Kontakt

Sie erreichen uns über die kostenlose Hotline des zentralen Service-Centers des Landes NRW.
Das Team beantwortet Ihre Anliegen – soweit möglich – direkt oder leitet Sie an den richtigen
Ansprechpartner der EnergieAgentur.NRW weiter.

0211 / 837–1001

E-Mail: blog.erneuerbare@energieagentur.nrw

Fragen & Antworten

Rotorbereich schneidet Naturschutzgebiet

Ich plane derzeit einen Antrag auf Vorbescheid für eine WEA am Rande eines Naturschutzgebietes einzureichen. Das NSG ist bereits durch mehrere WEA eingegrenzt, diese stehen allerdings außerhalb der 300 m Pufferzone.
Meine Anlage würde auf der Grenze unmittelbar zum NSG stehen, der Rotor würde in das Gebiet „eindrehen“.
Hinter unserer Fläche führt direkt eine Autobahn entlang.
Meine Frage ist nun ob Ihnen ähnliche Projekte bekannt sind und Ihre Einschätzung auf einen positiven Vorbescheid.
Der FNP wurde bei uns in der Stadt bereits gekippt, sodass es keine vorgeschriebenen Windvorrangzonen mehr gibt.

Antwort:

Der Energieatlas NRW des LANUV schreibt zum Thema Windenergieanlagen und Naturschutzgebiete:

„Wegen ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit kommen Naturschutzgebiete regelmäßig als sogenannte harte Tabuzonen (i. S. BVerwG, Urt. v. 11.04.2013 – 4 CN 2.12; OVG NRW, Urt. v. 01.07.2013 – 2 D 46/12.NE) nicht als Standorte für Windenergieanlagen in Betracht (vgl. Karte Naturschutzgebiete). (…)
Sofern ein Naturschutzgebiet dem Schutz von windenergieempfindlichen Fledermausarten oder windenergieempfindlichen europäischen Vogelarten dient, ist aus Vorsorgegründen in der Regel eine Pufferzone von 300 m naturschutzfachlich begründet. Im Einzelfall kann in Abhängigkeit vom Schutzzweck und den Erhaltungszielen des Gebiets ein niedriger oder höherer Abstandswert festgesetzt werden. Ein höherer Schutzabstand kann z.B. dann der Fall sein, wenn die Erhaltungsziele oder der Schutzzweck windenergiesensible Arten beinhalten. Auf eine Pufferzone kann möglicherweise im Einzelfall dann verzichtet werden, wenn das Gebiet ausschließlich dem Schutz eines bestimmten Lebensraumtyps gilt.“

Folglich hat der Schutzzweck des Naturschutzgebietes Einfluss auf die Breite der Pufferzone. Dabei gilt der Abstand zwischen dem Naturschutzgebiet und dem nächstgelegenen Punkt der Rotorflächen (Rotorblattspitze) der Windenergieanlage.

Sollen die Anlagen, wie von Ihnen beschrieben, innerhalb der Pufferzone direkt an der Grenze zum Naturschutzgebiet errichtet werden und mit den Rotorblättern sogar in das Gebiet hineinragen, sind die Hürden für eine Genehmigung sicherlich hoch. Am besten setzen Sie sich direkt mit der Unteren Naturschutzbehörde des zuständigen Kreises in Verbindung, die für die fachliche Stellungnahme im Rahmen des BImschG-Genehmigungsverfahren zuständig ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.