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Fragen & Antworten

Agro-Photovoltaik

Frage: Zu dem Thema Agro-Solar, also der Überbauung von Ackerflächen mit Solaranlagen zur gleichzeitigen Nutzung der Ackerflächen und der Solaranlage konnte ich im Netz bislang wenig finden. Meine Schlussfolgerung ist, dass diese Anlage genau wie normale Freiflächenanlagen behandelt werden. Ist das richtig oder führt die Beibehaltung der bestehenden Flächennutzung zu einem Ausnahmetatbestand mit weiteren Möglichkeiten in Bezug auf Genehmigung und Vergütung?

Antwort

Für den Strom von Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 750 Kilowatt peak (kWp) erhält der Betreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine feste Vergütung. Im Gegensatz dazu muss der Betreiber einer Anlage mit einer installierten Leistung von mehr als 750 kWp an einem Ausschreibungsverfahren nach derzeitigem EEG teilnehmen und darf den Strom somit nicht für den Eigenbedarf nutzen. Bei diesem Ausschreibungsverfahren wird die Förderhöhe für die Anlagen in einem Wettbewerb ermittelt.

Um als Betreiber eine Anlage errichten zu können und um eine feste Einspeisevergütung zu erhalten, sind bestimmte Bedingungen nach dem derzeitigen EEG zu erfüllen (§ 48 EEG). So dürfen Anlagen zum Beispiel nur auf bestimmten Flächen errichtet werden, der soganannten Förderkulisse.

Siehe auch folgende Grafik: Infografik zum Ablauf des Planungs- und Genehmigungsprozesses bei PV-Freiflächenanlagen

Planungsrecht:

Eine herkömmliche PV-Freiflächenanlage wird in der Regel im Flächennutzungsplan als „Sondergebiet Photovoltaik“ ausgewiesen und die Fläche dementsprechend nicht mehr als Ackerfläche behandelt. Zudem ist die PV-Anlage eine elektrische Betriebsstätte und wird somit als Gewerbe angesehen und statistisch den versiegelten Flächen zugeordnet. Dadurch erhält der Landwirt keine Agrarsubventionen mehr.

Für ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg (wir berichteten) ist man hier einen Sonderweg gegangen: Dort wurde die Fläche als „Sondergebiet Agrophotovoltaik“ ausgewiesen. Diese Fläche wird statistisch nicht zu den versiegelten Flächen gezählt, sondern gilt weiterhin als landwirtschaftliche Nutzfläche. Somit erhält der Landwirt weiterhin die vollen Subventionen.

Bislang gibt es allerdings nur sehr wenige Agri-PV Projekte.

Weitere Informationen:
https://www.energieagentur.nrw/blogs/erneuerbare/beitraege/agrophotovoltaik-neues-anlagendesign-stellt-module-senkrecht-auf/

https://www.energieagentur.nrw/blogs/erneuerbare/beitraege/photovoltaik/agrophotovoltaik-bessere-ernte-trotz-hitzesommer/

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