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Fragen & Antworten

Was hat es mit der Ausweisung von Zielartengewässern für Aale und Lachse in NRW auf sich?

Um die Qualität eines Gewässers im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) zu beurteilen, wird u. a. die Fischfauna als biologische Qualitätskomponente herangezogen. Grundsätzlich sind alle Arten der potenziell natürlichen Fischfauna Zielarten des Mindest-Fischschutzes. Als Mindeststandard gilt für Rechenanlagen vor Wasserkraftturbinen ein maximaler lichter Stababstand des Rechens von 20 mm sowie eine maximale Anströmgeschwindigkeit von 0,5 m/s.

Bei manchen Arten reichen diese Maßnahmen aber nicht aus, um die Fische in dem Maße zu schützen, das für die Erreichung eines guten ökologischen Zustands als notwendig erachtet wird. Dies betrifft vor allem diadrome Arten, deren Wanderungen den Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser einschließen, und die daher besonders auf die Durchgängigkeit der Gewässer angewiesen sind.

In einem Zielartengewässer werden daher erhöhte Schutzmaßnahmen definiert, um insbesondere Fischarten – die Zielarten – zu schützen, die durch wasserkraftbedingte Schäden in ihrer Population gefährdet werden können. In NRW sind dies vor allem Lachs und Aal. Gewässer bzw. Gewässerabschnitte in denen diese Arten zur potenziell natürlichen Fischfauna gehören, können daher als Zielartengewässer ausgewiesen werden. Hier gelten höhere Anforderungen an den Fischschutz. So muss der Stababstand des Fischschutzrechens, der als physische Barriere das Eindringen in die Turbinen verhindern soll, in Zielgewässern für den Lachs 10 mm und für den Aal 15 mm betragen. Die Anströmgeschwindigkeit vor dem Rechen darf 0,5 m/s nicht überschreiten. Weiterhin müssen auf die Zielart ausgerichtete Bypässe installiert werden, die den Wechsel zwischen Ober- und Unterwasser ermöglichen.

Aber nicht jedes Gewässer, in dem Lachs und Aal potenziell vorkommen, ist automatisch Zielartengewässer. Bei der Ausweisung wird zwischen der potenziell zu schützenden Population und dem damit verbundenen Aufwand abgewogen. Die Maßnahmen werden in Gewässerabschnitten umgesetzt, in denen mit großer Wahrscheinlichkeit eine hohe Schutzrate erreicht werden kann. Für anadrome Arten (Lachs) wird eine Gesamtüberlebensrate von 75% und bei katamodromen Arten (Aal) eine Gesamtüberlebensrate von 50% angesetzt.

Bei Arten, deren Wanderungen sich ausschließlich auf das Süßwasser beschränken (potamodrome Arten), ist der Einfluss der Wasserkraft auf die Sterblichkeit schwer messbar. Nur in Fällen, in denen der Schutz einer Population erforderlich ist, um den guten ökologischen Zustand zu erreichen, werden Gewässer als Zielartengewässer für potamodrome Arten ausgewiesen. In NRW gibt es aktuell keine potamodromen Vorranggewässerabschnitte.

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