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0800 / 00 36 373

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Fragen & Antworten

Fragen zu Wasserschutzgebieten, Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einige Fragen, deren Beantwortung ich hier nicht finden konnte.

1. Welche technischen Regeln gibt es in NRW beim Bau von Windrädern in der Wasserschutzzone?

2. Ist in Zone IIIB ein Mindestabstand zur Trinkwasserschutzzone II definiert worden und/oder welche techn. Regeln gelten?

3. Gibt es Auflagen bei der Fundamentgründung in Trinkwasserschutzgebieten – ggfls. auch hier ein Mindestabstand zur Zone II?

4. Welches technische Regelwerk wird bei der Beendigung der Laufzeit der Anlagen zum Entfernen der Fundamente, speziell in Trinkwasserschutzgebieten angewendet und wer kontrolliert die Einhaltung (Gemeinde, Kreis oder die Bezirksregierung)?

5. Wie werden die Altanlagen entsorgt?

 

Wasserschutzgebiete

Wasserschutzgebiete werden in drei Schutzzonen unterteilt, die ringförmig um die Wassergewinnungsanlage liegen. Zone I umgrenzt das Wasserwerk in einem Radius von etwa 50 m, bei Trinkwassertalsperren den gesamten Wasserkörper mit einem Uferrandstreifen. Hier gelten daher die strengsten Regelungen. Ein Betreten ist ausschließlich für Personen zulässig, die Maßnahmen zur Trinkwasserfassung und -gewinnung durchführen. Die Zone II als „engere“ Schutzzone ist hinsichtlich ihrer Größe in der Regel so ausgelegt, dass das Wasser eine Fließzeit im Untergrund von mindestens 50 Tagen vom äußeren Rand der Zone bis zum Erreichen der Fassungsanlage benötigt. Zone III, die „weitere“ Schutzzone, reicht von den Grenzen der Zone II bis zu den Wasserscheiden, also dem Grenzverlauf zwischen den Einzugsgebieten des abfließenden Niederschlagswassers von zwei Fließgewässern. Zu unterscheiden sind oberirdische und unterirdische Wasserscheiden. Die sogenannte chemische Schutzzone kann weiterhin nach III A und III B in Abhängigkeit von der Fließzeit des Grundwassers vom äußeren Rand der Schutzzone bis zum Wasserwerk unterteilt werden. Die Zone III soll das Grundwasser vor Verunreinigungen durch schwer abbaubare Stoffe (chemisch oder radioaktiv) schützen. Um dies zu gewährleisten, sind hier beispielsweise auch Schrottplätze verboten.

Der Bau von Windenergieanlagen (WEA) ist mit einem Eingriff in den Boden zur Errichtung des Betonfundamentes verbunden. Außerdem enthält die Gondel, an der die Rotorblätter befestigt sind, wassergefährdende Mineralöle, wenn die WEA mit einem klassischen Getriebe ausgerüstet ist.

Da nach §§ 51 und 52 Wasserhaushaltsgesetz in den einzelnen Zonen bestimmte Handlungen verboten oder nur eingeschränkt zulässig sind, dürfen WEA nicht einfach in Wasserschutzgebieten errichtet werden. Besonders streng ist dies für die Zone I geregelt, in der jede Tätigkeit über die Trinkwasserfassung und -gewinnung verboten ist. Somit ist die Errichtung von WEA in dieser Zone unzulässig.
Aber auch in den Zonen II und III sind die Nutzung oder auch Bewirtschaftung von Grundstücken eingeschränkt. In der Regel, ist die Errichtung von WEA in der Zone II ebenfalls nicht zulässig. Eine Befreiung ist nur in seltenen Einzelfällen möglich. Anders hingegen ist es bei der Zone III. Hier sind Windenergieanlagen im Regelfall möglich, da sie hinsichtlich Standort, Bauart, Errichtung und Betrieb grundsätzlich kein höheres Risiko als andere im Wasserschutzgebiet zulässige Bauwerke und Anlagen darstellen. Die Wasserbehörde kann die Genehmigung aber mit Bedingungen und Auflagen versehen (z. B. getriebeloser Anlagentyp, Auffangwanne für Löschmedien, Mineralöl etc.).

Sogenannte Mindestabstände sind nicht vorgesehen.

Für weitere Informationen zu Windenergieanlagen in Wasserschutzgebieten können Sie folgenden Fachbeitrag der EnergieAgentur.NRW abrufen.

Rückbau (Fundamente)

Nach der Stilllegung einer Windenergieanlage sind die Betreiber zu einem geordneten Rückbau und einer fachgerechten Entsorgung der Komponenten baurechtlich verpflichtet. Für den Rückbau des Fundaments einer WEA ist ein erheblicher Aufwand nötig. Abhängig davon, ob die Anlage tief oder flach gegründet wurde, und je nach Beschaffenheit des Bodens variieren der Umfang der Bodenarbeiten und ihre Ausführung stark.

Auf Grundlage des § 35 Abs. 5 Baugesetzbuch sowie des aktuell gültigen nordrhein-westfälischen Windenergieerlasses von 2018 wird ein Betreiber einer sich im Außenbereich befindlichen Windenergieanlage (WEA) dazu verpflichtet, eine Rückbauverpflichtungserklärung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens einzureichen. Diese Erklärung verpflichtet dazu, die Anlage nach ihrer dauerhaften Aufgabe (spätestens mit Erlöschen der Genehmigung drei Jahre nach dem letzten Betrieb) zurückzubauen. Der Rückbau umfasst explizit das Fundament, die Zuwegungen und alle weiteren Bodenversiegelungen.

Hat die Bauaufsichtsbehörde die Abbruchgenehmigung erteilt, ist sie während des weiteren Rückbaus auch für die Überwachung zuständig, unter anderem mit Baustellenbegehungen, und überprüft die Einhaltung der vereinbarten Maßnahmen.

Am Ende des Rückbaus in der Nachbereitungsphase wird von einem den Abriss begleitenden Fachgutachter in Zusammenarbeit mit dem Abrissunternehmen ein Abschlussgutachten erstellt. Das Abschlussgutachten, auch Abschlussdokumentation genannt, enthält eine Darstellung der Rückbau- und Entsorgungsarbeiten inklusive aller Belege. Es wird den Behörden – zumeist im Bereich Gewässerschutz und Abfall – vorgelegt. Sie überprüfen die Dokumentation und die eingereichten Nachweise.

Mit dem Rückbau, speziell der Fundamente befasst sich ausführlich folgender Fachbeitrag.

Wiederverwendung und Recycling von Altanlagen

Wenn das technische Lebensende der Windenergieanlage noch nicht erreicht ist, kann die Anlage unter anderem auf dem internationalen Zweitmarkt verkauft und im Ausland rentabel weiter betrieben werden. Interessante Märkte bieten vor allem Italien, Osteuropa und Afrika.

Ist ein Verkauf nicht möglich, wird die Anlage nach ihrer Stilllegung demontiert. Die Komponenten werden systematisch zerlegt und die Materialien voneinander getrennt sortiert. Einige Komponenten können wiederverwendet werden, wie zum Beispiel die Stellantriebe, Getriebe, Generatoren oder Schaltschränke können als Ersatzteile verkauft werden. Das Kupfer aus den Generatoren, den Kabeln und Platinen kann vollständig eingeschmolzen und zu neuen Kabeln oder anderen Kupferprodukten verarbeitet werden. Die Rotorblätter werden zerkleinert und können mit Abfallstoffen aus der Papierindustrie zu Ersatzbrennstoff für die Zementindustrie verarbeitet werden.

Ausführliche Informationen können Sie unter folgendem Link abrufen.

Bei weiteren Fragen, können Sie uns auch gerne persönlich ansprechen (blog.erneuerbare@energieagentur.nrw) und eine Emailadresse oder Telefonnummer hinterlassen.

 

Weiterführende Informationen:

Agatz, Monika: „Windenergie Handbuch.“ 15. Ausgabe. Gelsenkirchen, Dezember 2018.

Fachagentur Windenergie an Land e.V.: „Brechen & Sieben – Fachaustausch zu End-of-Life von Windenergieanlagen“

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