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Sauerland Pyramiden

Im sauerländischen Lennestadt, hoch über dem Meggener Industriegebiet "Sachtleben 1", direkt neben dem stillgelegten Siciliaschacht, ragen sieben Pyramiden gen Himmel. Die Pyramiden unterliegen einem innovativen Energiekonzept. So entschied man sich schon beim Bau der ersten Pyramide für die Nutzung von Erdwärme zum Heizen und Kühlen - u.a., weil das Gebiet für Gas noch nicht erschlossen war und somit als einzige Alternative Öl in Frage gekommen wäre. Zudem war bei Tracto-Technik das nötige Know-how und die Bohrtechnik vorhanden, so dass die Wahl schnell auf die Erdwärme fiel.

Um die 1.300 m² Büro- und Produktionsfläche der Rayonex-Pyramiden zu beheizen, wurden insgesamt 15 flach geneigte Bohrungen à 60 m (insgesamt 900 Meter) mittels Horizontalbohrtechnik in den Berg gebohrt und anschließend mit Doppel-U-Sonden ausgestattet. Die Heizlast beträgt 32,6 kW. Da das Areal auf einer Aufschüttung des stillgelegten Bergbaugebiets Siciliaschacht errichtet worden ist, wurde beim Bohren besonderer Fokus darauf gelegt, möglichst viele wasserführende Horizonte zu durchbohren. Damit sollte eine möglichst hohe Entzugs- und möglichst gute Regenerationsleistung erzielt werden.
 


Die Sauerland Pyramiden in Lennestadt
(Quelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG)

Für die Beheizung und Kühlung des Galileo-Parks kam ein weiteres Bohrverfahren zur Erdwärmegewinnung zum Einsatz. Insgesamt neun Vertikalbohrungen à 99 Meter wurden mit dem Vertikalbohrgerät Geodrill 20 V von Tracto-Technik abgeteuft. Anschließend wurden diese Bohrungen mit Doppel-U-Sonden (Durchmesser 32 Millimeter) ausgestattet. Von der Energieversorgungsstation, dem so genannten "Energietempel", wird die Heizung bzw. Kühlung der anderen Pyramiden zentral gesteuert. Die hier installierte 63-kW-Wärmepumpe sorgt für ein angenehmes Klima in allen Parkpyramiden.

Im Galileo-Park werden nicht nur die Gebäude beheizt und gekühlt, sondern auch ein 200 m² großer Teich. Hierbei kam die innovative GRD-Technik zum Einsatz. Ein Schacht wurde auf der Insel des Teiches installiert, von wo aus zehn Bohrungen à 50 m radial, das heißt strahlenförmig, gebohrt wurden (Durchmesser 114 Millimeter). Als Wärmeträgermedium in den Koaxialsonden wurde Wasser verwendet. Es handelt sich hierbei um eine direkte Heizung bzw. Kühlung, ohne dass eine Wärmepumpe im Kreislauf zwischengeschaltet ist. Die geothermische Heiz- und Kühllast beträgt 15 kW.

Zudem ist ein Tiergehege durch eine 8 KW starke Luft-Wasser Wärmepumpe an die Bodenheizung angeschlossen.


Einsatz von GRD-Technik

Leonhard Thien
Leiter Themengebiet Geothermie, Wärmepumpen
EnergieAgentur.NRW
0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

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