Kontakt

Sie erreichen uns über die kostenlose Hotline des zentralen Service-Centers des Landes NRW.
Das Team beantwortet Ihre Anliegen – soweit möglich – direkt oder leitet Sie an den richtigen
Ansprechpartner der EnergieAgentur.NRW weiter.

0211 / 837–1001

E-Mail: blog.erneuerbare@energieagentur.nrw

Beiträge

Was bringt’s? Ein Online-Rechner beziffert die lokalen Wertschöpfungseffekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien in Kommunen

Die Installation einer Photovoltaikanlage stellt eine Stufe der Wertschöpfungskette dar. © lucascgouvea0/Pixabay

| Kira Crome |

Der Online-Wertschöpfungsrechner der Agentur für Erneuerbare Energien hilft Kommunen, die Vorteile des Ausbaus Erneuerbarer Energien zu ermitteln. Das dahinter liegende Rechenmodell stammt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Jetzt wurde das Tool aktualisiert.

Mehr als die Hälfte des deutschen Strommix stammte im letzten Jahr aus Erneuerbaren Energien. Um die Klimaziele zu erreichen, muss dieser Anteil künftig noch deutlich steigen. Dass der Ausbau klimafreundlicher Stromerzeuger nach wie vor einen starken Rückhalt in der Bevölkerung hat, belegt eine aktuelle Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Erstmals wurde dabei auch nach den Vorteilen für die regionale Wirtschaft gefragt. Über die Hälfte der Befragten glaubt demnach, dass der Ausbau der Stromnetze und der Erneuerbaren Energien die regionale Wirtschaft stärkt. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen erkenne die enormen wirtschaftlichen Chancen für die Regionen, bilanziert die AEE.

Die Umgestaltung des Energiesystems bedeutet Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und rentable Investitionen. Doch wieviel genau? Beim Zubau neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen für die klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung stoßen Kommunen häufig auf Vorbehalte.

Online-Rechner als Argumentations- und Planungshilfe
Ein Online-Wertschöpfungsrechner der AEE soll Entscheidern in Kommunen helfen, die lokalen Wertschöpfungseffekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien genauer zu beziffern. Dahinter steht die Überlegung: Wer die wirtschaftlichen Vorteile bemessen und benennen kann, hat es leichter, faktenbasiert zu argumentieren und zukunftsweisende Weichenstellungen zu schaffen.

Das Online-Tool kann die Wertschöpfungskette für 27 verschiedene Typen von Erneuerbare-Energien-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung abbilden. Dazu gehören neben der Bioenergie, der Photovoltaik und der Windenergie auch Heizungen, Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und ganze Wärmenetze. Jede Wertschöpfungskette wird in vier Stufen Anlagenherstellung, Anlagenplanung und -installation, Anlagenbetrieb und Betreibergewinne unterteilt. Diese Stufen beinhalten wiederum verschiedene Wertschöpfungsschritte wie die Anlagenmontage oder -wartung. Die daraus entstehenden wirtschaftlichen Effekte lassen sich für die Jahre 2019, 2025 und 2030 berechnen. Einbezogen werden können nur eine oder gleich mehrere Technologien.

Ökonomische Kennzahlen und CO2-Einspareffekte
Konkret lassen sich die Wertschöpfungseffekte für einzelne Anlagen oder ganze Anlagenparks in die Bestandsteile der Beschäftigungseinkommen, der Unternehmensgewinne und der kommunalen Einnahmen in Form von Steuern und Abgaben auf die Einkommen und Gewinne darstellen. Auch die Beschäftigungseffekte werden beziffert. Quantifiziert werden darüber hinaus auch die Klimaschutzeffekte, ausgegeben als eingesparte CO2-Äquivalente. Zusätzlich werden die Beiträge der Erneuerbaren-Energien-Anlagen an Energiebereitstellung und -verbrauch in der Kommune jeweils in Prozentwerten auf Basis der Einwohnerzahl ausgewiesen.

Um die Berechnungen zu starten, müssen Nutzerinnen und Nutzer allgemeine Basisdaten zur Kommune eingeben wie Einwohnerzahl, Stromverbrauch und die installierte Gesamtleistung aller Erneuerbare-Energien-Anlagen. Ferner werden Details zum Anlagenbetrieb abgefragt. Dazu gehören Einzelheiten wie Anteil der beteiligten Unternehmen aus der Kommune, Anlageneigentümer, Sitz der Betreibergesellschaft, Angaben zu Eigenkapitalgebern, Bürgerenergie und Grundstückspachten.

Wie das Tool funktioniert, erläutert sowohl ein ausführliches Handbuch als auch eine interaktive Kurzpräsentation. Das dahinter liegende Rechenmodell basiert auf methodischen Ansätzen und Bemessungsgrundlagen, die am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) entwickelt wurden. Seit 2010 berechnet das Institut mit dem sogenannten WeBEE-Modell (Wertschöpfung und Beschäftigung durch Erneuerbare Energien) Effekte für eine Vielzahl dezentraler Wertschöpfungsketten der EE-Erzeugung und -Verteilung. Das WeBEE-Modell wurde seitdem vielfach angewandt, weiterentwickelt und ist Grundlage für den Online-Wertschöpfungsrechner der AEE. Erstmals wurde er von 2012 zur Verfügung gestellt und jetzt aktualisiert.

Sonderfall Rheinland-Pfalz
Rheinland-pfälzischen Kommunen bietet die aktualisierte Fassung durch den Input der Energieagentur Rheinland-Pfalz noch tiefere Daten: Es werden die jeweiligen Gewerbesteuerhebesätze der Standorte berücksichtigt, während die Berechnungen für alle anderen Kommunen lediglich auf dem bundesweit durchschnittlichen Hebesatz basieren. Kommunen aus anderen Bundesgebieten profitieren dennoch von den technischen Erweiterungen und der nutzerfreundlichen Konzeption.