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Delegationsreise von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Wirtschaftsminister Garrelt Duin mit NRW Bergbauzulieferern nach China

Seit Jahrzehnten pflegen die Partnerprovinzen Chinas und NRW, darunter Shanxi Province mit der Hauptstadt Taiyuan, beste Beziehungen. Als eine der klassischen Steinkohleregionen gilt dies auch für die dortigen Bergbaukonzerne und die NRW Zulieferindustrie. Mit dem NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin reiste eine kopfstarke Delegation von Zulieferern vom 18. bis 26. April 2015 zu unseren Partnern, Kunden und Freunden ins Reich der Mitte. Vorbereitend hatten NRW International und das Netzwerk Bergbau der EnergieAgentur.NRW Gesprächstermine und workshops mit der Branche abgestimmt und organisiert. Obwohl die chinesischen Bergbaukonzerne, bedingt durch den derzeit zu erzielenden Verkaufspreis der Kohle und einen umweltbedingt generellen Teilumbau der vorhandenen Strukturen erfährt, ist die Energieerzeugung noch auf Jahrzehnte maßgeblich auf sie angewiesen. Eine gute Nachricht für die NRW Expertenunternehmen, deren eigener Steinkohle-Untertageabsatzmarkt in Deutschland in 3 ½ Jahren abgeschlossen sein wird.

Kohlenförderung bricht 2014 gegenüber 2013 um ca. 2,5% ein

Die Kohleförderung Chinas, des weltweiten Top-Produzenten und Verbrauchers an fossilen Brennstoffen, fiel 2014 um etwa 2,5% gegenüber dem Vorjahr, dem ersten Jahr mit einem effektiven Rückgang in der Förderung seit 2000.

Die gesamte Fördermenge Chinas für 2014 wurde noch nicht veröffentlicht. Die CNCA Daten zeigen jedoch, dass Chinas Kohleproduktion in den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres 3,52 Mrd. Tonnen erreicht hatte und damit um 2,1% niedriger gegenüber dem  Vorjahreszeitraum lag.

Die chinesische Regierung tat sich mit der Freigabe der Ganzjahreskohlenförderung schon in den letzten Jahren schwer. Die von verschiedenen Regierungsbehörden herausgegebenen Daten variierten dabei beträchtlich und werden von Branchenkennern im Allgemeinen als bewusst zu niedrig angegeben angesehen. (Ende Februar 2014 hatte Chinas National Bureau of Statistics verlautbart, dass das Land 2013 insgesamt 3,68 Mrd. Tonnen bzw. 0,8% über dem Vorjahresniveau gefördert hatte.)

Der Förderrückgang ist vor allem auf die schleppende Inlandsnachfrage und gleichzeitig große Mengen von Kohleeinfuhren zurückzuführen. Dieser Umstand, das globale Wirtschaftswachstum und die in China Mainlands existierenden Überkapazitäten führten zu einem Einbruch der Kohlepreise.

Chinas Top-Bergbaukonzerne, einschließlich Shenhua, China Coal, Datong Coal, Shandong Energy - Xinwen usw., hatte sich 2014 gegenüber der Zentralregierung verpflichtet, die  Förderung zurückzufahren um eine Überproduktion zu verhindern und die Haldenbestände nicht weiter anwachsen zu lassen.

Die Innere Mongolei - eine der führenden Kohle Provinzen – verzeichnet für 2014 einen Rückgang der Förderung um 11,9% auf 908,08 Mio. Tonnen, während Shanxi und Shaanxi, die beiden anderen großen Provinzen, einen Anstieg um 1,5% und 3,6% auf 976,7 Mio. und 510,9 Mio. Tonnen ausweisen. Shenhua Energy, der landesweit führende Kohleproduzent, dokumentiert ein Absinken seiner Kohleproduktion um 3,6% auf 306,6 Mio. Tonnen, während Chinas Nr.2, die China Coal Energy 114,4 Mio. Tonnen förderte, ebenfalls ein Rückgang um 3,6%.

Trotz leicht positiver Veränderungen ab dem 4. Quartal 2014 (dank unterstützender Maßnahmen der Regierung) steht die Kohleindustrie als Ganzes immer noch vor ernsten Herausforderungen.

Ende 2014 lagen bei den Fördergesellschaften 87 Mio. Tonnen auf Halde, ein Plus von 2,6% gegenüber dem Beginn des Jahres. Die Haldenbestände der Schlüsselkraftwerke lagen bei 94,55 Mio. Tonnen, ein Plus von 17,1% gegenüber dem Beginn des Jahres (entsprechend 24 Verbrauchstage). Insgesamt schätzt man den aktuellen Gesamthaldenbestand auf  ca. 250 Mio. Tonnen.

In den ersten 11 Monaten 2014 verzeichneten die großen Kohle-Unternehmen insgesamt Gewinne von rd. 110,5 Milliarden Yuan (rd. 18 Mrd. Euro), 44,4% weniger als im gleichen Zeitraum 2013. Über 70% aller Kohlegesellschaften erlitten Verluste. Einige Konzerne verringerten daraufhin die Löhne, andere waren nicht dazu in der Lage ihre Arbeitnehmer rechtzeitig zu bezahlen.

Es wird nun mit vorsichtigem Optimismus erwartet, dass sich die Lage ab Ende 2015 verbessert. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das Überangebot weiter abgebaut werden müsse und die Unternehmen nach wie vor operativ eine schwierige Zeit erblebten würden. Da die chinesische Wirtschaft in die Phase einer neuen Normalität (des mit 6 – 7% p.a. langsameren Wachstums) eintritt, wird der Steinkohlenbergbau sich entsprechend anpassen. Dazu kommt, dass auch die verschärften Umweltauflagen insgesamt zu einer – zumindest vorübergehend - kritischen Phase der Transformation und Strukturanpassung führen.

Chinas Kohleproduktionskapazität liegt heute bei mehr als 4 Mrd. Tonnen pro Jahr und mehr als 1 Mrd. Tonnen an neuer Kapazität ist im Bau.

2015 wird die Zentralregierung zusammen mit den Provinzregierungen und Reform Kommissionen weiter daran arbeiten, die Industrie aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten zu bekommen.

Eine strikte Kontrolle der illegalen und unsicheren Produktion und Vermeidung von Überproduktion stehen auf der Agenda. Vertrieb und Einfuhr minderwertigen, stark schwefelhaltiger usw. Kohle werden reduziert oder verboten.

Konkret sind weitere 100 Gruben, die illegal mit einer Gesamtkapazität von 200-250 Mio. Tonnen pro Jahr produzieren auf eine schwarze Liste gesetzt und zur Stilllegung vorgesehen.

In Folge der Reise der Zulieferer nach Shanxi und Jiangsu, unter Leitung von Minister Duin und fachlicher Begleitung des Netzwerks Bergbau der EnergieAgentur.NRW, gibt es für einige Firmen erfreulicherweise konkrete neue Ansätze.

Das Netzwerk hat am 29.4.2015 369 persönliche Mitglieder aus 112 Firmen.

Dr. Eckehard Büscher
Leiter Netzwerk Bergbauwirtschaft - Smart Mining global, Leiter Netzwerk Energiewirtschaft - Smart Energy
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 21094415
buescher@energieagentur.nrw

Peter von Hartlieb
Bereichsleiter Netzwerk Bergbauwirtschaft - Smart Mining global
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 21094416
hartlieb@energieagentur.nrw

Janwillem Huda
Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerk Bergbauwirtschaft - Smart Mining global, Netzwerk Energiewirtschaft - Smart Energy
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 21094417
Mobil: 0171 3319026
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