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Genehmigung: LAI-Hinweise zum Schattenwurf bei Windenergieanlagen wurden aktualisiert

Schattenwurf von Windenergieanlagen ist häufig Auslöser von Diskussionen. © Rudolpho Duba / pixelio.de

| Kira Crome |

Bei der Genehmigung von Windenergieanlagen werden unter anderem die optischen Auswirkungen, die von den drehenden Rotoren ausgehen können, geprüft. Die Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) hat die dafür grundlegenden Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen aus dem Jahr 2002 aktualisiert. Das Beurteilungsverfahren sowie der Beurteilungsmaßstab wurden nicht geändert.

Während des Planungs- und Genehmigungsprozesses von Windenergieanlagen beschäftigen sich Gutachter und Genehmigungsbehörden unter anderem mit den optischen Auswirkungen, die von den Anlagen ausgehen. Zum Beispiel können je nach Sonnenstand die langen Rotorblätter einer Windenergieanlage bewegte Schatten werfen. Immer wieder befürchten Anwohner, dieser Schattenwurf könnte zur belastenden Störung werden. Daher wird im Zuge des Genehmigungsprozesses untersucht und berechnet, welches Ausmaß der sogenannte Schlagschatten bei gegebener Wetterlage annehmen könnte.

Die maßgeblichen Grundlagen dafür liefert die Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) mit den „Hinweisen zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windkraftanlagen“ (WKA-Schattenwurfhinweise). Das aus dem Jahr 2002 stammende Papier wurde jüngst redaktionell überarbeitet. Das Literaturverzeichnis wurde dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand entsprechend aktualisiert.

Keine Änderungen des Beurteilungsverfahrens

Für das behördliche Vorgehen ändert sich dadurch aber nichts. Auf der Grundlage der Schattenwurfhinweise des LAI prüfen die Immissionsschutzbehörden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens, ob die Windenergieanlage dem geltenden Immissionsschutzrecht entspricht. Das Beurteilungsverfahren als solches sowie der Beurteilungsmaßstab bleibt unverändert bestehen.

Nach wie vor gilt: Wird festgestellt, dass die gesetzlich zulässige Beschattungsdauer von höchstens 30 Minuten am Tag und maximal 30 Stunden im Jahr überschritten wird, muss die Anlage in der Regel mit einer Abschaltautomatik ausgestattet werden, die meteorologische Parameter berücksichtigt. Diese stellt sicher, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden und sich die Anlage automatisch abstellt, sobald die Obergrenze erreicht wird.

Ein Factsheet der EnergieAgentur.NRW informiert darüber, welche Faktoren das Ausmaß dieses periodischen Schattenwurfs beeinflussen, wie viel Beschattung durch Windenergieanlagen überhaupt zulässig ist und wie genau Anwohner vor unzulässigem Schattenwurf geschützt werden.

 

Literaturhinweise:

LAI (2020): Hinweise zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windkraftanlagen (WKA-Schattenwurfhinweise)

EnergieAgentur.NRW (2019): Factsheet – Windenergie und periodischer Schattenwurf