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Japan

 

Flagge Japan

Bereits nach dem Regierungswechsel im Dezember 2012, hatte der neue Ministerpräsident Shinzo Abe erklärt, den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig machen zu wollen sowie den Neubau von Reaktoren nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufzunehmen. Im April 2014 hat die Regierung, 3 Jahre nach der Fukushima-Katastrophe, den Wiedereinstieg in die Kernkraft beschlossen. In der Bevölkerung stößt die Atomenergie jedoch weiterhin auf starke Ablehnung, allen voran in der Präfektur Fukushima.

Der japanische Energiemarkt

Vor der Atomkatastrophe deckte Japan ein Drittel seines Energiebedarfs aus der Kernenergie und wollte den Anteil sogar auf 50 Prozent steigern. Der neue Energieplan sieht vor, dass die Nuklearenergie bis 2030 rund 22 Prozent der Gesamtenergie liefert. Erneuerbare Energien sollen dann einen Anteil von 24 Prozent am Energiemix haben, importiertes Naturgas und Kohle werden mit 27 bzw. 26 Prozent veranschlagt. Die Energiekosten waren in Folge von Energieimporten, vor allem von Gas, in den letzten Jahren stark gestiegen. Dies führte dazu, dass Japan im Jahr 2013 eine negative Handelsbilanz von 82 Milliarden Euro aufwies.
 
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll jedoch ebenso vorangetrieben werden. Japan hat ein hohes natürliches Potenzial an regenerativen Energiequellen, vor allem an Wind-, Solar-, Wellenenergie und Geothermie. Laut Wirtschaftsministerium waren Ende 2013 etwa 12,44 GW PV-Kapazität (Ende 2012: 6,8 GW) und 2,7 GW Windleistung installiert. Dazu kommen weiterhin installierte Kapazitäten von ungefähr 9,6 GW in Wasserkraftanlagen und 2,4 GW in Biomasseanlagen. Insgesamt ist bei den Erneuerbaren noch viel Spielraum vorhanden, insbesondere bei der Windkraft, bei der allein Onshore- Kapazitäten in Höhe von 280 GW bestehen. Seit der Einführung der Einspeisevergütung im Juli 2012 ist vor allem die Photovoltaik mit einem Zubau von mehr als 7GW rasant angestiegen.
 

Japans Einspeisevergütung für 2016

Seit dem 1. Juli 2012 besitzt Japan einen Einspeisetarif für regenerative Energiequellen, der im Besonderen Solarstrom fördert. Als die japanische Regierung 2012 die Einspeisetarife einführte, lag der Anfangstarif für Solarstrom bei 42 Yen pro kWh.  Das japanische Wirtschaftsministerium folgte den Empfehlungen der Arbeitsgruppe vom Februar 2016 und gab folgende Einspeisetarife für Erneuerbare Energien für das Finanzjahr 2017 (ab 01.04.2016) bekannt:
 

Energieträger

Einspeisetarif (Yen/kWh

Förderdauer

Photovoltaik


 

> 10kW:  24 Yen ab April 2016

 < 10kW: 33 Yen mit Einspeisesteuerung oder 31 Yen ohne Einspeisesteuerung

 20 Jahre

 10 Jahre

 

Biomasse aus unbenutzten Holz

< 2.000 kW: 40 Yen

> 2000 kW: 32 Yen

 20 Jahre

 

Alle anderen Einspeisevergütungen bleiben unverändert und sind auf der Seite des Wirtschaftsministeriums veröffentlicht.

Intensive Kontakte zu Nordrhein-Westfalen

Seit 2005 bestehen Kontakte zu Japan und seit vielen Jahren stellen NRW-Unternehmen auf dem NRW-Gemeinschaftsstand auf der Messe FC Expo in Tokio, der größten Brennstoffzellenmesse der Welt, aus. Zudem ist die EnergieAgentur.NRW seit 5 Jahren Mitorganisator des deutschen Firmengemeinschaftsstands, auf dem auch jeweils 4-5 Aussteller aus NRW vertreten sind. Hierzu wurden parallel Firmenbesuche organisiert und intensive Kontakte mit Institutionen aus dem Bereich Brennstoffzelle geknüpft. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der japanischen Präfektur Fukuoka führte zu einem regelmäßigen Austausch etwa in Form von Vorträgen zu technologischen und infrastrukturellen Fragestellungen. Fukuoka ist die führende Brennstoffzellenregion in Japan (mit einem Netzwerk vergleichbar mit NBW NRW) und hat umfangreiche Förderprogramme auf den Weg gebracht.

Japan zeigt großes Interesse an der Energiewende in Deutschland. Dass NRW hier eine wichtige Rolle einnimmt, verdeutlicht die Vielzahl an Delegationsanfragen, die in NRW eintreffen. Im April 2012 reiste beispielsweise der japanische Botschafter Takeshi Nakane mit einer hochrangig besetzten Delegation ins Land um sich mit dem Umweltminister Johannes Remmel über Projekte der beschleunigten Energiewende in NRW auszutauschen.

Partnerschaft mit der Präfektur Fukushima

Die japanische Präfektur möchte bis 2040 ihren kompletten Verbrauch an Primärenergie aus erneuerbaren Energien bestreiten und diesen Weg im engen Austausch mit dem Land NRW gehen. Bereits jetzt haben die Regionen verschiedene konkrete Felder für die Zusammenarbeit definiert, wie Solarenergie, Windkraft oder Speichertechnologien. NRW-Umweltminister Johannes Remmel unterzeichnete in diesem Zusammenhang am 10. Februar 2014 in Anwesenheit einer japanischen Delegation eine gemeinsame Erklärung mit der Präfektur Fukushima. Ziel ist es, die Beziehungen zwischen Fukushima und NRW zu intensivieren und Kenntnisse auf den Gebieten der Energieeinsparung, der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien auszutauschen. Die Präfektur Fukushima stellte zudem im Februar 2014 und 2015 zusammen mit zwei Unternehmen auf der Messe E-World aus.

Weitere Informationen zur Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und Fukushima sowie Informationen zum gemeinsam unterzeichneten Memorandum of Understandings (MoU) finden Sie hier.

NRW-Gemeinschaftsstand auf der Renewable Energy Industrial Fair (REIF) in Fukushima

Seit 2013 organisiert die EnergieAgentur.NRW zusammen mit NRW.Invest und NRW.International jedes Jahr einen NRW-Gemeinschaftsstand auf der regionalen Erneuerbaren Energien-Messe REIF in der Präfektur Fukushima. Im Rahmen der Messe wird zudem ein NRW-Symposium zu den Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz angeboten. Die Messe findet im Oktober 2015 zum vierten Mal statt. Neben Nordrhein-Westfalen waren zudem weitere ausländische Länder auf der REIF als Austeller vertreten, wie Finnland, Dänemark, Norwegen und Kanada. Laut Veranstalter wurden im Jahr 2014 6.080 Besucher verzeichnet (2013: 5.590 ) und 170 Aussteller waren vertreten (2013: 153). Neben Kontakten zu japanischen Unternehmen und Partnern konnten die Aussteller sich zudem intensiv mit der Präfekturverwaltung austauschen und das neue Fukushima Renewable Energy Institute besichtigen. Der neue Gouverneur Uchibori besuchte zudem jeden NRW-Aussteller, um sich über die Produkte und Dienstleistungen zu informieren.

Nächster Termin: 19. - 20.Oktober 2016

 

Marktstudie Fukushima

Im Rahmen der Partnerschaft im Energiebereich mit der Präfektur Fukushima hat die EnergieAgentur.NRW eine Marktstudie zum Stand, den Förderbedingungen und den Potenzialen der erneuerbaren Energien sowie von Energieeffizienzmaßnahmen in der Präfektur Fukushima in Auftrag gegeben. Diese Studie können Sie kostenfrei herunterladen.

Stand: August 2016

Verena Falb
Nationaler & internationaler Klimaschutz, Netzwerk Außenwirtschaft
EnergieAgentur.NRW
Telefon: +49 211 86642242
falb@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

Beratung für Unternehmen vermittelt unser Klimaprofit Center NRW unter der Nummer 0211 - 8371914.