA > 5.400 kWh/MA
Energie gesamt      
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsfläche
60–150 kWh/m² 151–310 kWh/m² > 310 kWh/m²
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsstunde
10–25 kWh/h 26–110 kWh/h > 110 kWh/h
Kennzahl
Werkstätten
mit Lack
Gut Mittel Schlecht
Strom      
Verbrauch
pro Betriebsfläche
30–55 kWh/m² 56–85 kWh/m² > 85 kWh/m²
Verbrauch
pro Beschäftigten
1.500–3.500 kWh/MA 3.501–5.500 kWh/MA > 5.500 kWh/MA
Energie gesamt      
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsfläche
95–160 kWh/m² 161v340 kWh/m² > 340 kWh/m²
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsstunde
20–60 kWh/h 61–160 kWh/h > 160 kWh/h
Kennzahl
Autohäuser
mit Lack
Gut Mittel Schlecht
Strom      
Verbrauch
pro Betriebsfläche
20–45 kWh/m² 46–80 kWh/m² > 80 kWh/m²
Verbrauch
pro Beschäftigten
1.100–3.100 kWh/MA 3.101v4.400 kWh/MA > 4.400 kWh/MA
Energie gesamt      
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsfläche
95–175 kWh/m² 176–275 kWh/m² > 275 kWh/m²
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsstunde
30–95 kWh/h 96–245 kWh/h > 245 kWh/h
Kennzahl
Autohäuser
ohne Lack
Gut Mittel Schlecht
Strom      
Verbrauch
pro Betriebsfläche
10–35 kWh/m² 36–75 kWh/m² > 75 kWh/m²
Verbrauch
pro Beschäftigten
400–2.600 kWh/MA 2.601–4.400 kWh/MA > 4.400 kWh/MA
Energie gesamt      
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsfläche
100–150 kWh/m² 151–230 kWh/m² > 230 kWh/m²
Gesamtenergieeinsatz
pro  Betriebsstunde
10–55 kWh/h 56–145 kWh/h > 145 kWh/h

Tabellen: Energiekennzahlen in Kfz-Betrieben (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH 2014)

(Die in der Tabelle angegeben Daten basieren auf Ergebnissen von Studien und Veröffentlichungen, die zum Teil schon einige Jahre alt sind. Sie stellen dennoch für die Einordnung des eigenen Betriebes eine gute Basis dar, zumal Maschinen mit höherer Energieeffizienz nur langsam den Markt durchdringen.)

Bayerisches Landesamt für Umwelt. Online- Branchenleitfäden - Umwelttipps für Ihren Betrieb Kfz-Werkstatt. Augsburg, 2015.

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (At). Auf der Überholspur zum energieeffizienten KFZ-Betrieb. Wien, 2013.

Energieinstitut der Wirtschaft GmbH. Energieeffizienter KFZ-Betrieb. Wien, 2014.

Handwerkskammer Hamburg. Die energieeffiziente Kfz-Werkstatt. Hamburg, kein Datum.

Offel, Tobias. energieeffizienz-im-betrieb.net. 2016. www.energieeffizienz-im-betrieb.net/energiekosten-unternehmen.html (Zugriff am 15. August 2016).

Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH). energieeffizienz-handwerk. 2016. www.energieeffizienz-handwerk.de/gewerke/243/Hauptverbraucher+und+Einsparpotentiale (Zugriff am 16. August 2016).

Stand: 08/2016

Bernd Geschermann
Leiter Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0202 2455214
geschermann@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Christian Dahm
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Isabell Engel M. A.
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
Wissensmanagement

EnergieAgentur.NRW
0202 24552794
engel@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Gerald Orlik
Stv. Leiter Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
Wissensmanagement

EnergieAgentur.NRW
0202 2455233
orlik@energieagentur.nrw
XING
LinkedIn

Dipl.-Ing. Heinz-Jürgen Schütz
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455232
schuetz@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Sandra Töller
Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0211 8664210
toeller@energieagentur.nrw
XING

Dipl.-Ing. Ina Twardowski
Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0202 2455245
twardowski@energieagentur.nrw
www.ea.nrw/energieeffizienz/unternehmen

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.