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| Fachbeitrag | Kommunale Wertschöpfung der erneuerbaren Energien

Die Installation einer Photovoltaikanlage ist Teil der Wertschöpfungskette. © chrischesneau/Pixabay

| Jonas Klamka, Adrian Theyhsen, Steffen Kawohl |

Die erneuerbaren Energien sorgen nicht nur für eine klimafreundliche Stromversorgung, sondern erzeugen auch eine ganze Reihe wirtschaftlicher Effekte. Unter dem Schlagwort Kommunale Wertschöpfung werden die positiven ökonomischen Effekte auf Standortkommunen erneuerbarer Erzeugungsanlagen gebündelt. Städte und Gemeinden können durch ihr Engagement bei der Energiewende ihren finanziellen Spielraum erweitern, die regionale Energieversorgung selbst mitgestalten und so einen positiven Beitrag zur Umwelt und zur eigenen wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit leisten. Eine Kommune, die bereits von der Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien profitiert, ist die nordrhein-westfälische Gemeinde Lichtenau.

Durch die Energiewende hat sich das Stromsystem in Deutschland bereits deutlich verändert. An die Stelle großer Kraftwerke treten zusehends viele kleinere, räumlich verteilte Erneuerbare-Energien-Anlagen. Damit einhergehend steigt sowohl die Anzahl der beteiligten Akteure als auch deren Vielfalt. Zu den traditionellen Stromanbietern, wie großen Energiekonzernen oder Stadtwerken, können nun auch Privatpersonen oder Zusammenschlüsse von Bürgern als Produzenten dazukommen. So sind Privathaushalte als Prosumer (Produzenten und Konsumenten von Strom in Personalunion) und Bürgerenergiegenossenschaften ein selbstverständlicher Teil der Stromversorgung in Deutschland geworden. Die steigende Vielfalt der Akteure, die geringeren Leistungsgrößen der Erzeugungsanlagen und deren räumliche Verteilung eröffnen neue Möglichkeiten für Regionen, Kreise und Städte, sich an der Energieversorgung und einer gelingenden Energiewende vor Ort zu engagieren. Auf diese Weise tragen sie nicht nur aktiv zum Klimaschutz bei, sondern können auch wirtschaftlich und finanziell von der Energiewende profitieren.

Unter den Schlagworten kommunale oder regionale Wertschöpfung wird seit mehr als einem Jahrzehnt der Einfluss von erneuerbaren Energien auf das regionale Wirtschaften in Deutschland analysiert und diskutiert. Dieser Fachbeitrag erklärt zunächst, was regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien sein kann und in welcher Form sich Effekte durch den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien zeigen. Daran anschließend richten wir den Blick in die Praxis und lassen kommunale Akteure zu Wort kommen, die bereits aktiv an der Energiewende auf regionaler Ebene mitwirken.

Was ist Wertschöpfung?
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht ist Wertschöpfung der in Geldeinheiten gemessene Wertzuwachs an Waren und Dienstleistungen innerhalb eines Zeitraums. Im Folgenden soll dies ein vereinfachtes Beispiel veranschaulichen. Nehmen wir an, ein angestellter Installateur eines Solaranlagenvertriebs kauft nur Solarmodule, Kabel und Wechselrichter von anderen Unternehmen ein. Er formt diese sogenannten Vorleistungen um – er baut eine PV-Dachanlage auf ein Einfamilienhaus – und verkauft sie an die Hausbesitzerin. Rechnerisch ergibt sich die Wertschöpfung somit als Wert (Verkaufspreis) der produzierten PV-Dachanlage abzüglich der Kosten für die Vorleistungen (Solarmodule, Kabel und Wechselrichter). Dieser geschaffene Mehrwert wird unter den beteiligten Akteuren aufgeteilt: der Installateur erhält sein Einkommen, der Staat bekommt die Mehrwert- und die Gewerbesteuer und die Besitzerin des Solaranlagenvertriebs behält den Gewinn, der am Ende übrigbleibt.

Diese direkt zurechenbaren, in Geldeinheiten messbaren Wertschöpfungseffekte (auf Einkommen, Steuern und Unternehmensgewinne) stehen zumeist im Mittelpunkt der Analyse. Indirekte Effekte, beispielsweise der Ausbau der Kabelfabrik um der hohen Nachfrage des Installateurs gerecht zu werden, oder induzierte Effekte, wie zum Beispiel der zusätzliche Konsum aufgrund des gestiegenen Einkommens, werden in der Regel eher für Betrachtungen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene und auf Basis umfangreicher Input-Output-Tabellen durchgeführt und lassen sich nur schwer auf kommunaler Ebene abbilden.

Wie können Wertschöpfungseffekte untersucht werden?
Die Analyse dieser direkten Wertschöpfungseffekte lässt sich für spezielle Branchen und räumlich begrenzte Gebiete durchführen. Versucht man zu ermitteln, wieviel Wertzuwachs, beispielsweise in einer Kommune, durch den Ausbau von erneuerbaren Energien entsteht, muss also zunächst abgegrenzt werden, welche wirtschaftlichen Aktivitäten dabei innerhalb dieses Gebietes stattfinden. Dazu betrachtet man den gesamten Prozess, der für die Errichtung einer Erneuerbare-Energien-Anlage notwendig ist, und untergliedert diesen in Abschnitte. Der gesamte Prozess wird in der Fachliteratur als Wertschöpfungskette bezeichnet und die einzelnen Abschnitte als Wertschöpfungsstufen. Eine einheitliche Definition für Wertschöpfungsketten und Wertschöpfungsstufen gibt es dabei jedoch nicht. Eine mögliche Aufteilung einer Wertschöpfungskette, wie sie für viele erneuerbare Energie-Projekte zutreffen könnte, ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Wertschöpfungskette von Erneuerbare-Energien-Anlagen. © EnergieAgentur.NRW

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Wertschöpfungskette von Erneuerbare-Energien-Anlagen. © EnergieAgentur.NRW

Die Wertschöpfungskette beginnt demnach bei der Forschung und Entwicklung von Erneuerbare-Energien-Anlagen und endet damit, die enthaltenen Materialien wiederzuverwerten. Die größten wirtschaftlichen Effekte innerhalb der Wertschöpfungskette sind jedoch in den Wertschöpfungsstufen Anlagenproduktion, Planung und Entwicklung, sowie Errichtung und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen zu erwarten. In der Regel erstreckt sich die Wertschöpfungskette für Erneuerbare-Energien-Anlagen global und ist nicht vollständig auf regionaler Ebene zu verorten. So wird beispielsweise ein Großteil der am Markt verfügbaren PV-Module in China und die Komponenten für Windenergieanlagen häufig an unterschiedlichen Standorten hergestellt. In Nordrhein-Westfalen gibt es keinen Windenergieanlagenhersteller jedoch eine ausgeprägte Zuliefererindustrie, die beispielsweise Komponenten wie Getriebe, Kupplungen, Lager, Bremsen und Gussteile herstellt. Somit profitieren auch in Nordrhein-Westfalen die jeweiligen Standortkommunen der Zulieferer von Windenergieprojekten, die in anderen Bundesländern oder im Ausland realisiert werden.

Die kommunale Wertschöpfung stellt zwar immer nur einen Teil der globalen Wertschöpfung dar, die durch die Nutzung von Erneuerbare-Energien-Anlagen entsteht, aber damit kann in der Regel eben auch ein Teil der Wertschöpfung vor Ort gehalten werden. Während Forschungseinrichtungen und Anlagenproduzenten weltweit verteilt sind, befinden sich viele Akteure aus den Wertschöpfungsstufen „Planung und Entwicklung“, „Errichtung“ und „Betrieb“ auch in Nordrhein-Westfalen. Für die allermeisten Kommunen ist es daher sinnvoll, zunächst diese Wertschöpfungsstufen zu fokussieren.

Regionale Wertschöpfungskette
Betrachten wir diese „verkürzte Wertschöpfungskette“ (orange Felder) etwas genauer. Sie beginnt damit, dass kommunale Akteure, wie Bürgerenergiegenossenschaften oder Kommunalverwaltungen, Vorhaben zu Erneuerbare-Energien-Anlagen initiieren. Das erfasst die Wertschöpfungsstufe „Planung und Entwicklung“. Dafür werden Klimaschutzkonzepte entwickelt und Flächenanalysen durchgeführt. Je nach Größe und Art des Projektes werden Ingenieurbüros und Projektierer eingebunden, die vor Ort angesiedelt sein können.

Wurde ein geeigneter Standort gefunden und die Planung abgeschlossen, wird die Erneuerbare-Energien-Anlage errichtet. Dies erfasst die Wertschöpfungsstufe „Errichtung“. Neben dem Bezug der notwendigen Anlagenkomponenten fallen hierbei auch vorbereitende Maßnahmen für Installation und Montage an. Welche Maßnahmen dies sind und welchen Umfang sie haben, hängt von der spezifischen erneuerbaren Energie und ihrer Technologie ab und kann sich daher deutlich unterscheiden. Bei Windenergieanlagen müssen beispielsweise Flächen vorbereitet werden, Fundament gelegt und der Netzanschluss vorbereitet werden. Je stärker regionale Unternehmen daran beteiligt sind, desto mehr Wertschöpfung bleibt vor Ort.

Die Anlagentechnik macht zwar einen großen Teil der Investitionskosten aus, wird aber in der Regel nicht vor Ort hergestellt. Das schließt allerdings nicht zwangsläufig aus, dass ein großer Teil der Wertschöpfung vor Ort verbleiben kann. Die Wertschöpfungsstufen „Planung und Entwicklung“ sowie „Errichtung“ erzeugen nämlich nur einmalige Effekte, wohingegen die Wertschöpfungsstufe „Betrieb“ eine kontinuierliche wirtschaftliche Tätigkeit darstellt.

Kommunale Wertschöpfungseffekte
Studien und Forschungspapiere, beispielsweise von Wissenschaftlern*innen des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung, belegen, dass die wiederkehrenden Wertschöpfungseffekte über den Lebenszyklus einer Erneuerbare-Energien-Anlage in Summe in den meisten Fällen höher sind als die einmaligen Wertschöpfungseffekte durch Planung und Errichtung[1]. Zu diesen wiederkehrenden Effekten während des Betriebs der Erneuerbare-Energien-Anlage zählen neben den Gewinnen der Betreibergesellschaften und dem Einkommen der Beschäftigten auch die Pachteinnahmen sowie die unterschiedlichen Steuereinnahmen (Gewerbesteuer, Einkommensteuer) der Gebietskörperschaften, beispielsweise auf die Gewinne der Betreibergesellschaft oder das Einkommen der Fachkräfte, die Anlagen betreiben und instand halten.

Die Gewerbesteuer ist eine wichtige Einnahmequelle der Kommunen. Die Höhe des jeweiligen Gewerbesteuerhebesatzes können die Kommunen selbst bestimmen. Gemäß Gewerbesteuergesetz werden die Einnahmen aus der Gewerbesteuer einer Erneuerbare-Energien-Anlage jedoch aufgeteilt, wenn sich die Anlage in einer anderen Kommune befindet als der Firmensitz des Betreibers. 70 Prozent der Steuereinnahmen fließen an die Kommune, auf deren Gebiet die Erneuerbare-Energien-Anlage steht, und 30 Prozent erhält die Kommune, in der sich der Sitz des Anlagenbetreibers befindet[2]. Möchte eine Kommune einen größtmöglichen Anteil der Gewerbesteuereinnahmen vor Ort halten, kann sie versuchen, die Betreibergesellschaften ebenfalls in der Kommune anzusiedeln. Von den Einkommensteuereinnahmen verbleiben dagegen nur zu 15 Prozent in der Kommune, sofern die Fachkräfte auch in der gleichen Kommune wohnen.

Hinweis: Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (2021) ermöglicht es der Gesetzgeber Betreibern von Windenergieanlagen nun Standortkommunen finanziell direkt an den Einnahmen aus dem Betrieb der Anlagen zu beteiligen. Gemäß des neuen Paragraphen 36k EEG 2021 zur finanziellen Beteiligung von Kommunen können Anlagenbetreiber bis zu 0,2 Cent pro Kilowattstunde an die Standortkommunen zahlen. Bei Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 3,5 Megawatt können diese Zahlungen über die zwanzigjährige Förderperiode – je nach Anlagenstandort – zwischen 200.000 bis 300.000 Euro betragen.

Lichtenau nutzt die Wertschöpfung bereits
Neben diesen direkten Wertschöpfungseffekten, die sich positiv auf die finanzielle Situation der engagierten Kommunen auswirken, können darüber hinaus zusätzliche, positive Effekte vor Ort entstehen. Durch den größeren finanziellen Spielraum können Kommunen ihre Infrastruktur erhalten oder ausbauen und so für ihre Einwohner attraktiv bleiben. Davon profitieren insbesondere strukturschwächere Regionen. In einigen Orten gibt es bereits lokale Stiftungen, deren Einnahmen aus der erneuerbaren Stromerzeugung an städtische Kindergärten, Vereine oder andere Institutionen des sozialen und kulturellen Lebens fließen. In der Gemeinde Lichtenau im Kreis Paderborn zum Beispiel zahlen die Betreiber der örtlichen Windenergieanlagen ein Prozent der Einnahmen, die sie für ihren erzeugten Strom erhalten, in einen Fonds der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau/Westfalen ein. So kommen jährlich 200.000 bis 300.000 Euro zusammen, von denen Sportvereine sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen im Ort unmittelbar profitieren.

Dies ist allerdings nur einer der diversen Ansätze der Stadt Lichtenau. Denn die Gemeinde am Rande des Teutoburger Waldes macht bereits seit längerer Zeit Erfahrung mit Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien.

Pioniere errichteten größten Windpark Europas
Als sich Anfang der 1990er Jahre in Lichtenau erste Umbrüche in der lokalen Landwirtschaft abzeichneten, erkannte eine Gruppe von Energiewende-Pionieren, dass sich die Region neu erfinden musste. Da sich die Paderborner Hochfläche für die damals aufkommende Windenergienutzung besonders eignet, taten sich ortsansässige Landwirte mit der Firma WestfalenWind zusammen, um dort gemeinsam den ersten Windpark zu errichten. Der Windpark Asseln war mit 67 Windenergieanlagen zu dieser Zeit der größte Windpark Europas und Vorzeigeprojekt in der Region. „Der Aspekt der kommunalen Wertschöpfung war in dieser frühen Phase noch kein großes Thema in unserer Kommune”, sagt Günter Voß, Klimaschutzmanager der Stadt Lichtenau. Vielmehr sei es den Akteuren darum gegangen, die Region aktiv zu gestalten und in eine vielversprechende Zukunft zu führen. Die Landwirte wollten sich mit der Energiewirtschaft zudem ein weiteres Standbein aufbauen. Erst als sich mit dem Betrieb des Windparks Asseln abzeichnete, welches Potential in den erneuerbaren Energien für die Wertschöpfung vor Ort steckt, wurde dieses Thema interessanter. Es zeigte sich, dass die erneuerbaren Energien die Chance bieten, die gesamte Region attraktiv und zukunftssicher zu gestalten. Die wirtschaftlichen Effekte stärken die Struktur der Gemeinde Lichtenau und dies nehmen auch die Menschen wahr. „Viele junge Leute, die für ihre Ausbildung oder ihr Studium weggegangen sind, kehren heute wieder zurück”, erklärt Voß.

Selbst Hotels profitieren von der Wertschöpfung
Um die Potentiale der Energiewende für die Gemeinde gezielt zu nutzen, entstand mit dem Technologiezentrum für Zukunftsenergien ein zentraler Kristallisationspunkt. An dieser Anlaufstelle wurden sämtliche Anstrengungen gebündelt und alle an der Energiewende beteiligten Akteure zusammengebracht. Die Ansiedlung von Firmen im Technologiezentrum, die im Bereich Windenergie und Klimaschutz aktiv sind, wurde aktiv vorangetrieben. Nachdem das Technologiezentrum eingeweiht wurde, haben sich dort insgesamt 35 Firmen etabliert, womit der Standort allerdings noch nicht ausgelastet war. Nach und nach kamen weitere Akteure und Firmen hinzu. Mittlerweile halten auch die Handwerkerschaft und IHK Seminare im Technologiezentrum ab. Die lokale Politik ist ebenfalls vertreten. Selbst Hotels und die Tourismuswirtschaft profitieren, seit der Windturbinenhersteller Enercon ein Schulungszentrum in Lichtenau betreibt, in dem Fachkräfte aus ganz Deutschland ausgebildet werden und Schulklassen sowie die breite Öffentlichkeit mehr über Windenergie erfahren können.

Auch Bürgerinnen und Bürger bringen sich ein
Von den wirtschaftlichen Effekten der erneuerbaren Energien profitieren aber nicht nur Handwerk und Unternehmen. Denn die Energiewende weckte in Lichtenau auch das bürgerschaftliche Engagement und Interesse. So befinden sich rund 85 Prozent der mittlerweile 175 Windenergieanlagen sowie der 1200 örtlichen Photovoltaikanlagen in der Hand von Bürgerenergiegenossenschaften. Die Bürgerinnen und Bürger einzubinden, war den Pionieren in Lichtenau ein wichtiges Anliegen. Doch auch dort waren nicht alle vom Bau der Windparks überzeugt und es gab Bedenken und Sorgen, dass die Windenergieanlagen den Ort zu einer unattraktiven Wohnumgebung machen würden. Laut Günter Voß sei jedoch genau das Gegenteil zu beobachten gewesen, da mit den neu angesiedelten Firmen auch Familien nach Lichtenau zuzogen. Dies sei auch dadurch begünstigt worden, dass die Vorteile der Windparks für die Gemeinde immer deutlicher wurden und sich die örtliche Infrastruktur mit der Zeit sichtbar verbesserte.

Niemanden vor Ort übergehen
Insgesamt ist es der Gemeinde Lichtenau gelungen, einen bedeutenden Teil der Wertschöpfung der erneuerbaren Energien vor Ort zu halten. Kommunen, die dies ebenfalls erreichen möchten, rät Klimaschutzmanager Voß, zu Beginn die verschiedenen Interessen vor Ort zu bündeln. Es sei wichtig, eine Gruppe aus zentralen Akteuren mit unterschiedlichen Sichtweisen zusammenzubringen und bei den Projekten Kompromisse zwischen ihnen anzustreben. Besonders wichtig sei es auch, zu vermitteln, wer am Ende von den Projekten profitiert. „Bei all den sichtbaren Veränderungen in der Umgebung müssen die Menschen davon überzeugt sein, dass ihnen die Anlagen nutzen und nicht irgendeinem ortsfremden Investor“, so Voß.

[1] Hirschl et al. „Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ (Berlin, 2010)

[2] Im Entschließungsantrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD, der im Rahmen der Verabschiedung des EEG 2021 beschlossen wurde, wird eine Aufteilung der Gewerbesteuereinnahmen von Windenergieanlagen im Maßstab 90 zu 10 vorgeschlagen.

 

Weiterführende Informationen:

Online-Wertschöpfungsrechner der Energieagentur Rheinland-Pfalz