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Beiträge

Ziel Emissionsfrei: Ausgezeichnete Beispiele aus NRW

© Eurosolar
Die Busch-Jaeger Elektro GmbH © Eurosolar

| Kira Crome |

Mit Innovationsgeist und einer klaren Strategie ist die Energiewende von unten und der Weg zu weniger Treibhausgasemissionen machbar. Das zeigen die Gewinner des Deutschen Solarpreises 2019, der alljährlich Pioniere der Energiewende in Deutschland auszeichnet. Vier der diesjährigen Preisträger kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Während die Politik über die richtigen Maßnahmen zum Klimaprogramm 2030 der Bundesregierung diskutiert, suchen Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen nach Wegen, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern und den Klimaschutz voran zu bringen. Innovative und zukunftsweisende Beispiele zeichnet die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR) alljährlich aus. Rund 70 Bewerber aus zahlreichen Wirtschaftsbereichen hatten sich in diesem Jahr für den Deutschen Solarpreis beworben. Acht Preisträger wurden für ihr beispielgebendes Engagement gewürdigt. Den Preis im Bereich Medien erhielt Gero Rueter aus Köln für seine kontinuierliche, fachkundige und informative Berichterstattung über die Energiewende. In den weiteren Kategorien kommen drei Preisträger aus Nordrhein-Westfalen. Was sie eint: Das Ziel Klimaneutralität.

Zukunftstechnologien für eine CO2-ärmere Produktion
„Mission to zero“ nennt es das Unternehmen Busch-Jaeger Elektro GmbH aus Lüdenscheid im Sauerland. Das Tochterunternehmen des Energie- und Automatisierungstechnikkonzerns ABB ist ein Demonstrationsstandort für die Anwendung neuer digitaler, selbstlernender Zukunftstechnologien, die mit Big Data, Cloud Computing und dem Internet of Things neue Lösungen für die Energieversorgung von morgen ermöglichen. „Wir wollten den Beweis antreten, dass sich ein kompletter Industriestandort mit Hilfe von ABB-Technologien energieeffizient und fast CO2-neutral betreiben lässt“, erklärt Lucas Bergmann, zuständig für das Energiemanagement bei Busch-Jaeger. Das Unternehmen beschäftigt in Lüdenscheid rund 1.300 Mitarbeiter und produziert Lösungen für die Energieoptimierung und die zentrale Steuerung elektrischer Verbraucher in Gebäuden.

Das neue Konzept setzt auf erneuerbare Energien und besteht aus mehreren Komponenten: Eine 3.500 Quadratmeter große, über den Parkplätzen des Firmengeländes installierte Photovoltaikanlage liefert pro Jahr rund 1100 Megawattstunden an klimaneutralem Sonnenstrom. In Kombination mit einem Blockheizkraftwerk werden so rund 14 Prozent mehr Energie erzeugt, als vom Unternehmen am Standort selbst benötigt wird. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist, Lastspitzen durch zusätzlichen Ökostrom vom Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG abgedeckt. Weitere Komponenten sind Ladesäulen, an denen Mitarbeiter und Firmenbesucher ihre Elektroautos aufladen, sowie ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 275 Kilowattstunden. Damit wird das Werk, an dem Gebäudeautomatisierungslösungen produziert werden, künftig etwa 639 Millionen Tonnen CO2 einsparen, energieautark und nahezu klimaneutral arbeiten.

https://www.energieagentur.nrw/blogs/erneuerbare/wp-content/uploads/2019/10/Bild_Solarpreis_Gewinner_Copyright_ABB.png

© ABB

Herzstück des Gesamtsystems, das Busch Jaeger im Mai in Betrieb genommen hat, ist ein Energiemanagementsystem, das der Mutterkonzern als skalierbares Produkt für Industriestandorte entwickelt hat und vertreibt. Die digitale Lösung stellt die laufende Überwachung und optimale Steuerung der Energieerzeugung, des Verbrauchs und der Speicherung sicher und arbeitet weitgehend autonom. Das lernende System berechnet dabei auf Basis von Vorhersagedaten den optimalen Energiefluss und gleicht Abweichungen in Echtzeit aus. „Mit diesem Vorzeigeprojekt zeigen wir, welche Vorteile entstehen, wenn man ein System schafft, in dem alle Komponenten digital miteinander vernetzt und im Sinne von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung steuerbar sind,“ sagt Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland. Das Konzept sei skalierbar und eigne sich für mittlere und kleinere Industriestandorte sowie für große Bürogebäude – oder auch für ein Hotel, eine Einkaufszeile oder ein Sportstadion.

Ganzheitlich denken für einen CO2-ärmeren Verkehr
Im Solinger Nahverkehr lautet das Motto schon seit den 50er Jahren: „Strom statt Sprit“. Ein Teil der Buslinien in der bergischen Stadt werden wie Straßenbahnen über ein Oberleitungsnetz angetrieben. Jetzt setzen die Stadtwerke auf neuartige Hybrid-Oberleitungsbusse, die selbst dann elektrisch betrieben weiterfahren können, wenn sie vom Netz gehen und oberleitungsfreie Teilstrecken befahren. In den batteriebetriebenen O-Bussen (BOB) ersetzen Akkus den Diesel-Hilfsmotor, mit dem herkömmliche Oberleitungsbusse ausgestattet sind. Sie laden nicht nur dann, wenn sie mit der stromführenden Oberleitung verbunden sind. Auch die beim Bremsvorgang auf Bergabfahrten freigesetzte Energie wird wieder zurückgewonnen. „Mit dem Batterie-O-Bus erreichen wir ganz neue Dimensionen“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. „Durch seinen Einsatz auf der Teststrecke werden nach Berechnungen der Stadtwerke 334 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.“ Vier BOB-Busse sind bereits im Einsatz. Bis zu 20 Kilometer weit soll ein BOB im reinen Batteriebetrieb fahren können – je nachdem, wie er besetzt ist und wie bergig die Strecke ist.

„Smart“ wird die neue Busgeneration durch ein intelligentes Mess- und Regeltechniksystem, um die vorhandene Oberleitungsinfrastruktur möglichst effektiv und effizient zu nutzen, ohne konventionelle Netzausbaumaßnahmen vornehmen zu müssen. Die Laderegelung der BOBs wird koordiniert gesteuert, um zum Beispiel Übertragungsverluste zu minimieren. Da das Oberleitungsnetz kontinuierlich Leistung bereitstellt, die die Busflotte aber unregelmäßig abnimmt, entstehen freie Kapazitäten. Diese sollen künftig an anderer Stelle zur Lastspitzenreduktion oder zur Versorgung von Ladesäulen genutzt werden.

Um dem Ziel „100 % emissionsfrei“ näher zu kommen und den Solinger Nahverkehr vollständig zu elektrifizieren, wird die BOB-Flotte von bislang vier auf 20 Busse voraussichtlich im nächsten Jahr aufgestockt. Weil dann auch der Strombedarf deutlich ansteigen wird, sollen Erneuerbare-Energien-Anlagen direkt an das Oberleitungsnetz angebunden werden. Derzeit wird das mit einer Photovoltaikanlage erprobt. Der Vorteil: Der lokal erzeugte Gleichstrom muss nicht erst in Wechselstrom umgewandelt und dann wieder gleichgerichtet werden, um ihn in das Oberleitungsnetz einzuspeisen. Wandlungsverluste werden so vermieden und die Energieeffizienz gesteigert. Das Konzept ist eine beispielhafte Sektorenkopplung: Mit den verschiedenen Komponenten wird die BOB-Flotte zum Systemdienstleister für das Mittelspannungsnetz, der Angebote für regionale Flexibilitätsmärkte schafft und den Stadtwerken so neue Erlösquellen erschließt.

Das große Rennen
Für viele ist es das erste Auto des Lebens: ein Bobby-Car. Erfunden in Fürth und bis heute in Franken gefertigt, dient das Rutschauto dem Verein Energie Impuls OWL als Vehikel, um junge Menschen für erneuerbare Energien und Technik für den Klimaschutz zu begeistern. Jedes Jahr seit 2001 richtet der Verein den „Bobby Car Solar Cup“ aus. Schülerinnen und Schüler aus Ostwestfalen-Lippe tun sich in über 20 Rennteams zusammen und konstruieren ein eigenes solarbetriebenes Rennfahrzeug. Kooperationspartner und Unternehmen aus der Region unterstützen sie bei Design und Bau. So entstehen aus wenigen vorgegebenen Teilen wie Bobby Car, Elektromotor, Akku und Solarmodul über sechs Monate hinweg spektakuläre kleine Racing-Wagen in der Größe irgendwo zwischen Rutschauto und Go-Kart, die am Tag des großen Rennens in verschiedenen Disziplinen vom Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Geschicklichkeitsparcours ihren „Elchtest“ bestehen müssen. Ganz nebenbei wird spielerisch Fachwissen rund um erneuerbare Energien und Klimaneutralität vermittelt.