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NRW-Programm COP23

Nordrhein-Westfalens Internationale Netzwerke

Nordrhein-Westfalens internationales Engagement für mehr Klimaschutz

Klimaschutz ist ein globales Thema, denn Treibhausgase halten sich nicht an Landesgrenzen. Entscheidungen aus Peking oder Washington beeinflussen das Klima in Deutschland genauso wie diejenigen, die in Berlin oder Paris getroffen werden. Jede Entscheidung hat globale Auswirkungen. Klimaschutz ist daher eine internationale Gemeinschaftsaufgabe. Im Jahr 2015 ist es in Paris gelungen, das sogenannte Pariser Abkommen zu beschließen, eine Roadmap für den internationalen Klimaschutz der kommenden Jahrzehnte.

Nordrhein-Westfalen hat als Bundesland zwar keinen eigenen Platz am Verhandlungstisch bei Weltklimakonferenzen; gleichwohl hat sich die Landeregierung international mit anderen im Klimaschutz aktiven Regionen und Bundesstaaten vernetzt, die die Jahrhundertaufgabe Klimaschutz ebenfalls aktiv angehen.

Der Beitrag von diesen „subnationalen Regierungen“ ist zentral für erfolgreichen Klimaschutz. Subnationale Regierungen sind häufig Vorreiter und gehen mit neuen Ideen und Strategien voran. Ziel des internationalen Engagements ist die beschleunigte Implementierung von Klimaschutzmaßnahmen auf der jeweiligen Landes-Ebene.

Aktive Rolle in der Climate Group

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat sich daher dem weltweiten führenden Netzwerk für Klimaschutz auf subnationaler Ebene – der Climate Group - angeschlossen. Diese internationale Nichtregierungsorganisation bringt subnationale Regierungen in der sogenannten „States & Regions Alliance“ zusammen – einem Netzwerk, dem 39 Mitgliedsregionen aus Europa, Amerika, Südasien, Australien und Afrika angehören. Gemeinsam repräsentieren die Mitglieder mehr als 368 Millionen Menschen und zwölf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Ziel der Allianz ist es, einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und den Regionen eine Stimme im internationalen Klimadialog zu geben. Nordrhein-Westfalen ist nach dem US-Bundesstaat Kalifornien das zweitgrößte Mitglied der Climate Group.

Austausch für die Energiewende: Energy Transition Platform

Zentraler Baustein der internationalen Klimaschutzaktivitäten der Landesregierung ist das Projekt Energy Transition Platform, das von der Stiftung Mercator gefördert und von der Climate Group umgesetzt wird. Die Landesregierung ist in diesem Projekt ein Führungspartner, weitere zehn Regionen der Welt sind beteiligt sind. Die Energy Transition Platform unterstützt von Industrie und hohen Energieverbräuchen gekennzeichnete Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativer Klimaschutzpolitik.

Partnerregionen der Energy Transition Platform sind:

  • Kanada: Alberta
  • Spanien: Baskenland
  • USA: Kalifornien und Minnesota
  • Frankreich: Hauts-de-France,
  • Italien: Lombardei
  • Deutschland: Nordrhein-Westfalen
  • Österreich: Oberösterreich
  • Polen: Schlesien
  • Australien: Südaustralien
  • Großbritannien: Wales

Vom Mai 2016 bis Mitte 2018 arbeiten die Partnerregionen der Plattform eng zusammen, um sich detailliert über Klimaschutz- und Energiewendestrategien auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Innovative und erfolgreiche Politikinstrumente werden während der Laufzeit des Projektes veröffentlicht.

Under2Coalition: Internationale Selbstverpflichtung für den Klimaschutz

Um den internationalen Klimaschutzverhandlungen insbesondere mit Blick auf die Weltklimakonferenz Ende 2015 in Paris einen zusätzlichen Schub zu geben, haben der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der kalifornische Gouverneur Jerry Brown im Juli 2015 ein Memorandum of Understanding (MoU), also eine Absichtserklärung, initiiert – das sogenannte „Under2MoU“ zum Klimaschutz. Die Unterzeichner des MoU verfolgen das Ziel, ihre THG-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern beziehungsweise auf unter zwei Tonnen pro Kopf ihrer Bevölkerung zu senken. Es wurde vereinbart, in zentralen Handlungsfeldern, wie zum Beispiel Energieversorgung oder Mobilität, zusammenzuarbeiten. Zugleich sollen auch Chancen für die Wirtschaft aufgezeigt werden, die sich aus neuen Technologien zur Ressourceneffizienz und THG-Vermeidung ergeben. Das Under2MoU wird von 187 Regionen aus 38 Ländern aus sechs Kontinenten unterstützt (Stand Oktober 2017). Auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat die Absichtserklärung unterzeichnet und bringt sich aktiv bei der Gestaltung der Arbeitsstrukturen der Under2Coalition ein.

NRW und seine Netzwerke auf der COP23

Die Weltklimakonferenz bietet in jedem Jahr eine gute Plattform, die Mitglieder der Netzwerke zusammen zu bringen, um die gemeinsame Arbeit zu reflektieren und Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch in Bonn wird es diese internen Treffen geben. Darüber hinaus unterstützen sich die Partnerregionen und Netzwerke untereinander bei Veranstaltungen und Events im Rahmen der COP23. Die Under2Coalition unterstützt die NRW Climate Lounge und die Fachveranstaltung „Klimaschutz in der Industrie“, die Climate Group übernimmt die Moderation bei der Climate Lounge Veranstaltung am 13.11. mit dem Titel „non-Party-action – Subnationale Akteure im globalen Klimaschutz“, bei der auch ein Vertreter der Landesregierung Baden-Württemberg vertreten sein wird, die wiederum die Under2Coalition mit ins Leben gerufen hat. 

Herr Rainer van Loon
Beratung nationaler und internationaler Klimaschutz
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 86642287
van.loon@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.