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Kommunale CO2-Bilanzen

FAQ

Wie bekomme ich den Zugang zu ECOSPEEDRegion?

Das Land NRW hat für alle Kommunen/ Kreise/ Regierungsbezirke inkl. RVR eine Landeslizenz für das CO2-Bilanzierungstool ECOSPEEDRegion erworben. Die Nutzung des Tools ist für diese kostenfrei. Über diese Seite erhalten Sie den Zugang. Jede Kommune kann eine Person auf Verwaltungsebene registrieren lassen, die einen geschützten Zugang erhält. Bei der Anmeldung wird bereits ein Benutzername sowie Passwort festgelegt. Nach der Registrierung erhalten Sie per Mail eine Registrierungsbestätigung. Daraufhin haben Sie die Möglichkeit sich unter www.ecospeed.ch einzuloggen.

Wie erstelle ich eine CO2-Bilanz?

Über die Einwohner- und Beschäftigtendaten wird zusammen mit nationalen Kennzahlen eine erste CO2-Bilanz (Startbilanz) berechnet. Die Starbilanz wird dann mit eigenen Verbrauchsdaten kalibriert. Die Startbilanz gibt an, wie die CO2-Bilanz aufgrund der Einwohnerzahl und Beschäftigtenzahlen nach Wirtschaftsbereichen im Bundesdurchschnitt in einer Gemeinde mit dieser Struktur ausfallen müsste. Die Startbilanz berücksichtigt nicht den tatsächlichen lokalen Energieverbrauch. Die Startbilanz ist für jede Kommune seit Frühjahr 2011 verfügbar. Das heißt, dass diese bereits automatisch durch ECOSPEED erstellt wird und für die Kommunen keinen Arbeitsaufwand darstellt. Die Erstellung der Startbilanz erfolgt jährlich durch ECOSPEED. Im nächsten Schritt wird die Startbilanz dann mit Hilfe kommunaler und regionaler Daten verfeinert. Hierbei ist eine eigene Datenerhebung erforderlich.

Woher bekommt man die erforderlichen Daten zur Erstellung der eigenen CO2-Bilanz?

Bei den Daten muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Verbrauchs- und Erzeugungsdaten. Die Verbrauchsdaten untergliedern sich in die leitungsgebundenen- und nicht leitungsgebundenen Energieträger. Akteure, die entsprechende Daten vorhalten sind u.a. die Energieversorger/ Netzbetreiber sowie Schornsteinfeger. Weiterhin ist eine entsprechende Datenerhebung im Verkehrsbereich sowie der kommunalen Gebäude/ Flotten notwendig. Die EnergieAgentur.NRW hat entsprechende Datenerhebungshilfen erarbeitet, die unter www.CO2.nrw.de im Bereich Datenerhebung abrufbar sind. Nicht alle Daten können 1 zu 1 für die Bilanzierung mit ECOSPEEDRegion Verwendung finden. Im Bereich Berechnungshilfen sind entsprechende Hilfen zur Umrechnung der erhobenen Daten bereitgestellt.

Wie wird vorgegangen, wenn es mehrere Anbieter in der Kommune gibt?

Falls sich mehrere Versorger bzw. Netzbetreiber in einer Kommune befinden ist u.U. eine Einzelabfrage der benötigten Daten durchzuführen. Für die Bilanzierung mit ECOSPEEDRegion finden sowohl Daten der Versorgung, als auch des Netzbetriebs, Verwendung. Durch die Liberalisierung der Energieversorgung gibt es keine eindeutige Zuordnung der Versorger zu bestimmten Gebieten. Über vertragliche Bindungen im Rahmen von Konzessionsverträge kann aber in der Regel bestimmt werden, welcher Versorger den größten Anteil in einer Kommune hält.
Das zur Verfügung stellen von Daten für die CO2-Bilanzierung ist generell für alle potenzielle Datenlieferanten freiwillig, dies gilt auch für EVU/ Netzbetreiber. Die Erfahrungen zeigen aber, dass viele Energieversorger sehr bereitwillig sind, wenn es um die Unterstützung der Kommunen Von Vorteil ist dabei eine direkte Ansprache der entsprechenden Kommune. Da es sich um Datenschutzrelevante Daten handelt sollte entsprechendes Verständnis aufgebracht werden, dass eine Datenabfrage über Dritte (z.B. Ingenieurbüros) von Seiten der EVUS/ Netzbetreiber eher Skepsis entgegen gebracht wird.
Falls Datenlücken bei der Abfrage auftauchen sollten, so ist dies kein Beinbruch. ECOSPEEDRegion bietet die Möglichkeit entsprechend zu inter/extrapolieren, weiterhin können mit Hilfe der Startbilanz auch einzelne Datenlücken gefüllt werden.

Gibt es Unterstützungsangebote bei der Datenerhebung?

Die EnergieAgentur.NRW hat acht Datenerhebungshilfen entwickelt. Diese stehen auf auf dieser Seite als Excel Download zur Verfügung. Weiterhin werden jährlich die Daten zu den solarthermischen Anlagen auf Basis der Förderprogramme BAFA und progress.nrw von der EnergieAgentur.NRW aufbereitet und ausgewertet. Weiterhin werden jährlich die Daten des EU-Emissionshandels (Energieintensive Anlagen Unternehmen) ausgewertet und eine Zuordnung nach Branchen sowie Kommunen vorgenommen. Alle zwei Jahre werden Daten der Deutschen Bahn sowie Dritte den Kommunen in ECOSpeedRegion zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhält jede Kommune jährlich eine nach Tätigkeiten spezifische Übersicht der Emissionen aus dem Europäischen Emissionshandel (ETS). Diese Daten werden ebenfalls in ECOSPEEDRegion hinterlegt. Bei Fragen zur Datenerhebung setzen Sie sich bitte mit Herrn Michael Müller, siehe unten, in Verbindung.

Wie seriös sind Daten, die zum Beispiel von EnergyMap übernommen werden? 

EnergyMap (www.energymap.info) basiert auf den Meldedaten der EVU im Hinblick auf EEG Anlagen. Das EEG formuliert diesbezüglich eine Meldepflicht für die Netzbetreiber. Die Netzbetreiber veröffentlichen diese Daten auf ihren eigenen Plattformen, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, dass dies in einem zentralen Datenregister bzw.einer Datenbank erfolgen muss. EnergyMap trägt die veröffentlichungspflichtigen Daten der Netzbetreiber zusammen und prüft sie auf Plausibilität. Insofern haben die Daten aus Sicht der EnergieAgentur.NRW eine gute Qualität. Seit 2012 stellt das LANUV NRW über das Internetportal www.energieatlas.nrw.de die kommunen spezifischen Daten zu erneuerbare Energie zur Verfügung. Der  Energieatlas NRW bietet eine gute Alternative zur Datenbeschaffung hinsichtlich Produktion Strom durch erneuerbare Energie.

Wie kommt man an die Daten für die Fahrleistungen unter dem Punkt Verkehr?

Standardmäßig werden die Fahrleistungen in der Startbilanz über die Anzahl der Erwerbstätigen und Einwohner berechnet. Wenn Sie keine Verkehrsmodelle zur Abschätzung der Fahrleistungen in Ihrer Region zu Verfügung haben, können Sie alternativ auch über die Anzahl der Fahrzeuge die Fahrleistung für ausgewählte Fahrzeugkategorien berechnen lassen. Dabei wird automatisch die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge mit einem hinterlegten Faktor für die durchschnittliche Fahrleistung pro Fahrzeug multipliziert. Dieser Faktor entspricht dem Landesdurchschnitt.

Was ist die Startbilanz und wie aussagekräftig ist sie?

In der Startbilanz wird eine erste Einschätzung des Energieverbrauchs und der energiebedingten CO2-Emissionen vorgenommen. Sie basiert auf bundesdeutschen Durchschnittswerten, die ein sogenanntes Ländermodell bilden, aus dem die entsprechenden Annahmen für die untersuchte Region abgeleitet werden. Im Wesentlichen beruht das Ländermodell bei der Startbilanz auf nationalen Kennzahlen zu Haushalten, Verkehr und der Wirtschaft. Durch das Einpflegen von regionalspezifischen Daten zu den Einwohnerzahlen und den Beschäftigten pro Wirtschaftszweig kann eine Startbilanz in ECOSPEEDRegion berechnet werden. Für die Kommunen in NRW wird die Startbilanz jährlich durch ECOSPEED berechnet, sodass keine eigenen Datenerhebungen sowie Berechnungen durch die Kommunen erfolgen müssen. Da die Startbilanz, wie oben beschrieben, zum größten Teil auf dem Ländermodell Deutschland basiert können die kommunenspezifischen Abweichungen durchaus relevante Größenordnungen erreichen. Es ist deshalb nicht zu empfehlen die Startbilanz unkommentiert zu veröffentlichen.

Wie berechnet sich die Endbilanz?

Die Endbilanz präzisiert die Ergebnisse der Startbilanz. Es werden, soweit möglich, regionalspezifische Daten in ECOSPEEDRegion eingefügt, um die bundesdeutschen Durchschnittsdaten zu ersetzen:

  • Leitungsgebundene Energieverbräuche nach Verbrauchergruppen
  • Regenerative Stromerzeugung- und Wärmeerzeugung
  • Energieverbräuche Haushalte und Gewerbe (Heizöl, Erdgas, Holz) aus der Feuerstättenstatistik der Schornsteinfeger
  • Zugelassene Kraftfahrzeuge
  • Energieverbräuche der Verwaltung – Gebäude (Strom, Erdgas, Heizöl) und Dienstwagenflotte (Treibstoffe)

In der Endbilanz werden die Berechnungen zu den Energieverbräuchen und den daraus resultierenden CO2-Emissionen auf Grundlage der „harten“ regionalspezifischen Daten durchgeführt (Bottom up). In den Bereichen, für die keine regionalspezifischen Daten vorliegen, werden die Daten aus der Startbilanz (Top down) eingesetzt. Die Endbilanz ist in den meisten Fällen ein Berechnungsmix aus bundesdeutschen und regionalen Daten.

Nach welcher Methodik erfolgt die Berechnung der CO2-Bilanz?

Für die Ermittlung der CO2-Emissionen auf Grundlage der Endenergieverbräuche gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen: die IPCC- und die LCA-Methodik. Die IPCC-Methodik beruht auf dem Territorial- oder Quellenprinzip, d. h., dass alle Treibhausgasemissionen innerhalb der räumlichen Grenzen der untersuchten Region bilanziert werden. Im Fall von Strom werden demnach nur die Emissionen bilanziert, die durch die Stromerzeugung (Kraftwerk) vor Ort entstehen. Der Stromkonsum dagegen wird als emissionsfrei angenommen. Bei der LCA –Methodik (Life Cycle Assessment) wird das Verursacherprinzip angewandt. Neben dem Endenergieverbrauch vor Ort werden auch die Emissionen der Vorkette, also beispielsweise die CO2-Emissionen des Kraftwerkes in dem der Strom außerhalb der Region produziert wird oder die durch den Transport der Kohle zu dem Kraftwerk entstehen, berücksichtigt. Bei ECOSPEEDRegion können beide Varianten zur Anwendung kommen bzw. entsprechend bei der Darstellung ausgewählt werden. Die EnergieAgentur.NRW empfiehlt den Kommunen in NRW eine Bilanzierung auf Basis von LCA, um der Relevanz des Stromverbrauchs in eine Kommunen Rechnung zu tragen.

Herr Michael Müller
Kommunaler und regionaler Klimaschutz und Klimawandel
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 86642286
michael.mueller@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.