Gebäude

Information

Gebäudedämmung

Aus alten, ungedämmten Gebäuden entweicht viel Wärme durch Fenster, Außenwände, Dach und Keller. Durch die Dämmung der Gebäude können diese Wärmeverluste minimiert, der Wohnkomfort gesteigert und die Energiekosten verringert werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten für Verbraucher, die auf dieser Seite aufgezeigt werden.

Dämmung der Außenwand

Ungedämmte oder nicht ausreichend gedämmte Außenwände führen in der kalten Jahreszeit zu einem unbehaglichen Raumempfinden und zu unnötig hohen Wärmeverlusten. Sie tragen auf Grund ihres hohen Flächenanteils mit ca. 25 Prozent zu den Energieverlusten eines Gebäudes bei. Grundsätzlich ist es möglich, jede Fassade nachträglich mit einer Wärmedämmung zu versehen.

Info: Außenwand
Anteil Wärmeverlust: 20 - 25 %
Dämmstärke KfW: ca. 17 cm
Dämmstärke EnEV: ca. 14 cm
Kosten: ca. 100 - 170 € / m2

Grafik: Steckbrief Außenwand

Wärmedämmverbundsystem

Schematische Darstellung eines Wrmedmmverbundsystems

Detailansicht

Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus Dämmstoffplatten, die mit Hilfe eines Klebemörtels auf die vorhandene Außenwand geklebt werden. In der Regel werden die Dämmplatten zusätzlich verdübelt. Darüber wird ein Armierungsmörtel und Armierungsgewebe aufgebracht. Die Armierung gleicht Temperaturspannungen aus und dient als Grundlage für den Außenputz. An Stelle eines Putzes kann auch eine Riemchenverblendung aufgebracht werden, um dem Gebäude eine Klinkeroptik zu verleihen. Weitere Informationen zum Wärmedämmverbundsystem finden Sie hier.

Hinterlüftete Fassade

Bei einer hinterlüfteten Fassade übernimmt nicht der Außenputz den Schutz der Wand vor Bewitterung. Vor der Dämmschicht wird mit Hilfe einer Unterkonstruktion eine Fassade aus Schieferplatten, Holzbrettern oder auch Metallprofilen montiert. Um Feuchtigkeit abzuführen befindet sich zwischen der Dämmschicht und der Fassade  in der Regel eine Luftschicht.

Vorhangfassaden lassen interessante Gestaltungsmöglichkeiten zu. Allerdings sind sie in der Regel etwas teurer als Wärmedämmverbundsysteme und haben durch die zusätzliche Luftschicht und äußere Bekleidung eine größere Bautiefe. Weitere Informationen zu hinterlüfteten Fassaden finden Sie hier.

Kerndämmung

Heute ist es möglich, vorhandene zweischalige Außenwände mit Luftschicht nachträglich zu dämmen, indem die Hohlschicht mit geeigneten Dämmmaterialien verfüllt wird.
In der Regel werden die Dämmstoffe über zahlreiche Bohrlöcher Hohlraum-füllend in die vorhandene Luftschicht eingeblasen. Ob diese Form der Sanierung im Einzelfall möglich ist, kann nur in Absprache mit einem erfahrenen Fachunternehmen bzw. durch einen Fachplaner geklärt werden.

Im Vergleich zu einem nachträglich aufgebrachten Wärmedämmverbundsystem sind die Kosten geringer. Allerdings ist das Einsparpotenzial auch entsprechend kleiner und für eine dauerhaft lückenlose Dämmung des gesamten Hohlraums sind großer Sachverstand bei der Wahl des geeigneten Dämmsystems und eine sorgfältige Ausführung entscheidend.

Innendämmung

Bei Gebäuden mit erhaltenswertem Sichtmauerwerk oder denkmalgeschützten Fassaden soll oder darf häufig keine Dämmung von außen auf das Gebäude aufgebracht werden. Hier ist die Innendämmung oft die einzige Möglichkeit, um den Wärmeschutz der Außenwände zu verbessern.

Schematische Darstellung einer Innendmmung

Detailansicht

Ob bei einer Innendämmung mit einer raumseitigen Dampfsperre gearbeitet werden muss oder ob eine kapillaraktive Dämmung mit Mineralschaumplatten, Zellulose oder Kalziumsilikatplatten ohne Verwendung einer Dampfsperre sinnvoller ist oder ob sogar die preiswerte Gipskarton-Verbundplatte aus dem Baumarkt gefahrlos verwendet werden kann, sollte im Vorfeld mit einem erfahrenen Fachbetrieb bzw. Fachplaner geklärt werden. Bei unsachgemäßer Ausführung können Feuchteschäden auftreten. Prüfen Sie vor allem äußerst kritisch jene Systeme, die als Wundermittel zu überhöhten Preisen angeboten werden. Hier lohnt sich eine unabhängige Beratung durch einen Energieberater. Weitere Informationen zur Innendämmung finden Sie hier.

Fachwerk

Fachwerkwände sollten möglichst von außen gedämmt werden. Dabei darf keine kalte Außenluft über den Sockelanschluss oder undichte Randfugen der unebenen Fachwerkwände hinter die Dämmschicht gelangen.
Eine fachgerecht angebrachte hinterlüftete Schieferfassade oder eine Außendämmung mit einer Holzverkleidung schützt die Fachwerkwand vor Witterungseinflüssen und Durchfeuchtung, die Dämmschicht sorgt für ein ganzjährig gleichmäßiges Temperaturniveau, - damit entfällt die Beanspruchung der Fachwerkkonstruktion durch äußere Temperaturschwankungen im Jahresverlauf.

Insbesondere bei Fachwerkhäusern mit Holzbalkendecken und Sichtfachwerk können unsachgemäß angebrachte Innendämmungen zu Feuchteschäden führen. Deshalb sollten diese Maßnahmen nur von erfahrenen Fachunternehmen und nach erfolgter bauphysikalischer Fachplanung ausgeführt werden. Weitere Informationen: 7-jährige Feuchtemessungen bei einem niedersächsischen Fachwerkhaus. Informationen zur Fachwerkdämmung von innen und außen.

Fenster

Schematische Darstellung einer Wrmeschutzverglasung

Detailansicht

Durch undichte Fenster mit schlechtem Wärmeschutz steigen nicht nur die Energiekosten. Die entsprechenden Räume und Raumteile sind unbehaglich und der Wohnkomfort ist stark eingeschränkt.

In Bestandsgebäuden finden sich häufig isolierverglaste Fenster aus den 1970er und 1980er Jahren. Immerhin sind diese älteren,  zweifachverglasten Fenster in Bezug auf Dichtigkeit und Wärmeschutz den ursprünglichen einfachverglasten Fenstern weit überlegen. Dennoch können mit modernen, wärmeschutzverglasten Fenstern die Wärmeverluste nochmals halbiert und vorhandene Undichtigkeiten dauerhaft beseitig werden.

Noch besseren Wärmeschutz bieten 3-fach verglaste Fenster, die in vielen Fällen auch sinnvoll bei der Gebäudemodernisierung einsetzbar sind.
Die neueste Entwicklung sind Vakuumverglasungen mit nochmals verbessertem Wärmeschutz bei gleichzeitig stark reduzierter Bautiefe von Glas und Fensterrahmen.
Diese Fenster werden zukünftig unsere Gebäude noch energieeffizienter machen und gleichzeitig die feingliedrige Gestaltung früherer Fenstergenerationen ermöglichen. Hier erfahren Sie mehr über moderne Fensterkonstruktionen. Informieren Sie sich ebenfalls über Vakuumverglasungen.

Wärmeschutzverglasung

Schema Wärmeschutzverglasung
Schema Wärmeschutzverglasung
Die energetische Verbesserung der Fenster hat in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Flügel sind dichter geworden, unnötige Lüftungsverluste werden vermieden und die Verglasungen wurden erheblich verbessert.

Die Verbesserung bei modernen Wärmeschutzverglasungen wird zum einen durch eine Spezialbedampfung der Außenseite der inneren Scheibe erreicht, zum anderen durch eine Edelgas-Füllung im Scheibenzwischenraum.
Neuartige Fensterkonstruktionen erreichen durch eine Dreifach-Wärmeschutz-Verglasung und speziell gedämmten Rahmen einen Fenster- U-Wert von ca. 0,8 W/(m2K).

Kennwerte von Fenstern

Die Dämmeigenschaften eines Fensters werden wie bei allen Bauteilen mit dem U-Wert beschrieben.
Allerdings finden sich bei Fenstern unterschiedliche U-Werte für die verschiedenen Fenster-Bestandteile:

  • Uw-Wert: bezeichnet die Dämmgüte des gesamten Fensters („w“= window)
  • Ug-Wert: bezeichnet die Dämmgüte der Glasscheibe („g“= glazing)
  • Uf-Wert: bezeichnet die Dämmgüte des Fensterrahmens („f“= frame)
  • g-Wert: bezeichnet wie viel Sonnenstrahlung durch eine Verglasung in den Innenraum gelangt (Energiedurchlassgrad)

Tabelle: Kennwerte von Fenstern
Tabelle: Kennwerte von Fenstern

In Förderprogrammen und in der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird der Uw-Wert verwendet. In Handwerkerangeboten erscheint oftmals der Ug-Wert.
Da der Uw-Wert sich je nach Fenstergröße ändert, errechnen Fensterfirmen auf Anfrage einen Uw-Wert für ein Normfenster mit festgelegten Außenmaßen und einem vorgegebenen Rahmenprofil. Dieser Uw-Wert sollte im Angebot auftauchen oder vom Fensterbauer nachgeliefert werden.

Dämmung von Dächern

Bei einem beheizten Dachgeschoss sind es die Dachschrägen, die gedämmt werden sollten. Bei einem unbeheizten Abstellspeicher sollten Sie sich um die Dämmung der obersten Geschossdecke kümmern.
Bei einem Flachdach sollten Sie zunächst einmal herausfinden, ob es sich um ein Kaltdach oder ein Warmdach handelt. Anschließend müssen Sie entscheiden, ob die Dämmung darauf, dazwischen und / oder darunter angebracht wird und welche Art von Folie Sie einbauen oder ob Sie gar keine Folien benötigen oder die alten Folien weiter verwenden können. Lassen Sie sich nicht verwirren! Folgen Sie uns auf dem Weg durch die vielfältigen Möglichkeiten, Dächer energieeffizienter zu machen. Weitere Informationen zur Dämmung geneigter Dächer finden Sie hier. Informationen zu Wind- und Luftdichtigkeit bei geneigten Dächern finden Sie hier.

Zwischensparrendämmung

Bei ausgebauten Dachgeschossen erfolgt eine nachträgliche Verbesserung der Dämmung meist im Zuge mit der Erneuerung der Dacheindeckung von außen.
Bei einer Zwischensparrendämmung wird zunächst eine Folie von außen in die Sparrenfelder eingelegt und anschließend der Sparren-Zwischenraum mit Dämmmatten lückenlos gefüllt. Oberhalb der Sparren wird eine weitere Folie (Unterspannbahn) und die Dacheindeckung aufgebracht. Alternativ zur Unterspannbahn kann ein Unterdach zum  Beispiel aus Holzweichfaserplatten verlegt werden. Hierdurch wird der sommerliche Wärmeschutz zusätzlich verbessert.

Schema Zwischen-Untersparrendämmung
Schema Zwischen-Untersparrendämmung
Wird die Konstruktion von innen gedämmt, sollte zusätzlich zur Zwischensparrendämmung unterhalb der Sparren eine Untersparrendämmung von ca. 3cm aufgebracht werden. Auch hierdurch wird der sommerliche Wärmeschutz zusätzlich verbessert.
Allerdings sollte bei einer nachträglichen Dämmung von der Innenseite im Vorfeld geprüft werden, ob der vorhandene Dachaufbau ohne die Gefahr späterer Feuchteschäden gedämmt werden kann.

Aufdachdämmung

Erfahrungsgemäß hat eine Eindeckung aus Dachziegeln bzw. Betondachsteinen eine Lebensdauer von ca. 50 Jahren.

Schema Aufdachdämmung
Schema Aufdachdämmung
Bei einer Erneuerung der Dacheindeckung kann als Alternative zur klassischen Zwischensparrendämmung die Dämmschicht auch oberhalb der Sparren angeordnet werden. Dadurch wird die Verlegung der Folien und Dämmschichten vereinfacht und die Unterbrechung der Dämmung durch die Dachsparren entfällt. Folglich kann mit geringeren Dämmstärken gearbeitet werden. Gleichzeitig werden die Dachränder durch die Dämmschichten erhöht und erscheinen unter Umständen sehr viel massiver als vorher. Daneben muss unbedingt verhindert werden, dass kalte Außenluft über die Dachränder oder ältere Belüftungsöffnungen unter die Dämmschicht gelangt. Die Dämmwirkung würde dadurch stark reduziert.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Schema Dämmung der obersten Geschossdecke
Schema Dämmung der obersten Geschossdecke
Bei unbeheizten Dachgeschossen, die dauerhaft als Abstellräume oder Trockenböden genutzt werden, sollte die Decke zwischen unbeheiztem Dach und beheiztem Obergeschoss gedämmt werden.
Handelt es sich um eine massive Betondecke wird die Dämmschicht auf der Deckenoberfläche verlegt. Ggf. wird nachträglich ein Gehbelag, z.B. aus Holzwerkstoffplatten aufgebracht.
Wichtig ist ein möglichst luftdichter Anschluss an den Ränder, damit keine kalte Außenluft über die Dachränder unter die Dämmschicht gelangt.

Bei Holzbalkendecken ist es empfehlenswert zunächst die Hohlräume zwischen den Deckenbalken vollständig mit Dämmstoff zu füllen. Hier kann z.B. Einblasdämmung aus Zellulose oder Mineralwolle verwendet werden.
Zusätzliche Dämmschichten können dann oberhalb des Dielenbelages aufgebracht werden. Möglicherweise müssen vorhandene Boden-Unebenheiten mit einer Ausgleichsschüttung egalisiert werden, bevor die Dämmmatten/ Dämmplatten verlegt werden. Der Gestzgeber fordert dieDämmung bisher ungedämmter oberster Geschossdecken. Die entsprechenden Informationen finden Sie hier.

Flachdach

Es gibt zwei Arten von Flachdächern. Bei einem Warmdach liegt die Dämmschicht meist zwischen einer massiven Betondecke und der äußeren Dachabdichtung. Ein Kaltdach ist ähnlich aufgebaut wie ein übliches Hausdach. Die Dämmung ist zwischen den Deckenbalken angeordnet und wird über Öffnungen im Dachrand belüftet. Oberhalb der Luftschicht befindet sich eine Holzschalung auf der die Dachabdichtung verlegt wird. Zum Raum hin befindet sich meist eine abgehängte Decke aus Profilhölzern oder Gipskartonplatten.

Die nachträgliche Dämmung eines Warmdaches erfolgt durch Aufbringen zusätzlicher Dämmschichten mit einer Erneuerung der Dachabdichtung. Ob dazu die vorhandene Dachabdichtung entfernt werden muss oder innerhalb des sanierten Dämmaufbaus verbleiben kann, kann nur im Einzelfall entschieden werden. In jedem Fall sollte der Dachrand so ausgeführt werden, dass zukünftig eine Außenwanddämmung in ausreichender Stärke aufgebracht werden kann.

Bei einem Kaltdach kann zunächst geprüft werden, ob ein Ausblasen der vorhandenen Luftschicht mit geeigneten Dämmstoffen möglich ist. Dabei muss die Konstruktion ausreichend tragfähig sein, um das Zusatzgewicht der Dämmung zu tragen. Außerdem sollte der Feuchtetransport durch das Bauteil rechnerisch geprüft werden.
Alternativ kann die Dämmschicht oberhalb der vorhandenen Abdichtung verlegt werden. Dann ist zu verfahren wie bei einem Warmdach. In diesem Fall sind die vorhandenen Belüftungsöffnungen im Dachrand zu schließen. Auch eine nachträgliche Dämmung zwischen den Deckenbalken ist möglich. Dazu muss die Konstruktion von Außen und ggf. zusätzlich von Innen geöffnet werden.

Dämmung der Kellerdecke

Kellerdecken wurden bis in die 1980er Jahre nur unzureichend gedämmt. Die Dämmung der Kellerdecke ist nicht nur sehr preiswert, sondern immer dann besonders wirksam, wenn unbeheizte Kellerräume mit undichten, älteren Kellerfenstern unter Wohn- und Aufenthaltsräumen liegen. Noch dramatischer ist die Situation im Bereich von Hofdurchfahrten und Garagen unter beheizten Räumen. Hier kühlen die Decken noch stärker aus als in abgeschlossenen Kellerräumen.

Mit einer Dämmung auf der Unterseite der Kellerdecke sind die Probleme gut in den Griff zu bekommen. Bei Massivdecken werden Dämmplatten unter die Kellerdecke geklebt oder gedübelt. Dabei richtet sich die Dämmstoffdicke nach der vorhandenen Raumhöhe im Keller. Wichtig ist, dass keine kalte Kellerluft über undichte Fugen und Randanschlüsse unter die Dämmung gelangen kann.

Schemazeichnung Kellerdecke

Detailansicht

Kellerdecken mit ungerader und unebener Unterseite (Kappen- oder Gewölbedecken) können z.B. mit einer einfachen abgehängten Decke, deren Hohlräume mit Dämmstoff ausgeblasen werden, nachträglich gedämmt werden.

Bodenplatten von beheizten Kellerräumen sollten ebenfalls gedämmt werden. Jeder Zentimeter Dämmstoff, der hier im unterhalb des Fußbodens eingebaut werden kann, steigert das Wohlbefinden der Bewohner.

Die Außenflächen von beheizten Kellerräumen sollten ebenfalls gedämmt werden. Zum kalten Keller gehört die Dämmschicht an die kalte Außenseite, bei erdberührten Außenwänden kommen feuchte-resistente Perimeter-Dämmplatten zum Einsatz. Dazu muss die Kellerwand freigelegt werden.

Alternativ kann eine Innendämmung ausgeführt werden. Hier gelten die oben genannten Hinweise zur Innendämmung. Insbesondere sollten Innendämmungen nur mit fachlicher Unterstützung und möglichst durch erfahrene Fachunternehmen ausgeführt werden. Informationen zu geeigneten Dämmstoffen finden Sie hier.

Sanierungstipps

Verpasste Gelegenheiten

Vergrößern Sie bei einer Dachsanierung den Überstand des Dachrandes, um später ausreichend Platz für eine Außenwanddämmung zu haben und denken Sie ebenfalls über den Einbau einer Solaranlage nach.
Nutzen Sie die Erneuerung des Fußbodens im Keller-Arbeitszimmer zum Einbau einer Bodendämmung. Um den Überblick zu behalten, sollten Sie sich im Rahmen einer professionellen Energieberatung ein Sanierungskonzept erstellen lassen.

Sinnvolle Maßnahmenkombinationen

Neue Fenster in ungedämmten Außenwänden können zu Feuchteschäden führen. Aus diesem Grund sollte eine Fenstererneuerung mit einer Dämmung der Außenwände kombiniert werden. Dadurch werden nicht nur Feuchteschäden vermieden: Die Position der Fenster kann neu festgelegt werden und ein optimaler Anschluss an die Außenwanddämmung wird ermöglicht.
Denken Sie an die Dämmung der Rollladenkästen, wenn Sie die Fenster erneuern. Bauen Sie Hocheffizienzpumpen ein und lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen, wenn die Heizung erneuert wird.

Teilflächendämmung

Investitionen in Dämmmaßnahmen rechnen sich am schnellsten bei Räumen, die dauerhaft beheizt werden. Es ist deshalb denkbar, nur einen Teil der Außenflächen zu dämmen und im Bereich von weniger genutzten Räumen zunächst auf eine Dämmung zu verzichten. Das ist zwar nicht das ideale Sanierungskonzept – aber es führt auch nicht zu Schäden an den ungedämmten Gebäudeteilen.
Einzige Ausnahme: Innendämmungen können zu einer stärkeren Auskühlung der angrenzenden Bauteile führen. Hier sollte immer gut geplant und fachgerecht ausgeführt werden.

Bereits gedämmt

Ob 4 cm Dämmung bei einer hinterlüfteten Klinkerfassade, 5 cm Wärmedämmverbundsystem aus den 1970er Jahren oder 3 cm Dämmung zwischen den Dachlatten hinter einer Schieferfassade: bereits gedämmt bedeutet in der Regel, dass 40-70% des wirtschaftlich sinnvollen Dämmpotenzials bereits ausgeschöpft sind. Dennoch lohnt sich eine Erneuerung und Verbesserung der Dämmung immer dann, wenn  die vorhandenen Flächen ohnehin saniert werden müssen. Ausnahme: ältere Dachdämmungen. Diese Dämmschichten sind häufig lückenhaft verlegt und nicht ausreichend luftdicht. Hier zahlt sich schnelles Handeln aus – die Räume werden nach einer fachgerechten Dämmung behaglicher und die Energiekosten sinken spürbar.

Fenster justieren

Ältere Fenster und Haustüren sollten regelmäßig gewartet werden. Oftmals können die Fensterbeschläge nachjustiert und die Dichtungen erneuert werden. Bei Haustüren kann ggf. eine Bodendichtung nachgerüstet werden und ein Briefkastenschlitz verschlossen und durch einen Briefkasten ersetzt werden. Das führt zu einer wesentlichen besseren Luftdichtheit mit entsprechenden Energieeinsparungen.

Heizkörpernischen dämmen

Eine Dämmung der Heizkörpernischen ist immer dann sinnvoll, wenn die Außenwände in absehbarer Zeit nicht gedämmt werden. Bei einer Dämmung der Außenwände erübrigt sich diese Maßnahme.

Rollladenkästen dämmen

Undichte und schlecht gedämmte Rollladenkästen sollten immer gedämmt und fachgerecht abgedichtet werden. Auch undichte Gurtführungen können nachträglich mit Bürstendichtungen abgedichtet werden. Wichtig ist eine lückenlose Verlegung der Dämmplatten und eine Abdichtung sämtlicher Randfugen. Übrigens: Falls der Platz innerhalb der Kästen nicht ausreicht, kann die Dämmung auch raumseitig aufgebracht werden.

Ungenutzte Räume

Die Kinder sind aus dem Haus. Aus den Kinderzimmern wurde ein Gästezimmer und das Spielzimmer für die Enkelkinder. Im Untergeschoss gibt es ein Arbeitszimmer, das ab und zu für wenige Stunden genutzt wird. So oder so ähnlich sieht es in vielen Einfamilienhäusern aus.
In einem solchen Fall sollte überlegt werden, das Arbeitszimmer ins ohnehin beheizte Erdgeschoss zu verlegen und das wenig beheizte Obergeschoss räumlich und luftdicht vom beheizten Erdgeschoss zu trennen. Im Idealfall lässt sich das Treppenhaus sogar räumlich abtrennen. Das spart Energie und vermeidet lästige Zugerscheinungen durch den offenen Treppenhausschacht.

Dämmstoffe

Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs ist eine wesentliche Eigenschaft. Sie wird mit λ (Lambda) bezeichnet in W/mK angegeben. Sie bestimmt, wie dick eine Dämmschicht sein muss, um einen vorgegebenen Dämmwert (U-Wert in W/m2K) zu erreichen.

Für jeden zugelassenen Dämmstoff wird diese Wärmeleitfähigkeit ermittelt und dokumentiert. Je geringer der angegebene Wert ist, um so weniger gut leitet der Dämmstoff die Wärme nach außen ab, d.h. um so besser dämmt er. Fragen Sie beim Kauf, bzw. beim ausführenden Unternehmen unbedingt nach.

Beispiel Außenwanddämmung

Übliche Dämmstoffe zur Dämmung der Außenwand haben eine Wärmeleitfähigkeit von ca. 0,035 bis 0,040 W/mK. Bei einer ca. 30 cm starken Außenwand aus Hohlblocksteinen benötigen Sie zur Erfüllung der gesetzlichen Mindesanforderungen (U-Wert < 0,24 W/m2K):

  • ca. 13 cm Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,040 W/mK
  • ca. 11 cm Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/mK
  • ca. 8 cm Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,025 W/mK

Auf den Seiten des IPEG-Institutes erfahren Sie mehr über die verfügbaren Dämmstoffe, deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. Ökologische Dämmstoffe, deren Eigenschaften und Einsatzgebiete finden Sie hier. Was tun, bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht? Welche Möglichkeiten es gibt, bestehende Hohlräume in Bauteilen mit Dämmstoff zu füllen, erfahren Sie hier.

Herr Joachim Decker
Beratung und Netzwerk Wärme/Gebäude
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455269
decker@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.