Energieeffizienz » Branchen.Kompass Krankenhaus

Bis zum 31.08.2016. läuft die Anmeldefrist für den EN.Kompass Krankenhaus 2016/2017.

Information

Wasser/Abwasser

Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch in Krankenhäusern stellt einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Ein 500-Betten Krankenhaus verbraucht pro Bett zwischen 300 und 500 Liter Wasser täglich. Der Wasserverbrauch pro Bett ist damit zwei- bis viermal so hoch wie für eine Privatperson.

Eine wichtige Aufgabe bei der Nutzung von Wasser für sanitäre Zwecke im Krankenhaus ist die Bekämpfung von Legionellen durch technische Maßnahmen im Wasserleitungsnetz von Krankenhäusern.

Wasser wird im Krankenhaus nicht nur zum Waschen und Duschen benutzt. Es wird auch für Labore, zur Dampfsterilisation sowie als Prozess- und Kühlwasser eingesetzt. Für die Nutzung von als Heiz-und Prozesswasser sind technische und chemische Aufbereitungsverfahren nötig, um die Haltbarkeit von Heizkesseln und Leitungsrohren zu verlängern. In den letzten Jahren sind aufgrund des Kostendrucks vielfältige Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs in Krankenhäusern umgesetzt worden. Die Nutzung von Regenwasser als Kühl- und Prozesswasser sowie zur Gartenbewässerung stellt noch ein von Krankenhäusern wenig genutztes Potenzial dar.

Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

Im Oberflächenwasser und im Trinkwasser finden sich – allerdings in sehr geringen Mengen – Arzneimittelrückstände. Auch in NRW, wo vor allen an der Ruhr und am Rhein sehr viel Trinkwasser über Uferfiltration gewonnen wird, werden Verunreinigungen von Trinkwasser durch Arzneimittel festgestellt. Die gefundenen Konzentrationen bewegen sich im Nanogrammbereich, also in extrem geringer Dosierung. Nur für wenige der gefundenen Stoffe ist bis jetzt genau untersucht, welche Gefährdungen dabei für Umwelt und Mensch auftreten. Es gibt daher auch noch keine festgelegten Grenzwerte für den Eintrag von Arzneimitteln in das Trinkwasser.

Neben den wichtigen Eintragsquellen aus der Landwirtschaft und den Haushalten, sind auch Pflegeeinrichtungen und die Krankenhäuser zu nennen. Durchgeführte Forschungsprojekte an NRW-Kliniken (Waldbröl und Gelsenkirchen) zeigen, dass im Abwasser von Krankenhäusern Arzneimittelrückstände in geringen Dosierungen festzustellen sind. Mit Kläranlagen in Versuchsanordnung und in kleintechnischem Maßstab wurden erste Versuche gemacht, die Arzneimittel am Ort der Entstehung, also direkt am Krankenhaus, aus dem Abwasser zu entfernen. Die Ergebnisse dieser Forschungsvorhaben zeigen, dass dies technisch machbar aber mit hohen Kosten verbunden ist. Dagegen ist in den meisten Fällen die Eliminierung der Arzneimittelrückstände durch eine vierte Klärstufe in den kommunalen Kläranlagen effektiver, da hier auch Arzneimittelrückstände, die aus anderen Quellen kommen, eliminiert werden können und dies insgesamt kostengünstiger ist.

Gerald Orlik
Stellv. Leiter Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455233
orlik@energieagentur.nrw
XING

Ina Twardowski
Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455245
twardowski@energieagentur.nrw

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