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Fragen & Antworten

Im Frühjahr überschwemmen gewaltige Wassermassen viele Städte und Ortschaften. Gleichzeitig verfügen wir über riesige Kohlegruben wie z. B. Garzweiler, die in absehbarer Zeit ihren Betrieb einstellen. Wäre es nicht möglich diese Gruben bei Hochwasser zu fluten und in Zeiten des Wassermangels dieses Wasser wieder zurück zu leiten. Analog zu einem Pumpwasserkraftwerk könnten Pumpen zu einer Stabilisierung der Stromversorgung beitragen. Hochwasserschutz, Energieversorgung und Binnenschifffahrt würden von dieser Maßnahme profitieren. Wäre so etwas machbar?

Die fachliche Expertise für Ihre Anfrage liegt beim Themengebiet Netze und Speicher der EnergieAgentur.NRW. Hier finden Sie dementsprechend die passenden Ansprechpartner.

 

Im sogenannten Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP) 1.0 wurde die bislang ambitionierteste Zukunftsversion für das Rheinische Revier für die Zeit nach der Braunkohle entwickelt. Der Themenbereich Energie und Industrie beschäftigt sich auch mit der Energiespeicherung und der Stromversorgung. Bei der Entwicklung des Programms haben Fachleute, aber auch die Bevölkerung des Rheinischen Reviers mitgewirkt, wobei die Gesamtverantwortung bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier liegt.

Aktuell läuft zudem ein weit gefächerter Beteiligungsprozess, bei dem mit allen Akteuren das WSP diskutiert und angepasst werden soll. Hier können Sie Ihre Ideen mit in die Diskussion einbringen, um die Entwicklung des Rheinischen Reviers mitzugestalten.

Für einige deutsche Tagebaugebiete, wie zum Beispiel „Inden“, wurden bereits vielfältige Rekultivierungsmaßnahmen angedacht und zum Teil beschlossen, die im Jahr 2030 nach Ende der Verkohlung an diesem Standort beginnen sollen. Ein Teil des dann ehemaligen Tagebaugebietes soll mit Wasser aus der Rur geflutet werden. Der dann entstandene See soll anschließend für die Freizeit genutzt werden können, wie z. B. zum Befahren mit Booten. Weitere Informationen zur geplanten Folgenutzung des Tagebaugebietes Inden befinden sich hier. Dieses Befüllen ist jedoch ein langwieriger Prozess. Erst 2060 wird hier mit einem Erreichen des gewünschten Wasserstandes gerechnet. Wie die Flutung der Tagebaugebiete im Rheinischen Revier ablaufen kann, beschreibt ausführlich folgender Artikel. Die riesigen Tagebaugebiete werden in der Regel durch Grundwasser und durch Entnahme von Flusswasser gefüllt. Der Artikel (Seite 10 ff.) erläutert auch, dass eine Entnahme von Wasser bei Hochwasserereignissen zur Seebefüllung aus qualitativen Gründen in der Regel nicht möglich ist, da extreme Hochwasserereignisse oft mit erheblichen Verunreinigungen einhergehen.

Ein weiteres Beispiel eines bereits gefluteten Tagebaugebiets in der hiesigen Region ist auch der Zülpicher See (in Zülpich), als weiteres beispielhaftes deutsches Strukturwandelgebiet ist zudem die Lausitz zu erwähnen.

Das Thema Grundwasser und Tagebaugebiete ist insgesamt ein sehr komplexes. Unter anderem beschäftigt sich der Erft Verband mit dem Thema Wasser in Tagebaugebieten. Folgende Präsentation des Erft Verbandes stellt einige Grundwassermodellierungen für das Rheinische Revier dar. Für allgemeine Fragen zum Thema Gewässerkunde ist auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde als Ansprechpartner zu nennen.

Die Pumpspeicher-Thematik wird von zwei besonders wichtigen Aspekten begleitet. Zum einen sind Pumpspeicherkraftwerke zum derzeitigen Stand an diesen Standorten wirtschaftlich nicht realisierbar und zum anderen ist aufgrund der Bodenstruktur die Standfestigkeit solcher Anlagen an den Rändern bzw. Abbruchkanten der Tagebaurestlöcher nicht gewährleistet.

Die Nachnutzung von Tagebaugebieten ist ein sehr komplexes Thema, bei dem viele verschiedene Fachbereiche ineinander greifen. Aktuell werden viele Ideen eingebracht und abgewogen, um Konzepte zu entwickeln, die eine optimale Nachnutzung des Rheinischen Reviers vorantreiben.

Weitere Informationen zum Rheinischen Revier befinden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein- Westfalens.

Der Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, der sich mit der Zukunft der deutschen Tagebaugebiete beschäftigt, ist unter folgendem Link abrufbar.

Eine Antwort zu “Im Frühjahr überschwemmen gewaltige Wassermassen viele Städte und Ortschaften. Gleichzeitig verfügen wir über riesige Kohlegruben wie z. B. Garzweiler, die in absehbarer Zeit ihren Betrieb einstellen. Wäre es nicht möglich diese Gruben bei Hochwasser zu fluten und in Zeiten des Wassermangels dieses Wasser wieder zurück zu leiten. Analog zu einem Pumpwasserkraftwerk könnten Pumpen zu einer Stabilisierung der Stromversorgung beitragen. Hochwasserschutz, Energieversorgung und Binnenschifffahrt würden von dieser Maßnahme profitieren. Wäre so etwas machbar?”

  1. EnergieAgentur.NRW sagt:

    Die Broschüre „Konzepte zur energetischen Nachnutzung von Tagebaurestlöchern in Nordrhein-Westfalen“ vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen ist unter folgendem Link abrufbar.

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