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Geoportale: Mit Datenwissen die Energiewende verständlich machen

© StartupStockPhotos/Pixabay
© StartupStockPhotos/Pixabay

| Kira Crome |

Kommunen verfügen über eine Vielzahl von Geoinformationen. Richtig aufbereitet, machen sie auf einen Blick komplexe Zusammenhänge sichtbar. Über Geoportale zugänglich gemacht, liefern sie mit wenigen Mausklicks Informationen rund um die Umsetzung der Energiewende vor Ort oder in der Region – mit Karten, Plänen und Luftbildern. Auch historische Entwicklungen werden so deutlich.

Kreise, Städte und Gemeinden verfügen über eine Vielzahl von Daten – vom Verkehr über Umweltdaten zum Natur- und Gewässerschutz bis zu Bodenrichtwerten für Grundstücke oder Angaben zur Sonneneinstrahlung. Alle diese Daten haben einen räumlichen Bezug. Solche Geodaten spielen in der kommunalen Verwaltungs- und Planungsarbeit eine wichtige Rolle, auch für die Umsetzung der Energiewende. Ob Geobasisdaten zur Topographie oder Geofachdaten aus dem Umwelt- und Planungsbereich – sie alle erlauben eine visuelle Darstellung fast aller Fragestellungen, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine Rolle spielen.

Geodaten sind gefragt. Die Informationsdichte nimmt zu, raumbezogene Datenauswertungen und -darstellungen werden immer wichtiger. Für sich genommen, enthalten Geodaten eine singuläre Information. Miteinander oder zu anderen Daten in Beziehung gesetzt, machen sie komplexe Zusammenhänge sichtbar. Als Karte, Diagramm oder Infografik bildhaft dargestellt, zeigen sie uns etwas, was wir niemals zu sehen erwartet hätten. So beschreibt der amerikanische Statistiker John Turkey, der als Wegbereiter der Datenanalyse gilt, den Wert der Datenvisualisierung.

Aus Daten Wissen schaffen
In der Vergangenheit wurden Geodaten in Verwaltungen und Behörden für einzelne Zwecke erfasst und gespeichert. Häufig aber lagen sie dort in Formaten vor, die andere Interessenten nicht lesen oder nutzen können. So waren sie nicht weiterverwendbar und von weiterführenden Prozessen ausgeschlossen. Im Zuge der Digitalisierung bekommen diese Datenschätze neuen Wert: Aufbereitet und für externe Nutzer verständlich gemacht, können sie für neue Informationsdienste genutzt werden, die Informationsflüsse erleichtern und Transparenz schaffen. Immer mehr Kommunen nutzen deshalb die Möglichkeiten der Digitalisierung und führen Fachinformationen aus den verschiedenen Behörden und Verwaltungsabteilungen zusammen. Grundlage ist die europäische Richtline INSPIRE, die die Nutzung von Geodaten erleichtern und entsprechende Zugänge schaffen will. „Rund 40 Prozent der Städte und Gemeinden bereiten inzwischen spezifische Informationen für ihre Bürgerinnen und Bürger in einer Geodateninfrastruktur auf“, sagt Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte und Gemeindebundes.

Geoportale informieren über den Stand der Energiewende vor Ort
Um ihre Daten zu visualisieren und öffentlich zugänglich zu machen, bauen viele Kommunen Online-Geoportale auf; teils in Eigenleistung, teils mit Unterstützung durch IT-Dienstleistungsunternehmen. Was bislang oft nur verwaltungsintern verfügbar war, ist nun mit wenigen Mausklicks online erreichbar. Kommunen informieren über Geoportale mithilfe von interaktiven Karten viel schneller und direkter über Planungsstände – etwa zum Ausbau erneuerbarer Energien. Der Märkische Kreis im Sauerland zum Beispiel hat sein Geoportal jüngst um Daten zur Windenergieerzeugung ergänzt. „Wir wollen mit der neuen digitalen Karte in unserem Geoportal für mehr Transparenz sorgen“, erzählt Markus Geisbauer vom Fachdienst Bauaufsicht und Immissionsschutz für den Märkischen Kreis. Sie zeigt nicht nur die Standorte von Windenergieanlagen im Kreis auf, sondern informiert auch über den Planungsstatus. „Im neuen System sind alle Anlagen über 50 Meter Höhe verzeichnet – sowohl die bereits gebauten und geplanten Windräder als auch die abgelehnten“, so Geisbauer. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger sich schneller und gezielter über den Stand laufender Verfahren vor Ort informieren können.

Transparenz für Bürgerinnen und Bürger
„Das digitale System erleichtert unsere Arbeit sehr, und es verbessert sogar noch die Information für die Bürger“, sagt seine Kollegin Martina Willms, die sich um die Prüfung beantragter Bauvorhaben in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachdiensten kümmert. Über die Kartierung der Anlagenstandorte hinaus ermöglicht das System die Entfernungsmessung, beispielsweise zum eigenen Haus. Außerdem liefert das System Informationen zu jeder einzelnen Anlage wie Nennleistung, Höhe, Rotordurchmesser oder Lautstärke.

So wie der Märkische Kreis informieren auch andere Kreise in Nordrhein-Westfalen über Standorte von Windenergieanlagen und den Planungsstatus in ihren Geodaten-Portalen, wie der Hochsauerlandkreis und der Kreis Warendorf. Das Geoportal des Kreises Paderborn bietet eine 3D-Landschaftsansicht an und verzeichnet darüber hinaus auch, welche Windenergieanlagen zurückgebaut werden sollen. Der Kreis Lippe bietet neben der klassischen Kartenanzeige in seinem Geoportal auch eine Flugsimulation an, um zu visualisieren, wie die Windenergieanlagen in der Landschaft optisch wirken. Eine Übersicht, welche Kreise, Städte und Gemeinden über Geoportale verfügen, bietet das Geoportal.NRW. Es wird von der Initiative GDI-NRW geführt, die gemeinsam mit dem Land, Kommunen, IT-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Nutzern von Geoinformationen auf Landesebene an der Bereitstellung von Geobasis- und Geofachdaten der Landesverwaltungen für Bürgerinnen und Bürger, Politik, Wirtschaft und Verwaltung arbeitet.

Virtuelle Zeitreise entlang der Energiewende
Geodaten ermöglichen aber nicht nur raumbezogene Darstellungen von aktuellen Planungszuständen, sondern visualisieren auch die räumlichen Auswirkungen von Erneuerbare Energien-Projekten. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) haben Geoinformationen genutzt, um die historische Entwicklung der Energiewende aufzuzeigen und die räumlich-zeitlichen Veränderungen in der Rückschau nachverfolgbar zu machen. Dazu wurden sie mit Datensätzen zu allen deutschlandweit errichteten Erneuerbare-Energien-Anlagen – von Bio- und Windenergie bis Photovoltaik und Wasserkraft – verknüpft und kartographisch aufbereitet. Die WebGIS-Anwendung zeigt interaktiv den Ausbau der einzelnen Erneuerbare Energie-Technologien vom Jahr 1990 bis zum Jahr 2015. Diese virtuelle Reise in die Vergangenheit der Energiewende macht den Ausbau der erneuerbaren Energien nachvollziehbar – in einer bestimmten Region oder in einem Bundesland. Grundsätzliche Trends werden so deutlich: Wieviele Wasserkraftwerke gibt es in Nordrhein-Westfalen? Rücken Windenergieanlagen immer näher an Naturschutzgebiete oder Siedlungen heran? Welche Flächen – Wald oder Ackerland – werden besonders von erneuerbaren Energien in Anspruch genommen? Entstanden ist das Online-Portal aus einem Forschungsvorhaben zum naturschutzfachlichen Monitoring des Ausbaus erneuerbarer Energien im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).