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Gruppenbild der Preisträger des EnergieInnovationsPreises NRW 2018. Der Preis wurde in Düsseldorf von Staatssekretär Christoph Dammermann übergeben.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Klaus Voit

Die Preisträger des EnergieInnovationsPreis.NRW 2018

Klimaprofit Center NRW: Mit einem Anruf zur Beratung!

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Das Bollwerk 107 befindet sich direkt hinter dem Bahnhof in Moers in einer ehemaligen Güterhalle.
Foto: EA.NRW, Lara Blankenberg

Projekt des Monats: Bessere Energiebilanz für Bollwerk 107 in Moers

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Information

Contracting für Wohngebäude

Wohnungswirtschaft und Eigentümergemeinschaften stehen immer häufiger vor der Entscheidung, ob sie die Investitionen für eine neue Wärmeversorgung mit Eigenmitteln finanzieren oder auf die Angebote einer wachsenden Zahl von Contractoren eingehen sollen. Wohngebäude stellen die bei weitem größte Gebäudegruppe dar,die sich für Contracting eignet.

In vielen der rund 3,4 Millionen Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen arbeiten derzeit noch Heizkessel, die teilweise 25 Jahre und älter sind und besser heute als morgen gegen moderne (und) energieeffizientere Anlagen ausgetauscht werden sollten.

Im Unterschied zu anderen Objektarten bietet sich für Wohngebäude vorrangig die Variante Energieliefer-Contracting in Form von Wärmeliefer-Contracting oder beim wirtschaftlichen Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auch als kombiniertes Wärme- und Stromliefer-Contracting an.

Contracting-Anbieter versuchen derzeit verstärkt, Entscheidungsträger in der Wohnungswirtschaft von ihren umfangreichen Energiedienstleistungsangeboten mit Produktbezeichnungen wie "Wärmecontracting", "Wärmelieferung", "Wärme-Direkt-Service" zu überzeugen. Speziell die rund 200.000 Mehrfamilienhäuser in NRW mit mehr als sechs Wohneinheiten sowie die neuen Wohnsiedlungen stehen dabei im Fokus der Anbieterinteressen.

Einzelversorgung oder Nahwärme?

Energieliefer-Contracting kann für die technischen Lösungen "Einzelversorgung" und "Nahwärme" angeboten werden:

 

Unter Einzelversorgung wird die Energieversorgung einer kompakten baulichen Einheit wie beispielsweise eines Mehrfamilienhauses verstanden, in dem alle Wohn- und Nutzeinheiten aus einer gemeinsamen Heizzentrale mit Wärme versorgt werden (sog. "Zentralheizung"). Die Einzelversorgung mit gas- oder heizölbetriebenen Zentralheizungen stellt in bestehenden Mehrfamilienhäusern die verbreitetste technische Lösung dar. Im "klassischen" Fall wird diese Heizzentrale durch den Gebäudeeigentümer selbst betrieben, beim Energieliefer-Contracting übernimmt dies ein professioneller Contractor.

 

Mit Nahwärme werden Versorgungslösungen bezeichnet, bei denen mehrere Einzelgebäude über Wärmeleitungen an eine gemeinsame Heizzentrale angeschlossen sind. Im Vergleich mit einer Einzelversorgung ist die "Versorgungsdichte" geringer. Die Kosten für das Nahwärmenetz machen nicht selten den größten Teil der Investitionen eines solchen Systems aus. Nahwärmenetze werden heutzutage zumeist in neuen Wohnsiedlungen umgesetzt, um die Investitionen für viele einzelne Heizkessel zu sparen. Aufgrund des EEWärmeG werden Nahwärmenetze seit 2009 vermehrt mit effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen oder erneuerbare Energiequellen wie Holz oder Biogas betrieben.

Die Größenordnung von typischen Nahwärmesystemen reicht von mehreren Dutzend bis zu einigen hundert Wohneinheiten, häufig ausgeführt als Einfamilien-Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser. Nahwärmenetze werden nur selten von den Gebäudeeigentümern selber betrieben. Im Regelfall übernimmt dies ein professioneller Wärmelieferant (Contractor, Stadtwerk oder Fernwärmeversorger). Es gibt darüber hinaus auch Formen von Nahwärmelieferungen von "privaten" Anbietern aus der Nachbarschaft oder aus "Bürgerbeteiligungs-Anlagen".

Welche technische Lösung letztendlich umgesetzt wird, hängt von mehreren Faktoren ab wie z.B.:

  • Wirtschaftlichkeit
  • "Versorgungsdichte" (Verhältnis Wärmeliefermenge zu Wärmeleitungslänge)
  • Art der bisherigen Versorgungslösung
  • räumliche Entfernungen
  • Wünsche des Bauherrn
  • Akzeptanz der Nutzer (Mieter oder Erwerber)

Umstellung der Wärmelieferung auf Contracting

Findet innerhalb eines Mietobjektes ein Übergang auf Wärmelieferung in Bestandsmietverhältnissen bspw. durch einen Contractor statt, so finden seit dem 01. Juli 2013 § 556c BGB und die zugehörige Wärmelieferverordnung Anwendung.

Hat nach § 556 c I BGB der Mieter die Betriebskosten für Wärme oder Warmwasser zu tragen und stellt der Vermieter die Versorgung von der Eigenversorgung auf die eigenständig gewerbliche Lieferung durch einen Wärmelieferanten (Wärmelieferung) um, so hat der Mieter die Kosten der Wärmelieferung als Betriebskosten zu tragen, wenn

  1. die Wärme mit verbesserter Effizienz entweder aus einer vom Wärmelieferanten errichteten neuen Anlage oder aus einem Wärmenetz geliefert wird und

  2. die Kosten der Wärmelieferung die Betriebskosten für die bisherige Eigenversorgung mit Wärme oder Warmwasser nicht übersteigen.

Nach § 8 WärmeLV sind beim Kostenvergleich nach § 556c I Satz 1 Nr. 2 BGB für das Mietwohngebäude gegenüberzustellen

  1. die Kosten der Eigenversorgung durch den Vermieter mit Wärme oder Warmwasser, die der Mieter bislang als Betriebskosten zu tragen hatte, und
     
  2. die Kosten, die der Mieter zu tragen gehabt hätte, wenn er die den bisherigen Betriebskosten zugrundeliegende Wärmemenge im Wege der Wärmelieferung bezogen hätte.

Kostenvergleichsrechner werden vom VfW und der dena kostenfrei zur Verfügung gestellt. Sie finden die beiden Berechnungshilfen unter www.energiecontracting.de sowie www.kompetenzzentrum-contracting.de zum Herunterladen.

Beträgt nach § 556 c I Satz 2 BGB der Jahresnutzungsgrad der bestehenden Anlage vor der Umstellung mindestens 80 Prozent, kann sich der Wärmelieferant anstelle der Maßnahmen nach Nummer 1 auf die Verbesserung der Betriebsführung der Anlage beschränken.

Die Umstellung hat der Vermieter nach § 556 c II BGB spätestens drei Monate zuvor in Textform anzukündigen (Umstellungsankündigung).

Projektablauf für Wohngebäude

Im Unterschied zu öffentlichen Auftraggebern sind gewerbliche Wohnungswirtschaft und private Hauseigentümer nicht an formelle Bedingungen zur Angebotseinholung gebunden: Hier kann mit beliebigen Contracting-Anbietern frei verhandelt werden.

Um Wohnungsunternehmen, Hausverwaltern oder privaten Hauseigentümern die Contracting-Angebotseinholung und anschließende -bewertung zu erleichtern, wurden inzwischen einige Hilfsmittel entwickelt:

Contracting-Tool

Um interessierten Nutzern ein Hilfsmittel für einen ersten Kostenvergleich der Alternativen "eigene Umsetzung" gegenüber "Wärmelieferung/Contracting" an die Hand zu geben, hat die EnergieAgentur.NRW ein Berechnungstool entwickelt, mit dessen Hilfe Sie einen Wärmekostenvergleich durchführen können.

Projektbeispiele: Contracting für Wohngebäude

Literatur, Leitfäden & Broschüren

Kampagnen, Initiativen & Informationsplattformen

Veranstaltungen, Weiterbildungen & Seminare

Herr Bernd Geschermann
Leiter Klimaschutz und Energieeffizienz in Unternehmen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455214
geschermann@energieagentur.nrw

Herr Christian Dahm
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Frau Isabell Engel
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 24552794
engel@energieagentur.nrw

Herr Gerald Orlik
Stv. Leiter Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455233
orlik@energieagentur.nrw
XING
LinkedIn

Herr Heinz-Jürgen Schütz
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455232
schuetz@energieagentur.nrw

Frau Sandra Töller
Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 8664210
toeller@energieagentur.nrw
XING

Frau Ina Twardowski
Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455245
twardowski@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.