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Energiespar-Contracting:
Modell für kommunale Liegenschaften

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dena-Leitfaden Energiemanagement und Energiespar-Contracting in Kommunen

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Energiespar-Contracting Universitätsklinikum Bonn

Der erneuerte Lüftungskanal ist über dem Becken angebracht.
Foto: Stadt Korschenbroich

Projekt des Monats: Schwimmbad-Sanierung dank Contracting

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Information

Holzheizung für WS Quack + Fischer GmbH in Viersen

Holzheizung

Paletten spielen beim mittelständischen Druckereibetrieb und Kartonagenhersteller WS Quack + Fischer seit jeher eine tragende Rolle – nicht nur unter den Produkten, sondern jetzt auch bei der Energieversorgung!
  
Mit Unterstützung der Energieagentur NRW konnte im Jahr 2003 mit der Stadtwerke Düsseldorf AG ein Contracting-Partner gefunden werden, der den Betrieb für die nächsten zehn Jahre mit umweltfreundlicher Wärme versorgen wird. Das Projekt ist ein mustergültiges Beispiel, wie auch im Bereich der mittelständischen Wirtschaft Stoff- und Energiekreisläufe intelligent geschlossen werden können – die Ziele Kostenersparnis und Umweltschutz stehen hier einträchtig nebeneinander.

Contracting in Viersen

Einwegpaletten aus trockenem und unbehandeltem Nadelholz werden bei WS Quack + Fischer zum Transport von zu bedruckenden Kartonbögen verwendet. Die Paletten sind auf das jeweilige Maß der Bögen zugeschnitten und daher nicht wirtschaftlich wiederverwendbar. Durch ein Wärmeliefer-Contracting mit der Stadtwerke Düsseldorf AG ist es nun möglich, die Paletten zu verheizen und so den überwiegenden Wärmebedarf der Druckerei CO2-neutral zu decken – und das zur Hälfte der bisherigen Kosten.

Bisherige Situation

 

Der Betrieb mit rund 130 Mitarbeitern besteht aus einem Verwaltungs- und einem Produktionsbereich mit einer zu beheizenden Fläche von etwa 9.300 m2. Bei den massiv gebauten Gebäuden sind keine besonderen Wärmedämm-Maßnahmen vorhanden.

Hackschnitzel

WS Quack + Fischer stellen Umverpackungen aus Karton her, die vorwiegend für Lebensmittel Verwendung finden. Dabei werden die unbedruckten Kartonbögen auf Einwegpaletten angeliefert und im Werk in mehreren Verarbeitungsschritten gemäß den Kundenwünschen bedruckt, geklebt, gefaltet und abschließend an die Kunden ausgeliefert. Die bedruckten Bögen verbleiben auf den Einwegpaletten bis zum Zeitpunkt der Faltung und Klebung. Ab diesem Zeitpunkt werden die Einwegpaletten aus dem Produktionsablauf entfernt. Für die Entsorgung der Paletten fielen bislang entsprechende Kosten an.
   
Die Beheizung erfolgte bis dato über ein benachbartes Heizwerk mittels Dampfleitung und nachgeschalteten Dampf-Radiatorheizungen. Nach angekündigter Stilllegung der Dampfheizwerkes musste sich WS Quack + Fischer nun um eine neue Wärmeversorgung kümmern.   

Konzept

Holzheizung

Im Rahmen einer Initialberatung wurde von der Energieagentur NRW eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für verschiedene Heizsysteme durchgeführt. Daraufhin wurde durch den Betrieb eine Untersuchung in Auftrag gegeben, mit den Ziel, die thermische Nutzung der Einwegpaletten unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu überprüfen. Die Studie und die hieran anschließende Konzeption des Ingenieurbüros ETA-Plus kamen zu einem positiven Ergebnis.
   
Im weiteren Verlauf des Projektes entschied sich WS Quack + Fischer, die neue Holzheizung im Rahme eines Wärmeliefer-Contracting-Vertrages mit der Stadtwerke Düsseldorf AG errichten und über zehn Jahre betreiben zu lassen. Die Investitionen in Höhe von ca. 300.000 Euro wurden zu ca. 27 Prozent durch das Land NRW im Rahmen der Holzabsatzförderrichtlinie (Hafö) gefördert.

Anlagentechnik
  
Die Einwegpaletten werden in einer Shredder-Anlage zu Holzhackschnitzeln verarbeitet und dienen so als Brennstoff für die neue Wärmeversorgung. Es wurde ein Holzkessel mit 300 kW Heizleistung (Grundlast) und ein Gas-Brennwertkessel mit 300 kW (Spitzenlast) eingesetzt. Die Anlagen sind in einem mobilen Heizcontainer installiert. Ebenfalls mobil sind die übrigen Komponenten der Anlage wie Brennstoffsilo und Shredder-Anlage. Die gesamte Heizzentrale wird durch den Contractor rund um die Uhr fernüberwacht. Die Beschickung mit Paletten erfolgt durch Mitarbeiter des Betriebes.
   
Die Wärmeverteilung im Hallenbereich wurde durch WS Quack & Fischer auf eigene Kosten komplett neu installiert und erfolgt über Warmlufterhitzer und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Im Bürobereich konnte das vorhandene Heizwassernetz genutzt werden. Hier wurde zusätzlich noch eine
Wärmerückgewinnung aus der Drucklufterzeugung installiert.

Energiebilanz 

Holzhackschnitzel

Es fallen im Betrieb durchschnittlich etwa 22.500 Einwegpaletten pro Jahr an. Mit dem Energiegehalt dieser Paletten lassen sich etwa 70 Prozent des betrieblichen Wärmebedarfs unter Berücksichtigung weiterer Einsparpotentiale decken.
  
Hierzu werden die Paletten zu Hackschnitzeln verarbeitet und zwischengelagert. Die produzierten Hackschnitzel – etwa 225 t/a – ersetzen eine jährliche Brennstoffmenge von rund 900.000 kWh oder 900 hl Heizöl. Gegenüber einer reinen Erdgasversorgung werden CO2-Emissionen von über 200 t/a vermieden.
  
Der restliche Spitzenwärmebedarf wird auch weiterhin mit Erdgas gedeckt. In den bedarfsarmen Sommermonaten werden das Palettenholz bzw. die Hackschnitzel weitestgehend für den Winterbetrieb zwischengelagert.
 
Die Anlage der Stadtwerke Düsseldorf AG auf dem Gelände der WS Quack + Fischer GmbH konnte bereits nach einer sehr kurzen Bauzeit von nur drei Wochen im Oktober 2003 erfolgreich in Betrieb genommen werden. Die Jahreswärmekosten werden sich für WS Quack + Fischer durch das neue Heizsystem voraussichtlich halbieren.
  
Dieses gelungene Projektbeispiel kann auch anderen Gewerbebetrieben sicherlich als hervorragendes Beispiel für eine rationelle betriebliche Energieverwendung unter Nutzung des Betreiber- und Finanzierungsmodells Contracting zur Motivation und Nachahmung dienen.

Projektpartner:
 
Contractingnehmer:
WS Quack + Fischer GmbH
Lichtenberg 6, 41747 Viersen
Ansprechpartner:
Hermann-Josef Schmitz (GF)
Tel.: 02162 / 938-0
www.wsqf-verpackungen.de
 
Contractor:
Stadtwerke Düsseldorf AG
Höherweg 100
40233 Düsseldorf
Ansprechpartner:
Christoph Langel (Leiter Contracting)
Tel.: 0211 / 8214685
www.swd-ag.de
 
Untersuchung und Planung:
ETA-Plus Köthen GmbH
Weintraubenstraße 15
06366 Köthen
Ansprechpartner: Andreas Rauer
Tel.: 03496 / 212314
 
Fördernde Stelle:
Forstamt Mönchengladbach
Louise-Gueury-Str. 410
41169 Mönchengladbach
Tel. 02161 / 9200-0
 
Ansprechpartner:
Oberforstrat Michael Wießner, Dw -31
 
Beratung:
Energieagentur NRW
Ansprechpartner: Stefan Leuchten
Tel. 0221 / 86642-285

Dipl.-Ing. Christian Tögel
Leiter Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455234
toegel@energieagentur.nrw

Dominic Hornung B. Sc.
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0211 86642390
hornung@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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