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Fragen & Antworten

Kann die Behörde die Fledermausabschaltzeiten die bereits im Leitfaden und in der Genehmigung stehen verschärfen?

Durch vorausschauende Planung, eine sorgfältige Standortwahl und die konsequente Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen können tödliche Gefahren für Greifvögel und Fledermäuse vermieden werden. Im Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sind Gutachten zum Artenschutz beizubringen (Artenschutz bei der Windenergieplanung: Das gilt es zu beachten). Im Verfahren wird die Beurteilung des Vorhabens aus Sicht des Arten- und Naturschutzes vorgenommen. Orientierung für den Ablauf und die Methodik des intensiven Prüfverfahrens und der möglichen Auflagen zur Abschaltung bietet der Leitfaden zum Arten- und Habitatschutz des Landes NRW. Die Behörde hat die Möglichkeit, auf Grundlage der Gutachten Auflagen für den Betrieb der Windenergieanlagen festzulegen. So zum Beispiel für den Schutz von Fledermäusen zu bestimmten Nachtzeiten unter Berücksichtigung von der Temperatur, der Windgeschwindigkeit und des Niederschlags.

Im Genehmigungsbescheid werden die Auflagen zum Betrieb der Anlagen festgelegt. In der Regel sind hier auch die entsprechenden Parameter, die zur Abschaltung der Anlagen führen, definiert.

Auflagen aus der Genehmigung sind einzuhalten und umzusetzen.

Teilweise werden auch pauschale Abschaltungen im Genehmigungsbescheid festgelegt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte worst-case Betrachtung. (Auszug Leitfaden: „Abschaltung von WEA vom 01.04.-31.10. in Nächten mit geringen Windgeschwindigkeiten (< 6m/sec) in Gondelhöhe, Temperaturen > 10 °C und keinem Niederschlag“)

Im Zuge des Betriebes der Windenergieanlagen hat der Betreiber allerdings zum Teil die Möglichkeit, ein freiwilliges Fledermaus Gondelmonitoring durchzuführen, um gegebenenfalls das umfassende Abschaltszenario anzupassen bzw. zu optimieren. (Auszug Leitfaden: „Dieses (das Abschaltszenario) kann dann im laufenden Betrieb mit einem begleitenden Gondelmonitoring einzelfallbezogen weiter optimiert werden.“). Dabei handelt es sich um eine artgenaue akustische Erfassung und Auswertung der Fledermausaktivitäten in Höhe der Rotorgondel. Die Windenergieanlage wird so mindestens zwei Jahre lang mittels Detektoren überwacht. Auf Basis der aufgezeichneten Daten kann der optimale Abschaltalgorithmus der Windenergieanlage standortbezogen ermittelt und für die restliche Betriebszeit festgelegt werden. Unter Umständen kann das Gondelmonitoring auch dazu führen, dass die Abschaltzeiten ganz abgeschafft werden.

Zur Anpassung der Auflagen muss die Genehmigungsbehörde den Genehmigungsbescheid anpassen.

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