In Nordrhein-Westfalen (NRW) wird mehr Energie umgewandelt und genutzt als in jedem anderen Bundesland. Aus der langen Tradition der Nutzung natürlicher Ressourcen ist in NRW eine breite energietechnologische Kompetenz gewachsen. Hier findet sich ein dichtes Netz von Forschungseinrichtungen ebenso wie eine Vielzahl von Unternehmen, die innovative Energieprodukte und -dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung der regenerativen Energien anbieten. NRW ist für viele zukunftsorientierte Unternehmen der ideale Standort – von der Energierohstoffgewinnung bis zum Endenergienutzer. Um seine Spitzenposition auszubauen sowie seine energiepolitischen Ziele (Klimaschutz, Ressourcenschonung, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit) zu erreichen, verfügt das Land mit der EnergieAgentur.NRW über ein Instrument mit vielfältigen Kompetenzen. (www.energieagentur.nrw)
Die EnergieAgentur.NRW managt die Cluster „EnergieRegion.NRW“ (www.energieregion.nrw.de) und EnergieForschung.NRW „CEF.NRW“ (www.cef.nrw.de)
Allgemeine Förderung: In der Landesförderung progres.nrw Markteinführung wurden seit Bestehen des Programms bis Ende 2018 mehr als 106.000 Einzelvorhaben mit mehr als 865 Millionen EUR aus Mitteln des Landes und der EU unterstützt. Im Programm progres.nrw Emissionsarme Mobilität wurden im Jahre 2018 in Summe 2.291 Maßnahmen mit ca. 11 Mio. EUR bewilligt. Diese teilen sich wie folgt auf: 1.915 Ladeinfrastrukturen; 122 Elektrofahrzeuge; 254 Elektro-Lastenfahrräder (www.progres.nrw.de)
Anteil am deutschen Strom- und Primärenergieverbrauch: Rund 38 Prozent des Bruttostromverbrauchs und damit rund 14 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs in Deutschland stammten 2018 aus erneuerbaren Energien. (NRW in 2016: Rund 11 Prozent EE-Anteil am Stromverbrauch und rund 4 Prozent EE-Anteil am Primärenergieverbrauch). An erster Stelle bei der bundesweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in 2018 liegt die Windenergie, auf die über 17 Prozent der Bruttostromerzeugung in Deutschland entfallen. Dann folgen die Biomasse mit rund 7 Prozent, die Photovoltaik mit 7 Prozent und die Wasserkraft mit 3 Prozent. Damit sind die erneuerbaren Energien erneut bundesweit der wichtigste Stromerzeuger. Danach folgten in 2018: Braunkohle mit etwa 23 Prozent, die Steinkohle mit 13 Prozent, Erdgas mit 13 Prozent und die Kernenergie mit 12 Prozent.
Gesamtprimärenergieverbrauch in Deutschland in 2018 (Strom, Wärme, Mobilität) liegt Mineralöl bei 34 Prozent, Erdgas bei 24 Prozent, die erneuerbaren Energien bei 14 Prozent, Steinkohle bei 10 Prozent, Braunkohle bei 12 Prozent und die Kernenergie bei 6 Prozent. (www.ag-energiebilanzen.de; www.bmwi.de; www.erneuerbare-energien.de
Arbeitsplätze: Bundesweit wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Jahr 2017 mit erneuerbaren Energien etwa 16 Milliarden Euro wirtschaftliche Impulse aus dem Betrieb der EE-Anlagen erzielt. Es wurden rund 16 Milliarden Euro investiert und etwa 340.000 Arbeitsplätze gesichert (davon rund 210.000 durch Investitionen und Export sowie 60.000 bei Betrieb und Wartung und 60.000 durch Bereitstellung von Brenn- und Kraftstoffen. Etwa 8.000 Arbeitsplätze werden in der Ministeriums-Statistik der öffentlich geförderten Forschung und Verwaltung zugerechnet.) In mehr als 4.500 Firmen in NRW waren 2017 rund 44.000 Beschäftigte im Bereich erneuerbarer Energien tätig. (www.foederal-erneuerbar.de; www.wirtschaft.nrw.de; www.bmwi.de; www.bmub.bund.de; www.lee-nrw.de)
Bergbauwirtschaft: Das von der EnergieAgentur.NRW organisierte und über 650 Mitglieder starke Netzwerk „Bergbauwirtschaft“ fokussiert sich auf die Bergbauzulieferindustrie und Rohstoffsicherung. Getragen vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium stärkt es NRW-Unternehmen bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder und internationaler Märkte. Des Weiteren gilt es, Vertriebserfolge durch den Einsatz marktgerechter Technologien zu fördern und andere Marktsegmente aus einer neutralen Position heraus erschließen zu helfen. Neben den erfolgreichen Auslandsaktivitäten wurde unter anderem die Arbeitsgruppe zum Thema „Prozesse und Allianzen“ gegründet sowie die bereits bestehende Arbeitsgruppe Grubengas in das Netzwerk Bergbauwirtschaft integriert. Weitere wichtige Themen sind Aus- und Weiterbildung, Arbeits- und Umweltschutz sowie Nachfolgebergbau. Das Netzwerk kooperiert eng mit bestehenden Verbänden und Institutionen wie beispielsweise dem VDMA Mining, der Fachvereinigung Auslandsbergbau, der deutschen Rohstoffagentur sowie den deutschen Auslandshandelskammern. Darüber hinaus besteht ein stetiger Austausch mit Universitäten wie der RWTH Aachen und der TH Agricola Bochum. (www.energieagentur.nrw/bergbau)
Brennstoffzelle, Wasserstoff und Elektromobilität: Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik sowie die batterieelektrische Mobilität gelten als wichtige Schlüsseltechnik in allen Bereichen des Energie- und Verkehrssystems. Im Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich über 480 zum großen Teil mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen und über 130 Projektpartner aus der Modellregion Elektromobilität NRW zusammengeschlossen. Das Netzwerk unterstützt diese Technologie und die Initiierung und fachliche Begleitung von Kooperationsprojekten, u.a. aktuell den Wettbewerb „Modellkommune /-region Wasserstoffmobilität NRW“. Bislang wurden vom Land und der EU (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – EFRE) knapp 150 Millionen Euro für über 130 Projekte in der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden weitere Projekte in NRW mit Bundesmitteln über das Nationale Innovationsprogramm (NIP) und das europäische Programm FCH JU im Rahmen von Horizon 2020 inhaltlich begleitet. Das Themenspektrum der Projekte reicht von der Entwicklung einzelner Systemkomponenten wie Verdichter und Sensoren bis hin zu Entwicklungen und Erprobungen komplexer Produkte wie zum Beispiel Busse oder Tankstellen.
Im Bereich der batterieelektrischen Mobilität wurden basierend auf Programmen des Bundesverkehrsministeriums seit 2009 rund 110 Projekte in knapp 60 Städten mit einem Fördervolumen rund 80 Millionen Euro gestartet und fachlich begleitet. Die Themenbereiche Integration erneuerbarer Energien in den Verkehrssektor, der Einsatz von Elektrofahrzeugen in gewerblichen und kommunalen Flotten oder auch die Entwicklung von Geschäftsmodellen werden unterstützt. In diesen Projekten wurden bisher in NRW ca. 1.200 Fahrzeuge und ca. 1.800 Ladepunkte durch das Bundesverkehrsministerium gefördert.
ElektroMobilität NRW“ ist eine Dachmarke des NRW-Wirtschaftsministeriums. Unter dieser Marke werden alle Elektromobilitäts-Aktivitäten des Landes gebündelt. Dort arbeiten das Kompetenzzentrum ElektroMobilität NRW und die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des NRW- Wirtschaftsministeriums an der Fortentwicklung der Elektromobilität im Land NRW – gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Im Zuge der Energiewende wird Wasserstoff eine zunehmend wichtige Rolle als Speichermedium in der künftigen Energieversorgung spielen (Stichwort „Power-to-Gas“). Der gespeicherte Wasserstoff kann mittels Brennstoffzellen u. a. hocheffizient rückverstromt, als Eingangsstoff in der Industrie oder als „heimischer Kraftstoff“ in Brennstoffzellenfahrzeugen für eine emissionsfreie Mobilität genutzt werden. Dazu werden in NRW die neun bestehenden H2-Tankstellen in 2019 um weitere neun (zzgl. drei in Busdepots) ergänzt und der wachsenden Zahl von Pkw und Busflotten im ÖPNV zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus können stationäre Brennstoffzellenanwendungen zum Beispiel in Heizungskellern zur Kraft-Wärme-Kopplung (in Deutschland über 5.000) oder zur unterbrechungsfreien oder netzfernen autarken Stromversorgung, unter anderem von Mobilfunkmasten, eingesetzt werden. Investitionen in ein KWK-System mit Brennstoffzellen können attraktiv gefördert werden. (www.energieagentur.nrw/netzwerk/brennstoffzelle-wasserstoff-elektromobilitaet)
Energie-Erstberatung: Im Jahr 2018 führten die Ingenieure der EnergieAgentur.NRW landesweit mehr als 450 Beratungen für Unternehmen und Kommunen durch.
Kommunen: 99 NRW-Kommunen bzw. Kreise nehmen am Energiemanagement-Verfahren „European Energy Award“ teil, darüber hinaus nutzen 349 Kommunen das CO2-Bilanzierungstool.
Im Jahr 2018 konnten nach vorangegangenen Erstberatungen der EA.NRW gleich drei besondere Energiespar-Contracting-Projekte in NRW mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 19,4 Millionen Euro und jährlichen Energiekosteneinsparungen von 4,7 Millionen Euro in die Hauptleistungsphase starten. Zum Thema Energiespar-Contracting erfolgte ein für Kommunen ausgerichtetes Intensivseminar in Kooperation mit der Deutschen Energie-Agentur (dena). Das Tool Energiespar.Contracting (www.energieagentur.nrw/tool/contracting) bietet eine schnelle Einschätzung, ob diese Form der Energiedienstleitung eine geeignete Option ist.
Unternehmen: Für die Branchen Garten- und Landschaftsbau und für den Bio-Lebensmittel-Einzelhandel wurden unter der Rubrik „Branchenkompass“ Arbeitshilfen veröffentlicht, die auf spezifische Gegebenheiten in Sachen Energie eingehen.
Für weitere 18 Branchen von Friseurbetrieben über Rechenzentren bis zur Holzbearbeitung gibt es so genannte Brancheninfos, die die gängigen Energie-Einsparmöglichkeiten für die jeweilige Branche aufzeigen.
Für ein systematisches Energiemanagement im Betrieb gibt es hilfreiche Software - und den aktualisierten EMS.Marktspiegel, der die Auswahl des passenden Programms erleichtert. (www.energieagentur.nrw/energieeffizienz/unternehmen/ems.marktspiegel) Eine erste Einschätzung des Energieverbrauchs im eigenen Unternehmen im Vergleich zum Branchendurchschnitt liefert der Kurz-Energiecheck.(www.energieagentur.nrw/energieeffizienz/unternehmen/kurzenergiecheck) Zudem wurden 2.888 Gebäude-Checks durch Handwerker sowie 12 ausführliche Beratungen durch Ingenieure und Architekten in Ein- oder Zweifamilienhäusern durchgeführt. Im Schnitt löste ein Gebäude-Check Energie eine Investition von 7.500 Euro und die durchgeführten Solar-Checks eine Investition von 5.700 Euro aus, so dass allein mit diesen Instrumenten im Jahr 2018 Investitionen von über 26 Millionen Euro im Bereich der energetischen Gebäudemodernisierung initiiert wurden. Seit Bestehen der Aktionen wurden durch etwa 71.000 Checks Investitionen von über 463 Millionen Euro ausgelöst. (www.energieagentur.nrw/foerderung)
Energetische Gebäudesanierung: Energieeffiziente Gebäude sind zukunftsweisend. Von Jahresbeginn 2006 bis September 2018 wurden landesweit etwa 142.000 Kreditanträge mit einem Volumen von ca. 10 Milliarden Euro von der KfW zur Finanzierung der energetischen Gebäudesanierung genehmigt. Damit konnten mehr als 480.000 Wohneinheiten in NRW saniert werden. Im gleichen Zeitraum wurden knapp 165.000 Anträge auf Zuschuss zu einer energetischen Gebäudesanierung mit einem Finanzvolumen von über 300 Millionen Euro gestellt. In etwa 340.000 Wohneinheiten in NRW konnten so energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. (www.energieagentur.nrw/modernisierung)
ALTBAUNEU: Die ist eine gemeinsame Initiative von Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt die teilnehmenden Gebietskörperschaften bei der Beratung ihrer Bürger und Gebäudeeigentümer zur sinnvollen Umsetzung von Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung. Am Projekt ALTBAUNEU beteiligen sich acht Landkreise und achtzehn kreisfreie Städte und Kommunen. Diese repräsentieren mehr als 45 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung. Die Initiative wird zentral von der EnergieAgentur.NRW koordiniert, von der Verbraucherzentrale NRW und dem Handwerk in NRW unterstützt und lokal in den teilnehmenden Gebietskörperschaften umgesetzt. (www.alt-bau-neu.de)
Energiesparer NRW: Zwischen 2003 und 2018 wurden landesweit 3.332 Plaketten „Energiesparer NRW“ verliehen. Das NRW-Wirtschaftsministerium vergibt die Plakette für Gebäude, die auf vorbildliche Weise mit einem geringen Energieverbrauch auskommen oder regenerative Energien nutzen. Die EnergieAgentur.NRW koordiniert diese Aktion.
Energieatlas.NRW: Das Fachinformationssystem Energieatlas NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) ist eine landesweite Informationsplattform zum Bestand, zu den Ausbaumöglichkeiten und den Potenzialen der Erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen. Unter www.energieatlas.nrw.de nutzen seit 2012 täglich etwa 250 Nutzer Daten und Planungsgrundlagen der Landesregierung zu strom- und wärmeproduzierenden Anlagen. In unterschiedlichen thematischen Karten können Bürgerinnen und Bürger nach Potenzialflächen für neue EE-Anlagen recherchieren und direkt in die Planung einsteigen. So unterstützt die Planungskarte Wind durch das Hinzuklicken von Restriktions- und Tabuflächen die Flächensuche und erlaubt eine erste Ertragseinschätzung über einen Windertragsrechner. Im Wärmekataster können Wärmequellen und Wärmebedarfe nebeneinander gelegt und so der Ausbau der Wärmenetze geplant werden. Ganz neu ist außerdem seit November 2018 das erste landesweite Solardachkataster für NRW als weitere thematische Karte im Energieatlas NRW. (www.energieatlas.nrw.de, www.solarkataster.nrw.de)
Energie-Informationen: Das Quartals-Magazin „Innovation & Energie“ hat pro Ausgabe 26.000 Abonnenten und Leser, die englischsprachige Ausgabe hatte in 2018 eine Jahresauflage von 8.000 Exemplaren, die zum Beispiel im Rahmen der außenwirtschaftlichen Tätigkeiten der EnergieAgentur.NRW oder während der Weltklimakonferenz COP 24 im Dezember in Kattowitz eingesetzt wurden.
Der E-Mail Newsletter geht wöchentlich an über 15.000 Abonnenten. Zusätzlich gibt es themenspezifische Sonderausgaben des Newsletters. Die Familie der Internetseiten mit der Hauptseite www.energieagentur.nrw gehört zu den meistbesuchten Seiten im Energiebereich: In 2018 konnten die Websites der EnergieAgentur.NRW und diverser Themenportale 1,27 Millionen Seitenaufrufe und mehr als 350.000 Besucher mit über 520.000 Sitzungen verzeichnen. Die durchschnittliche Sitzungsdauer betrug 2, 25 Minuten.
Zu den Online-Medien der EnergieAgentur.NRW gehören zurzeit 28 Online-Tools. Das beliebteste Online-Tool war der PV.Rechner mit über 25.000.
Über die Website der EnergieAgentur.NRW wurden fast 220.000 Broschüren als PDF-Dateien heruntergeladen und fast 82.000 gedruckte Broschüren per Post versandt. Insgesamt stehen derzeit 273 verschiedene Publikationen zur Verfügung.
Über den Twitter-Account @EANRW liefert die EnergieAgentur.NRW an über 7.600 Follower täglich mehrere Tweets zum Thema. Insgesamt kamen im Jahr 2018 über 430 neue Follower dazu. Darunter befinden sich reichweitenstarke Multiplikatoren, die Tweets der EnergieAgentur.NRW oft weiterverbreiten. Die EnergieAgentur.NRW ist zudem auf Facebook mit einer eigenen Unternehmensseite mit 1.848 Followern vertreten und pflegt den Account „Klimaschutz – made in NRW“, der 793 Follower aufweist. Zusätzlich betreibt die EnergieAgentur.NRW den Account „EnergieJobs.NRW“. Auf Linkedin, Instagram und auch auf XING ist die EnergieAgentur.NRW mit einem Profil vertreten.
Die EA.TV-Filme des YouTube-Kanals der EnergieAgentur.NRW verzeichneten im Jahr 2018 415.547 Aufrufe. Zwölf neue Filme und ein Animationsvideo wurden erstellt, insgesamt informieren nun 158 Filme zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz in NRW. (www.energieagentur.nrw)
Netzwerk „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“: Das energieeffiziente Bauen und Sanieren von Gebäuden nimmt eine wichtige Rolle ein, da ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland für die Raumwärme und Warmwassererzeugung in Gebäuden benötigt wird.
Das Netzwerk „Energieeffizientes und solares Bauen“ verfolgt einen projektorientierten Ansatz, der in erster Linie eine Initiierung und Verbreitung von Best-Practice-Vorhaben vorsieht.
Mit dem Ziel, Klimaschutzmaßnahmen nicht nur in der Gebäudeplanung, sondern auch auf städtebaulicher Ebene zu verwirklichen, wurde im Rahmen der Netzwerkarbeit das Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ entwickelt. In den Klimaschutzsiedlungen werden die wärmebedingten CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen (Neubau und Bestandssanierungen) und somit auch die Energiekosten konsequent reduziert. Die EnergieAgentur.NRW koordiniert dieses vorbildliche Projekt, dass erstmals CO2-Grenzen und ein dazugehöriges Nachweisverfahren für Gebäude einführt hat.
Insgesamt haben 87 Projekte nach erfolgter Prüfung durch eine Expertenkommission den Status „Klimaschutzsiedlung NRW“ erhalten. In den 38 bereits fertiggestellten Siedlungen wohnen 6.000 Menschen und zeigen, dass mit konsequenter und nachhaltiger Planung anspruchsvolle Projekte des energieeffizienten Bauens bzw. Sanierens umsetzbar sind. (www.energieagentur.nrw/klimaschutzsiedlungen)
Im Netzwerk erfolgt der Innovationstransfer und die Informationsvermittlung unter anderem über die Netzwerktreffen auf denen innovative Technologien und konkrete Projektergebnisse vorgestellt und der Erfahrungsaustausch zwischen den Multiplikatoren des Gebäudesektors unterstützt wird.
Der bisherige Schwerpunkt des Netzwerks lag im Bereich des Wohnungsbaus. Zukünftig werden Nichtwohngebäude im Netzwerk stärker thematisiert, um weitere Potentiale zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu erschließen. (www.energieagentur.nrw/netzwerk/energieeffizientes-und-solares-bauen)
Energieforschung: Im Bereich der Energieforschung ist Nordrhein-Westfalen führend – auch im Vergleich mit anderen Bundesländern. An mehr als 30 renommierten Hochschulen, rund 20 außeruniversitären Spitzenforschungsinstituten und in den Forschungsabteilungen zahlreicher Unternehmen wird in Nordrhein-Westfalen an den zentralen Fragen von Energie und Klima gearbeitet. Aber die Komplexität der Herausforderungen in Sachen Energiewende und Klimaschutz macht es notwendig, die vorhandenen Kompetenzen zu bündeln. Hier setzt die Arbeit des Clusters EnergieForschung.NRW (CEF.NRW) an.
Der Cluster vernetzt die Akteure im Energieforschungsbereich über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Er zielt darauf ab, dass technologische und sozioökonomische Erkenntnisfortschritte schneller als bisher ihren Weg in die Anwendung finden. Dazu initiiert der Cluster Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der koordinierten Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Zudem fungiert CEF.NRW als Bindeglied zu den energiebezogenen Aktivitäten auf Seiten der EU und des Bundes sowie zu gesellschaftlichen Initiativen.
Gemanaged von der EnergieAgentur.NRW ist CEF.NRW der Ansprechpartner zu allen Fragen der Energieforschung in Nordrhein-Westfalen. (www.cef.nrw.de)
Energiewirtschaft: Das Netzwerk der EnergieAgentur.NRW „Energiewirtschaft – Smart Energy“ fördert nordrhein-westfälische Unternehmen aus der Energiewirtschaft bei der Entwicklung, Umsetzung und dem Ausbau von neuen Geschäftsmodellen mit dem Fokus auf Innovationen und Digitalisierung.
Die wichtigsten Zielgruppen des knapp 750 Mitglieder starken Netzwerkes sind Stadtwerke, Startups und andere Unternehmen der Energiewirtschaft in NRW. Das Netzwerk unterstützt seine Mitglieder durch Information, Begleitung und Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette dabei, Marktchancen zu erkennen und auszubauen. Es fördert durch einen intensiven Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen den Wissens- und Know-how Transfer zugunsten der Unternehmen, um Innovationspotentiale zu erkennen, voranzutreiben und erfolgreich umzusetzen.
Hauptaktivität des Netzwerks sind die Identifizierung und der Erfahrungs- und Wissenstransfer zu Geschäftsmodellinnovationen in den Themenschwerpunkten
- Interne Digitalisierung und Prozessoptimierung
- Innovationen und Startups
- Urbane Energielösungen
- Sektorenkopplung
- Flexibilität und Energiemanagementsysteme
(www.energieagentur.nrw/energiewirtschaft)
Erneuerbare Energien.NRW: In einem zunehmend von regenerativen Energien geprägten Stromsystem rücken technologieübergreifende Fragestellungen wie Akzeptanzthemen, die Weiternutzung von EE-Anlagen nach Auslaufen des EEG, Wirtschaftlichkeitsperspektiven unter veränderten Rahmenbedingungen oder auch Anforderungen an die Netzverträglichkeit von EE-Anlagen immer mehr in den Fokus. Um diesem Umstand gerecht zu werden, hat die EnergieAgentur.NRW das Projekt „Erneuerbare Energien.NRW“ etabliert.
Ziel des Projektes „Erneuerbare Energien.NRW“ ist, mit einem allgemeinen Informations- und Beratungsangebot den Ausbau der erneuerbaren Energien sozialverträglich zu gestalten sowie die Netz- und Systemdienlichkeit von EE-Anlagen zu fördern. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Unterstützung eines kombinierten Betriebs von EE-Anlagen mit Speichern zum Zwecke des Eigenverbrauchs. Im Projekt „Erneuerbare Energien.NRW“ der EnergieAgentur.NRW sind alle stromerzeugenden Erneuerbaren zusammengefasst. Neben den Einzeltechnologien Biomasse, Photovoltaik, Wasserkraft und Windenergie fallen darunter auch die Bereiche „Beteiligung und Planung“ sowie „Finanzierungs- und Geschäftsmodelle“.
Kurzinfos zu den einzelnen Themengebieten innerhalb des Projektes:
Beteiligung und Planung: Die Energiewende erfährt generell eine breite gesellschaftliche Zustimmung. Wenn ihre Auswirkungen jedoch vor Ort zum Beispiel in Form von Windenergie- und großen Photovoltaikanlagen an die Leben der Menschen heranrücken, stoßen diese Projekte auch auf Vorbehalte. Mit Transparenz und der Beteiligung an zentralen Planungsschritten kann diesen Bedenken begegnet werden. Hier unterstützt die EnergieAgentur.NRW zum einen mit Informationen zu Planungs- und Beteiligungsprozessen. Zum anderen werden durch Erstberatungen Impulse für einen konstruktiven Planungsprozess unter Einbindung der Bürger vor Ort gegeben.
Blog „ErneuerbareEnergien.NRW“: Der Blog der EnergieAgentur.NRW bietet gebündelte Fachinformationen zu den Erneuerbaren Energien mit aktuellen Neuigkeiten und Hintergrundwissen zur Planung und Umsetzung von Projekten. (www.energieagentur.nrw/blogs/erneuerbare)
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle: Die EnergieAgentur.NRW beschäftigt sich auch mit der Entwicklung und Verbreitung von Finanzierungsmöglichkeiten sowie Geschäftsmodellen bei Projekten der erneuerbaren Energien in NRW. Im Hinblick auf sich verändernde und auslaufende Fördermöglichkeiten für Erneuerbaren Energien, sind die Möglichkeiten der Eigenversorgung und der direkten Vermarktung von Strom über alternative Modelle wichtige Beratungsthemen, die verstärkt in den Fokus rücken. Das Stromvermarktung.Navi ermöglicht Betreibern einen Vergleich alternativer Nutzungs- oder Vermarktungsformen für KWK-Strom und Strom aus EE-Anlagen. Das Förder.Navi ist zudem ein gefragtes Online-Tool, in dem mit wenigen Klicks eine gute Übersicht über aktuelle Fördermöglichkeiten im Energiebereich geboten wird.
Die zur Unterstützung von Bürgerenergieakteuren ins Leben gerufene „Plattform Bürgerenergie & Energiegenossenschaften“ hat inzwischen rund 230 Mitglieder. Deren Zielgruppe umfasst die aktiven Akteure der Bürgerenergie rechtsformübergreifend und bedient auch Kreise, Kommen, Unternehmen und Verbände. Hierfür wurden der Bürgerenergie.Atlas als Projektsammlung mit über 320 Einträgen angelegt sowie vielfältige Angebote geschaffen. (www.energieagentur.nrw/finanzierung)
Biomasse: Im Sinne der Kaskadennutzung kommt der Biomasse zunächst als Stofflieferant eine zentrale Bedeutung zu. Zugleich fungiert die Biomasse als Energiequelle, mit deren Hilfe Strom, Wärme und Kraftstoffe bereitgestellt werden können, sie erweist sich so als Multitalent der Energiebranche. Im Bereich der landwirtschaftlichen Biogasanlagen waren in Nordrhein-Westfalen Mitte 2017 etwa 620 Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 300 Megawatt in Betrieb. In den verschiedenen Wertschöpfungsketten fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse entstehen in NRW innovative Projekte zur effizienteren Nutzung der Roh- und Reststoffe aus land-, forst- und abfallwirtschaftlichen Quellen. Im Internet informiert die EnergieAgentur.NRW u. a. mit dem BioenergieAtlas.NRW umfassend über Technologien, Ansprechpartner und Projekte im Biomassesektor. (www.energieagentur.nrw/bioenergie)
Photovoltaik: Die Nutzung der Photovoltaik ist eine wichtige Säule im Energiemix der Zukunft und zur Realisierung der Energiewende. In 2018 waren deutschlandweit ca. 1,71 Millionen Solarstrom-Anlagen mit einer Leistung von 45.929 Megawattpeak (MWp) installiert. Diese hatten mit rund 44 Milliarden kWh klimafreundlich erzeugtem Strom einen Anteil von rund 8,7 Prozent an der deutschen Stromerzeugung. Diese Menge reicht rechnerisch aus, um ca. 12,5 Millionen Haushalte ein Jahr lang mit elektrischer Energie zu versorgen. Die etwa 260.000 in NRW installierten Anlagen hatten eine Leistung von ca. 4.900 MWp. Im Vergleich zum Vorjahr (2017: 189 MWp gesamt) wurde der Zubau auf 281 MWp in 2018 gesteigert.
Damit liegt NRW bundesweit hinter Bayern und Baden-Württemberg auf Platz 3. Die Erzeugungskosten für Dachanlagen von Solarstrom liegen inzwischen mit 10 bis 16 Cent pro Kilowattstunde und somit unter den Bezugspreisen für Haushaltsstrom. Damit ist der Eigenverbrauch von Solarstrom derzeit auch wirtschaftlich attraktiv. Auf der Freifläche wird sogar schon für unter 4 bis 8 Cent pro Kilowattstunde produziert. Die Vergütung für Freiflächen wird durch die Ausschreibung der Bundesnetzagentur (BNA) ermittelt und für Dachanlagen größer 100 kWp ist die Direktvermarktung seit Anfang 2016 zwingend.
Die etwa 10.000 Unternehmen der deutschen Photovoltaik-Branche beschäftigen nun über 40.000 Mitarbeiter; im Jahr 2012 waren es allerdings noch über 100.000.
Wasserkraft: Die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung ist in der Lage, weltweit einen Beitrag zur Reduktion der Klimaprobleme zu leisten. Sie unterstützt aber auch die dezentrale Energiewende in den Regionen, da sie als stetig verfügbarer Bestandteil im Energiemix den Verbund der erneuerbaren Energien optimal ergänzt und zur Netzstabilität beiträgt. Das Potenzial der Wasserkraft in NRW wurde 2017 in der Potenzialstudie Wasserkraft des LANUV ermittelt. Dabei wurde vor dem Hintergrund der Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ein Gesamtpotenzial von 641 GWh/a identifiziert, wovon etwa 108 GWh/a bisher noch nicht genutzt werden. Das Büro für Wasserkraft der EnergieAgentur.NRW bietet Information und Beratung an. Vor dem Hintergrund der Europäischen-Wasserrahmenrichtlinie setzt das Land Nordrhein-Westfalen auf einen gewässerökologisch verträglichen Ausbau der Wasserkraft durch Reaktivierung und Optimierung von Anlagen sowie den Einsatz von Wasserkrafttechnik an bestehenden Stau- und Infrastrukturanlagen. Die Landesregierung NRW hat bisher 184 Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 16 Megawatt gefördert. Die Gesamtfördersumme von 8 Millionen Euro löste weitere Investitionen von mehr als 35 Millionen Euro aus. (www.energieagentur.nrw/wasserkraft)
Windenergie: Nach mehreren starken Zubaujahren wurde 2018 bundesweit 55 Prozent weniger Windenergieleistung als im Vorjahreszeitraum installiert. Ein deutlicher Rückgang des Zubaus ist auch in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen: 2018 gingen in NRW 106 WEA mit 331 Megawatt (MW) ans Netz. Obwohl hier 62 Prozent weniger Windenergieleistung als im Vorjahreszeitraum installiert wurde, landet NRW beim Zubau im Bundesvergleich immer noch an zweiter Stelle hinter Niedersachsen. Damit sind in NRW Ende des Jahres 3.726 WEA mit einer Gesamtleistung von 5.773 MW in Betrieb.
In Deutschland wurden 2018 an Land 743 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 2.402 MW neu installiert, wobei 111 Repowering-Anlagen mit einer Leistung von 363 MW mitberücksichtigt wurden. Gleichzeitig wurden onshore 205 Anlagen mit 249 MW abgebaut. Die Netto-Zubauleistung betrug damit 2.154 MW (538 WEA). Offshore lag der Zubau im letzten Jahr bei 136 WEA mit einer Leistung von 969 MW. Bundesweit waren somit am 31.12.2018 29.213 Onshore-WEA und 1.305 Offshore-WEA mit einer Gesamtleistung von 59.313 MW in Betrieb.
Ziel der Arbeit der EnergieAgentur.NRW im Themengebiet Windenergie ist es, die Windbranche in NRW durch eine bessere Vernetzung zu fördern, die Innovationsfähigkeit der Branche zu stärken, den Ausbau der Windenergie in NRW zu unterstützen und die Akzeptanz der Bevölkerung für den Ausbau der Windenergie in NRW zu erhöhen.
Zielgruppen für die Aktivitäten im Bereich Windenergie sind Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Branche wird eine Plattform zur Verfügung gestellt, auf der sich Fachleute, Experten und interessierte Personen themenbezogen und lösungsorientiert austauschen können. Durch ein breites Informations-, Kommunikations- und Veranstaltungsangebot werden Fachinformationen bereitgestellt und die Informationsdichte zur Windenergie in der Fachwelt und der Öffentlichkeit erhöht. (www.energieagentur.nrw/windenergie)
Geothermie: Das Thema Geothermie gewinnt unter den Energietechnologien eine zunehmende Bedeutung. Dabei nimmt NRW und hier insbesondere die Metropole Ruhr als Sitz zahlreicher marktführender Unternehmen eine Schlüsselposition ein. NRW besitzt mit warmen Grubenwässern in stillgelegten Bergwerken ein bedeutendes Potential zur Gebäudebeheizung, das es noch zu erschließen gilt. Erste Projekte wurden bereits in Essen, Marl und auf der Zeche Robert Müser realisiert. Um die Potentiale des Grubenwassers systematisch zur erfassen, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) die Potenzialstudie „warmes Grubenwasser“ erstellt. In dieser Studie wurden die technischen Potenziale des warmen Grubenwassers ermittelt, indem das Dargebot an punktuellen Quellen des Stein- und Braunkohlebergbaus mit den vorhandenen Wärmesenken verschnitten wurde. So könnte beispielsweise allein in den Regionen des Steinkohlebergbaus über das warme Grubenwasser, das über Wasserhaltungsstandorte oder zugängliche Schächte genutzt werden kann, eine Wärmemenge von rund 1.300 Gigawattstunden pro Jahr im Referenzjahr 2035 für die zukünftige Wärmeversorgung in NRW zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht dem Wärmebedarf von circa 75.000 Einfamilienhäusern.
Mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs in NRW kann durch die Nutzung von oberflächennaher Erdwärme gedeckt werden. Das zeigt die "Potenzialstudie Erneuerbare Energien NRW - Teil 4 - Geothermie". Nach Berechnungen des Landesumweltamtes, das die landesweite Potenzialstudie erstellt hat, beträgt das Potenzial zur Nutzung von oberflächennaher Geothermie in NRW knapp 154 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a).
Damit könnte ca. 57 Prozent des jährlich anfallenden Wärmebedarfs gedeckt werden. Die Studie zeigt auf, dass die klimafreundliche Nutzung von Geothermie in Nordrhein-Westfalen noch nicht ausgeschöpft ist und NRW sehr gute Voraussetzungen für die Nutzung von oberflächennaher Geothermie besitzt. Die Ergebnisse der Studie sowie der derzeitige Anlagenbestand an erdgebundenen Wärmepumpen können im Energieatlas.NRW eingesehen werden. (www.energieatlas.nrw.de)
Das Geothermieportal von Nordrhein-Westfalen ermöglicht einen schnellen und umfassenden Zugriff auf Informationen zur Planung von erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen. Für die Nutzung der Erdwärme wurden hierzu für jeden Standort in Nordrhein-Westfalen die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse bewertet. Dies gilt sowohl für flach verlegte Erdwärmekollektoren als auch für Erdwärmesonden bis 100 m Tiefe. Neben Angaben zur Effizienz der beiden Systeme gibt das Onlineportal zudem Auskunft über hydrogeologisch kritische Bereiche, in denen zum Schutz des Grundwassers ein besonderes Augenmerk auf die bohrtechnische Umsetzung und den nachhaltigen Betrieb von Anlagen Wert gelegt werden muss. Ein „Profizugang“ des Geothermieportals ermöglicht Fachleuten wie Bohrunternehmen, Architekten und Planern den Zugriff auf über 30 000 Schichtenverzeichnisse. (www.geothermie.nrw.de)
Die Potentiale der Tiefengeothermie in NRW sind nicht unerheblich. Neuere Untersuchungen konzentrieren sich auf zwei Felder: a) konventionelle hydrothermale Reservoire in geklüfteten sedimentären Speichergesteinen und b) mitteltiefe Reservoirs als saisonale Wärmespeicher in den Hohlraumstrukturen des verbrochenen Steinkohlenbergbaus. Die Potentiale der hydrothermale Aquifere im Westen sind geklüftete Sandsteine sowie verkartete Kalksteine und Dolomite. Sie befinden sich oberflächennah im rheinischen Schiefergebirge und im Sauerland mit Mächtigkeiten von bis zu 300m und im tieferen Untergrund der Niederrheinischen Bucht sowie im Ruhrgebiet. Die Kalksteine des Unterkarbons befinden sich im Untergrund der Niederrheinischen Bucht, im Ruhrgebiet und im Münsterland (Aufschlüsse am Niederrhein zeigen bis 1.000m starke Verkarstungen). Neben den Karbonaten sind in NRW Ruhrsandstein-Formationen des Karbons sowie Sandsteinformationen des Trias und des Juras im Raum Bad Oeynhausen, im nördlichen Niederrhein und im westlichen und nördlichen Münsterland zu finden.
Auskünfte über eine Beeinflussung des Bohrvorhabens durch bergbauliche Gefährdungspotenziale erteilt die Bezirksregierung Arnsberg.
(www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/a/auskunft_bergbaul_situation)
Grubengas: 2018 gab es in NRW 88 auf Grubengas verliehene Bergbauberechtigungen, es wurden also im Jahr 2018 zwei neu erteilt. Ende 2018 waren 107 Blockheiz-Kraftwerksmodule sowie ein Turbinensatz mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 168 Megawatt in Betrieb. Die allein in 2018 produzierten 565 Millionen kWh Strom können mehr als 125.500 Haushalte versorgen. Die Wärmeabgabe betrug im Jahr 2018 über 152 Millionen kWh. Das gesamte verwertete Grubengaspotenzial führte zu einer CO2-Reduktion von über 2,6 Mio. Tonnen in 2018. (www.wirtschaft.nrw.de)
Holzpellets: Die Marktinitiative „Aktion Holzpellets NRW“ vernetzt seit nunmehr 15 Jahren die verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette in der Holzpellet-Branche bundesweit, mit Schwerpunkt auf NRW. Die Marktinitiative ist ein einmaliges Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Herstellern, Handel, Handwerk und öffentlicher Verwaltung im Bereich der erneuerbaren Wärme und wird derzeit von rund 100 Unternehmen der Branche unterstützt.
Die daraus resultierenden Synergieeffekte ermöglichen einen kompetenten Wissenstransfer.
Sie bietet eine Plattform, die kompetent, neutrale Informationen über den Brennstoff und dessen Technologie vermittelt und über verschiedene öffentlichkeitswirksame Aktivitäten bekannt macht. So ist in den letzten Jahren die Holzpelletheiztechnik innerhalb der Erneuerbaren Energien fester Bestandteil eines ausgewogenen Energie-Mixes und damit ein Baustein der Wärmewende geworden. Durch die Unterstützung der Förderungen für Holzpelletheizungen auf Landes- und Bundesebene ist die Anzahl der in NRW installierten Anlagen in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Während im Jahr 2003 gerade mal ca. 660 geförderte Anlagen in NRW registriert wurden, werden heute über 36.000 (ca. 290.000 bundesweit) Pelletheizungen in NRW mit dem alternativen Brennstoff betrieben. Das Ziel der Aktion Holzpellets ist es, gemeinsam mit den Partnern und den Akteuren der Branche, diese
Heiztechnologie weiterhin zu stärken und die positive Marktentwicklung zu festigen sowie auszubauen. (www.aktion-holzpellets.de)
Innovationsplattform.NRW: Mit der Innovationsplattform.NRW bietet die EnergieAgentur.NRW ein neues Online-Tool zum Thema energiewirtschaftliche Innovationen an. Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen erhalten auf der Plattform aktive Unterstützung beim Innovationsscouting, bei der Suche von Projektpartnern sowie bei der Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen und digitalen Prozessverbesserungen. Damit bringt das Projekt auch gezielt die Vernetzung der verschiedenen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschung voran.
Über Projektgesuche, sogenannte Calls, haben Unternehmen und Start-ups gleichermaßen die Möglichkeit, die passenden Partner für ihre Projekte zu finden. Derzeit sind 50 Calls online einsehbar.
Über eine Live-Matchmaking-Funktion können die Nutzer sich nach vorher eingestellten Präferenzen automatisch für sie interessante Kooperationspartner vorstellen lassen, ohne selber aktiv suchen zu müssen.
Jeden Monat stellt die Innovationsplattform zudem ein Schwerpunkthema in den Vordergrund. Zu diesem werden interessante Start-ups, innovative Projektideen und aktuelle Entwicklungen in der Branche gebündelt auf einer Seite präsentiert.
Ergänzt wird das Angebot durch den Innovationsradar, der aktuelle Meldungen zu Innovationen aus Nordrhein-Westfalen anzeigt sowie monatlich wechselnde Innovationsmethoden, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, selber Innovationen zu realisieren beziehungsweise diese anzustoßen.
Auf der Innovationsplattform.NRW sind derzeit 89 Start-ups aus Nordrhein-Westfalen gelistet. Die Startups verteilen sich auf die Bereiche Energieeffizienz & Umwelt (6 Einträge), Energieerzeugung (8 Einträge), Energiemarkt & Handel (14 Einträge), Energiespeicherung (5 Einträge), IT & IKT (41 Einträge), Industrie 4.0 & Logistik (24 Einträge), Mobilität (10 Einträge) sowie Smart Cities & Buildings (18) Einträge). (www.innovation-plattform.energieagentur.nrw)
Internationale Beziehungen: Effiziente Energietechnologien sowie Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien aus Nordrhein-Westfalen haben große Chancen auf den Weltmärkten. Deshalb unterstützt der Querschnittsbereich Internationale Beziehungen der EnergieAgentur.NRW die Internationalisierung insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Energiebereich. Ziel des Netzwerks ist es, das Wachstum und die Produktivität nordrhein-westfälischer KMU sowie deren Teilnahme am Welthandel zu steigern, Angebote, Lösungen und Unternehmen zu vernetzen und Fachinformationen aus den Märkten bereitzustellen. Dabei arbeitet die EnergieAgentur.NRW mit vielen nationalen und internationalen Netzwerkpartnern aus der Wirtschaft, der Finanzierung, der Forschung und der Politik zusammen. Das Netzwerk umfasst mehr als 2.600 Kontakte im In- und Ausland.
Neben Fachveranstaltungen und Kontaktvermittlung werden regelmäßig Unternehmerreisen und Messeauftritte angeboten. Darüber hinaus begrüßt die EnergieAgentur.NRW jährlich etwa 25 internationale Delegationen um aktuelle Energiefragen zu diskutieren und innovative Leuchtturmprojekte aus der Region vorzustellen.(www.energieagentur.nrw/international)
KlimaKonzept.NRW: Das Projekt KlimaKonzept.NRW begleitet seit Mai 2014 über 80 öffentliche Einrichtungen des Landes NRW bei der Entwicklung einer eigenen Klimastrategie, wie sie das Klimaschutzgesetz NRW in § 5 fordert. Aufbauend auf der Abschätzung der eigenen CO2-Emissionen in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität werden Handlungsansätze zur Verbesserung der eigenen Klimabilanz entwickelt. Dazu steht das Webtool KlimaBericht.NRW (https://klimabericht.energieagentur.nrw) zur Verfügung. Die EnergieAgentur.NRW ist mit der Begleitung und Moderation des Projektes betraut. Sie informiert zum Projekt, hilft bei der Dateneingabe, -auswertung und -interpretation. Im zurückliegenden Jahr wurden im Rahmen des Projekts 36 Einzelberatungen beim Klimaschutz aktiver Einrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Zudem wurde der Themenbereich ‚Erneuerbare Energien in der Gebäudetechnik‘ aufgebaut; klimagerechte Mobilität und betriebliches Mobilitätsmanagement haben sich zu wichtigen Aufgabenstellungen für die öffentlichen Einrichtungen entwickelt, sodass die Unterstützungsangebote in diesem Bereich ausgebaut worden sind. (www.energieagentur.nrw/klimaschutz/klimakonzept-nrw)
KlimaNetzwerker.NRW: Seit 2012 leisten die KlimaNetzwerker.NRW im Auftrag der Landesregierung in der Fläche ihre Arbeit für Klimaschutz und Energieeffizienz. Sie helfen dabei, in ihren Regionen und bei den regionalen Entwicklungsgesellschaften die Energiewende vor Ort voran zu treiben und Kommunen und Verwaltungen, Unternehmen und Betriebe sowie Bürgerinnen und Bürger in Sachen Klimaschutz, Energieeffizienz und Klimafolgenanpassung zu informieren und zu vernetzen. Es gibt insgesamt 14 Klima.Netzwerker in den Regierungsbezirken von NRW und beim RVR, wovon einer für ganz NRW für das Thema Klimafolgenanpassung zuständig ist.
Die KlimaNetzwerker.NRW nehmen dabei eine „Scharnierfunktion“ zwischen ihrem Bezirk, der Landesebene und den Regionalpartnern ein, stoßen Klimaschutzprojekte an und kommunizieren diese landesweit. Bei ihrer Tätigkeit können sie auf das Portfolio und Know-how der EnergieAgentur.NRW zurückgreifen und vermitteln darüber hinaus Angebote des Landes. Eigene Akzente setzen die KlimaNetzwerker.NRW bei der Organisation von Veranstaltungen und bei der Initiierung von Projekten.
2018 wurden über 100 Veranstaltungen mit Partnern in den Regionen organisiert. Mit regional aufgebauten Netzwerken wird ein Großteil der 396 NRW-Kommunen erreicht. Darüber hinaus sind die KlimaNetzwerker.NRW täglich in der Fläche unterwegs und erreichen bei ihren Informationsgesprächen die Zielgruppen unmittelbar vor Ort. Über die Internetseiten der EnergieAgentur.NRW und den Kurznachrichtendienst Twitter werden aktuelle Projekte und Informationen zeitnah ins Netz gestellt. (www.energieagentur.nrw/klimaschutz/klimanetzwerker)
Kraftwerkstechnologien: NRW ist mit etwa 30.180 MW installierter Kraftwerksleistung (Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur Stand 19.11.2018) der bedeutendste Kraftwerksstandort Deutschlands, wenn nicht Europas. Durch den zunehmenden Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung ist diese Kraftwerksleistung aber nur noch sehr selten komplett am Netz, weshalb diese Kraftwerke deutlich weniger Betriebsstunden als noch vor wenigen Jahren erreichen. Unrentable Kraftwerksblöcke werden mitunter stillgelegt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren dies seit 2011 rund 11.080 MW, die vom Netz genommen wurden. Darüber hinaus müssen Kraftwerke immer mehr die Aufgabe erfüllen, die fluktuierende Einspeisung der EE im Netz auszuregeln, was eine hohe Flexibilität erfordert.
Durch die immer weiter steigende fluktuierende Einspeisung der erneuerbaren Energien und durch den gleichzeitigen Rückgang an sonstiger Erzeugungsleistung kommt es immer häufiger zu Netzengpässen, welche durch Redispatch-Maßnahmen des jeweils zuständigen Netzbetreibers behoben werden müssen. So ist die Eingriffshäufigkeit in Stunden von 1.588 im Jahre 2010 auf 15.811 im Jahre 2015 angestiegen. Mit 13.339 Stunden im Jahr 2016 konnten die notwendigen Eingriffe erstmals reduziert werden, wobei in Jahr 2017 gleich wieder ein Anstieg auf 14.202 Stunden erfolgte. Im ersten Quartal 2018 betrugen die Redispatchmaßnahmen 2.089 Stunden, was eine Halbierung gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 (4.342 Stunden) darstellt.
In 2016 wurde in Düsseldorf das weltweit modernste Gas- und Dampf-Kraftwerk (GuD) mit einem Wirkungsgrad von mehr als 61 Prozent in Betrieb genommen. Erstmals können aus einem einzigen Kraftwerksblock mit nur einer Gasturbine 300 MW Fernwärme ausgekoppelt werden, die in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf eingespeist werden. Mit der gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung kann das GuD einen Gesamtbrennstoffnutzungsgrad von über 85 Prozent erreichen. Bezogen auf den Emissionsdurchschnitt der weltweiten Stromerzeugung spart es damit jährlich rund 700.000 Tonnen CO2 ein. In Grevenbroich-Neurath sind die weltweit modernsten Braunkohleblöcke in Betrieb (BoA 2/3 von RWE). Von dem Investitionsvolumen von ca. 2,3 Milliarden Euro für den Bau des Kraftwerks verblieben ca. 50 Prozent in der Region, was wesentlich zur lokalen Wertschöpfung beigetragen hat. Der Kraftwerksblock 10 des Kraftwerks Walsum der STEAG GmbH wurde nach dem Konzept des „Referenzkraftwerks NRW“ gebaut und ist mit einem Wirkungsgrad von bis zu 46 Prozent eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke weltweit. Damit werden 138 Gramm CO2 pro kWh gegenüber einem derzeitigen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 38 Prozent eingespart. Würden weltweit alle Kraftwerke nach diesen Standards gebaut, würden die CO2-Emissionen um ca. 30 Prozent reduziert.
Mit der Übertragung des Know-hows auf solarthermische Turmkraftwerke ergeben sich wichtige Synergieeffekte für die Branche. Dort kommen etwa 70 Prozent konventionelle Kesseltechnik im Powerblock zum Einsatz. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Jülich werden Innovationen zu dieser Technologie an einem solarthermischen Versuchs- und Demonstrationskraftwerk entwickelt und erprobt. (www.energieagentur.nrw/netzwerk/kraftwerkstechnik/)
Kraft-Wärme-Kopplung: Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) handelt es sich um eine klassische Sektorenkopplungstechnologie, welche die Strom- und Wärmeerzeugung äußerst effizient mit einander koppelt und damit zur Flexibilisierung dieser beiden Sektoren beiträgt. Die KWK zeichnet sich durch einen besonders hohen Brennstoffnutzungsgrad aus. So werden die CO2-Emissionen im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme deutlich reduziert. Obwohl die KWK schon in vielen Bereichen zur Anwendung kommt, weist sie dennoch ein großes und noch nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial auf. Die Landesregierung NRW unterstreicht die Bedeutung der KWK als wesentliches Element der Energiewende und will bestehende Investitionshemmnisse beim Ausbau der KWK abbauen sowie die wirtschaftlich erschließbare Fernwärmeinfrastruktur weiter ausbauen und verdichten. Dass dies möglich ist, haben verschiedene Studien und Analysen gezeigt, wie die KWK-Potenzialstudie NRW, die die wirtschaftlich realistischen Potenziale von KWK in NRW ermittelt hat, sowie eine Machbarkeitsstudie, die die Perspektiven der Fernwärmeversorgung im Ruhrgebiet bis 2050 genauer analysiert hat. Auf Basis der Ergebnisse dieser Studien entsteht mit der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr (FWSRR) das größte Fernwärmenetz der EU. Durch die Verbindung der bestehenden Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr leistet die FWSRR einen wesentlichen Beitrag zu den CO2- und KWK-Zielen des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben KWK soll künftig auch die industrielle Abwärme verstärkt als Quelle der Fernwärmenetze in NRW dienen. Das LANUV untersucht in einer landesweiten Potenzialstudie derzeit die dafür zur Verfügung stehenden Wärmemengen.
Zum Ausbau der KWK hat die Landesregierung mit progres.nrw ein Förderprogramm bereitgestellt. Dabei werden unter anderem der Neu-, Aus- und Umbau von Wärmenetzen und die Investition in Fernwärmeanschlüsse gefördert. Zusätzlich stellt die NRW.BANK verschiedene zinsgünstige Darlehen mit langen Laufzeiten bereit. So werden beispielsweise Investition zur Steigerung der Energieeffizienz oder der Ressourceneffizienz begünstigt. Auch für den Bau von Fernwärmenetzen stellt die NRW.BANK günstige Darlehen zur Verfügung.
Die EnergieAgentur.NRW begleitet im Auftrag der Landesregierung die Ausbauziele mit der Kampagne „KWK.NRW – Strom trifft Wärme“. Ziel der Kampagne ist, die Technologie bekannter zu machen und für deren Ausbau zu werben. Unter dem Dach „KWK.NRW – Strom trifft Wärme“ existiert ein starker Verbund von rund 150 Partnern aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Verbänden und Interessensvertretungen. Die Kampagne bündelt und intensiviert die Aktivitäten im Bereich der KWK in NRW, wobei alle KWK-Technologien, alle Leistungsklassen und Brennstoffe berücksichtig werden.. Mit dem Marktführer.KWK hat die Kampagne ein Instrument geschaffen, womit der interessierten Öffentlichkeit der Zugang zu dem energieeffizienten Prinzip der KWK erleichtert wird. (www.kwk-für-nrw.de)
Kraftstoffe und Antriebe: Nordrhein-Westfalen ist nicht nur ein bedeutendes Energieland, sondern auch ein bedeutendes Kraftstoffland. Heimische Raffinerien verarbeiten ca. 25 Prozent des in Deutschland benötigten Rohöls. Der Bestand der zugelassenen Fahrzeuge in NRW liegt bei über 11 Millionen – mit steigender Tendenz. Der Verbrauch des Straßenverkehrs in NRW liegt bei ca. 9 Millionen Tonnen Mineralöl jährlich. Dies entspricht 20 Prozent des bundesdeutschen Absatzes. Um den CO2-Ausstoß zu senken und das Klima zu schonen, bieten sich eine Steigerung der Energieeffizienz von Motoren und der Einsatz alternativer Kraftstoffe und Antriebe mit erneuerbaren Energien an. Im Fokus stehen Pkw, Lkw, Busse sowie der Luft- und Bahnverkehr sowie die Binnenschifffahrt.
Die Reduktion der Treibhausgase durch die Kraftstoffnutzung wird derzeit überwiegend durch den Einsatz von Biokraftstoffen, die zu fossilen Kraftstoffen beigemischt werden, erbracht. Die Biodieselproduzenten unter anderem in Lünen, Neuss und Südlohn zählen zu den großen Herstellern Deutschlands. Nordrhein-Westfalen verfügt landesweit über eine gute Tankstelleninfrastruktur für Erdgas (CNG) und Flüssiggas (LPG). Bei der Entwicklung synthetischer (Bio-)Kraftstoffe und neuer Kraftstoffkomponenten spielen die Forschungs- und Entwicklungsprojekte nordrhein-westfälischer Partner eine wichtige Rolle. Zu den bedeutenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten zählen das DFG-geförderte Exzellenzcluster „Fuel Science Center“ an der RWTH Aachen University oder die Projekte „BioMates“ „Carbon2Chem“ oder „C3 Mobility“ von Bund und Europäischer Union. Ziel ist es, überschüssige erneuerbare Energie in Kraftstoffen mit hoher Energiedichte zu speichern und einzusetzen (Power-to-Fuel).
Mit Beteiligung nordrhein-westfälischer Unternehmen gibt es darüber hinaus Aktivitäten, Flüssigerdgas (LNG) als alternativen Kraftstoff für schwere Lkw und für die Binnenschifffahrt im Markt zu erproben. LNG kann als Bio-LNG via Biogas mit einer erneuerbaren Komponente versehen werden. Im Themengebiet sind mehrere LNG-Innovationsprojekte angesiedelt. Das INTERREG VA-Projekt „LNG PILOTS“ treibt die Entwicklung innovativer Lösungen für den Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur voran. Im EU-LIFE-Projekt „Clean Inland Shipping“ (CLINSH) werden über vier Jahre Maßnahmen zur Schadstoffverringerung in den Abgasen der Schiffe unter realen Betriebsbedingungen getestet. Im NRW-Projekt „LeanDeR – LNG“ wird der Aufbau einer multimodal nutzbaren LNG-Infrastruktur am Duisburger Hafen realisiert.
Die Statistik des PKW-Bestandes gibt Auskunft über die Diversifizierung des Kraftstoff- und Antriebsmarktes. Am Stichtag 01.01.2018 befanden sich nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes insgesamt 9,95 Millionen Pkw in Nordrhein-Westfalen im Bestand (BRD: 46,4 Millionen Pkw). Der Anteil der Benzin-Pkw lag bei ca. 66 Prozent, 31 Prozent der Pkw hatten einen Dieselantrieb. Der Anteil an Pkw mit alternativen Kraftstoffen und Antrieben (Autogas, Erdgas, Hybrid, Elektro) betrug 2,18 Prozent (Vorjahr 2,1 Prozent), darunter 146.891 Autogas-PKW, 46.586 Hybrid-Pkw (davon 7.879 Plug-In-Hybrid), 14.847 Erdgas-Pkw und 9.058 rein batterieelektrische Pkw.
Für Elektrofahrzeuge bietet Nordrhein-Westfalen eine Ladeinfrastruktur mit 5.156 Ladepunkten (Quelle: „Going Electric“, Stand November 2018). Deutschlandweit wurden 34.746 Ladepunkte gemeldet. (www.energieagentur.nrw/mobilitaet/netzwerk-kraftstoffe)
Landesnetzwerk Energieeffizienz in Unternehmen: Das „Landesnetzwerk Energieeffizienz in Unternehmen“ unterstützt und fördert die Vernetzung von Unternehmen zum Thema Energieeffizienz und Klimaschutz. Im Fokus stehen der Erfahrungs- und Wissensaustausch und die damit verbundenen Lernprozesse auf regionaler Ebene. In den Unternehmensnetzwerken setzen sich 8 bis 15 Unternehmen gemeinsame, konkrete Energieeffizienzziele. Das Landesnetzwerk fungiert als Regionalkoordinator für die bundesweite „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ zur Gründung von Unternehmensnetzwerken. Insgesamt arbeiten in NRW mittlerweile 40 Energieeffizienz-Netzwerke im Sinne der Initiative; insgesamt gibt es in NRW mehr als 70 solcher Netzwerke. (www.energieagentur.nrw/klimaschutz/kpc/bestehende_energieeffizienznetzwerke_in_nrw)
Im Jahr 2018 wurde die Zusammenarbeit des Landesnetzwerks mit den Standesvertretungen (IHK, HWK) und den Fach- und Branchenverbänden auf Landesebene fortgeführt. (www.energieagentur.nrw/energieeffizienz/landesnetzwerk-unternehmen)
Netzwerk Netze und Speicher: Das Netzwerk Netze und Speicher ist für Fragen rund um die Energieinfrastruktur und die Energiespeicherung verantwortlich: Im Rahmen der Energiewende besitzt NRW als Industrieland Nr. 1 eine Schlüsselposition für die Energieinfrastruktur. Neu errichtete EE-Anlagen und Speicher müssen regional in das Verteilnetz integriert und Transportbedarfe im Übertragungsnetz durch das zentral gelegene NRW national und international koordiniert werden. Das Netzwerk Netze und Speicher bindet Akteure aus allen Gesellschaftsbereichen in diese Prozesse mit ein. Dies geschieht maßgeblich in den Arbeitsgruppen (AG) „AG 1: Übertragungsnetze“, „AG 2: Verteilnetze“, „AG 3: Speicher“ und „AG 4: Gasinfrastruktur“ und deren Veranstaltungen.
Neben der Arbeit in den Arbeitsgruppen, unterstützt das Netzwerk Unternehmen mit technischer Kompetenz und begleitet Innovationsprojekte. Ein enger Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichen Einrichtungen wird forciert, indem Unternehmen und Einrichtungen entlang der Wertschöpfungskette miteinander vernetzt werden. Darüber hinaus veranstaltet das Netzwerk Netze und Speicher Fachtagungen und Workshops mit
Mehrwert für seine Netzwerkpartner – insbesondere KMU. Fachbroschüren, Newsletter und aktuelle Informationen finden sich auf der Internetseite. (www.energieagentur.nrw/netze)
Solarkataster NRW: Im Energieatlas NRW ist im November 2018 eine neue Karte veröffentlicht worden: Das landesweite Solardachkataster NRW. Auf den rund elf Millionen Dächern von Nordrhein-Westfalen schlummert ein großes Potenzial zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie durch Photovoltaik: rund 68 Terawattstunden Strom könnten pro Jahr produziert werden. Für jeden Hausbesitzer in NRW ist es nun möglich mit einem einfachen Klick herauszufinden, ob und in wieweit seine Dachfläche zur Nutzung von Sonnenenergie (sowohl Photovoltaik als auch Solarthermie) geeignet ist. Ein zusätzlich integrierter Solarrechner berechnet auf Grundlage von Dach-Form und -Neigung und nach individuellen Einstellungen wie Stromverbrauch, Lastgang, Speichersystem, usw. die Wirtschaftlichkeit einer möglichen Solaranlage und kann als Planungsgrundlage dienen. Städte und Gemeinden haben darüber hinaus die Möglichkeit, über einen Link – zugeschnitten auf das jeweilige Gebiet – das Solarkataster in den eigenen Internetauftritt einzubinden. (www.energieatlas.nrw.de; www.solarkataster.nrw.de)
Solarthermie: Insgesamt waren in Deutschland Ende 2018 über 2,3 Millionen Solarthermieanlagen mit einer Kollektorfläche von mehr als 20 Millionen m2 und einer thermischen Leistung von 14 Gigawatt installiert. (www.bsw-solar.de)
In NRW waren laut einer Auswertung der EnergieAgentur.NRW der Förderzahlen des BAFA und progres.nrw Ende 2016 insgesamt knapp 1,5 Millionen m² Kollektorfläche installiert, die ca. 580 GWh Wärme pro Jahr produzieren. Eine gemeinde- und kreisscharfe Übersicht bietet das Wärmekataster im Energieatlas.NRW. (www.energieatlas.nrw.de)
Wärmepumpen: „Sonne macht Strom, Pumpe macht Wärme“ – das ist die aktuelle Kampagne des Wärmepumpen-Marktplatzes NRW. Wärmepumpen sparen Heizkosten und schonen die Umwelt, indem sie zu einem großen Anteil regenerative Umweltwärme nutzen und mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden können. Umweltwärme, wie Grundwasser, Erdwärme oder die Außenluft, stellt „Mutter Natur“ kostenfrei zur Verfügung und sie kann überall genutzt werden. Dass man mit einer Wärmepumpe auch sehr kostengünstig kühlen kann, ist für viele ein weiteres Argument. Deshalb werden inzwischen rund 40 Prozent der Neubauten in Deutschland, aber auch viele Bestandsgebäude, mit Wärmepumpen beheizt. Um die Bürger von NRW von den Vorteilen der Wärmepumpe zu überzeugen, führt der Wärmepumpen-Marktplatz NRW zusammen mit der Initiative Photovoltaik NRW die Kampagne „Sonne macht Strom, Pumpe macht Wärme“ mit einer Infotour durch NRW durch. Neben Broschüren und Informationen zu Fördermöglichkeiten sind Experten der EnergieAgentur.NRW vor Ort. Im Jahre 2018 wurden rund 84.000 neue Wärmepumpen in Deutschland installiert, davon 15.000 in NRW. Von den nun bundesweit installierten 880.000 Wärmepumpen sorgen über 170.000 (ca. 20 Prozent) in NRW für umweltfreundliche Wärmeerzeugung. (www.energieagentur.nrw/waermepumpen)
Weiterbildung, Sensibilisierung und Motivation: Im Rahmen ihres Wissensmanagements bietet die EnergieAgentur.NRW für unterschiedliche Zielgruppen ein breites Spektrum unterschiedlicher Aus- und Weiterbildungsformate sowie verschiedener Konzepte zur Sensibilisierung und Motivation für das energiebewusste Verhalten. Das Projekt „KlimaKidz – Klimawandel und erneuerbare Energien“ für 5. und 6. Klassen an weiterführenden Schulen verzeichnete bis Jahresende rund 811 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus NRW; die Unterrichtseinheit „KlimaTeens – Energie und Kunststoff im Alltag“ mit Experimenten für die 7. bis 9. Klasse erreichte insgesamt 917 junge Menschen. Über 2000 Teilnehmer besuchten Fachseminare zu vielfältigen Energiethemen. Mit Hilfe der „mission E“, einem mehrfach ausgezeichneten Konzept der EnergieAgentur.NRW zur dauerhaften Motivation von Beschäftigten für das energiebewusste Verhalten, konnten in 2018 insgesamt etwa 331.000 Menschen erreicht werden. (www.missionE.nrw).
Über alle Themenbereiche betrachtet verzeichnete die EnergieAgentur.NRW im Jahr 2018 insgesamt 1.001 Veranstaltungsaktivitäten und -beteiligungen (vgl. die nachfolgende Grafik; Quelle: EnergieAgentur.NRW).
Grafik: EnergieAgentur.NRW
Weitere Informationen: www.energieatlas.nrw.de und www.iwr.de.
EnergieAgentur.NRW
Roßstraße 92
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 866420
Internet: www.energieagentur.nrw; www.energieregion.nrw.de; www.cef.nrw.de
Dr. Joachim Frielingsdorf
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Leiter Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
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Uwe H. Burghardt M. A.
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