Energieeffizienz » Branchen.Kompass Krankenhaus

Bis zum 31.08.2016. läuft die Anmeldefrist für den EN.Kompass Krankenhaus 2016/2017.

Information

Energieaudit

Um den hohen Zielen zur Steigerung ihrer Energieeffizienz, die sich die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten gesetzt haben, Rechnung zu tragen, trat im Dezember 2012 die EU-Energieeffizienzrichtlinie in Kraft. Diese sieht unter anderem vor, dass Unternehmen, die kein kleines und mittleres Unternehmen sind, ein Energieaudit durchführen müssen.

Zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht wurde u.a. eine Anpassung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) vorgenommen. Diese Anpassung trat am 22.April 2015 in Kraft.

Das EDL-G sieht vor, dass alle Unternehmen, die nicht unter die Definition eines kleinen und mittleren Unternehmens (KMU) fallen, bis zum 5. Dezember 2015 erstmals ein Energieaudit durchzuführen haben.
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Das EDL-G sieht vor, dass alle Unternehmen, die nicht unter die Definition eines kleinen und mittleren Unternehmens (KMU) fallen, bis zum 5. Dezember 2015 erstmals ein Energieaudit durchzuführen haben.
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Energieaudit bis zum 5. Dezember 2015

Das EDL-G sieht vor, dass alle Unternehmen, die nicht unter die Definition eines kleinen und mittleren Unternehmens (KMU) fallen, bis zum 5. Dezember 2015 erstmals ein Energieaudit durchzuführen haben. Alle vier Jahre muss dann ein Folgeaudit durchgeführt werden.

Den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen

Ein Energieaudit muss den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen und ist definiert als eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation. Ziel ist es, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.

Die sieben Arbeitsschritte eines Energieaudits

  1. Im einleitenden Kontakt stimmt der Energieauditor die Ziele und Erwartungen mit dem Krankenhaus ab und klärt die organisatorischen Rahmenbedingungen.
  2. In der anschließenden Auftaktbesprechung erläutert der Auditor die praktische Ausgestaltung der folgenden Messungen. Außerdem wird zu diesem Zeitpunkt ein Mitarbeiter aus dem Krankenhaus zur Unterstützung und als Ansprechpartner benannt.
  3. Mit der nun folgenden Datenerfassung beginnt der wesentliche Teil des Energieaudits. Die vom Krankenhausbetreiber bereitgestellten Daten bezüglich Mitarbeiter- und Bettenzahl, Energieverbräuche der letzten Jahre, Belegung etc. werden vom Auditor erfasst und ausgewertet. Auf Grundlage dieser Daten kann der Energieauditor planen, welche relevanten Messungen im Krankenhaus vorgenommen werden müssen.
  4. Der Außeneinsatz umfasst eine Begehung des Objekts, bei der sich der Auditor ein Bild von der energetischen IST-Situation des Krankenhauses machen kann. Neben der Evaluation des Energieeinsatzes unter realistischen Bedingungen werden auch das Nutzerverhalten und die Arbeitsabläufe auf ihren Einfluss auf den Energieverbrauch untersucht.
  5. Im Anschluss an die Vor-Ort-Begehung analysiert der Energieauditor die aufgenommenen Daten und beobachteten Verhaltensweisen, bewertet sie hinsichtlich der Energieverbräuche und leitet Energieeinsparpotenziale ab. Auf dieser Grundlage bestimmt er Verbesserungsmaßnahmen und bewertet diese nach ihrer Wirtschaftlichkeit.
  6. Der Auditor verfasst anschließend einen Bericht. Dieser beinhaltet eine Dokumentation des Energieaudits, inklusive einer Zusammenfassung und Darstellung des Hintergrundes. Außerdem enthält der Bericht eine Liste der Möglichkeiten zur Energieeffizienzsteigerung und eine Schlussfolgerung des Auditors.
  7. In der Abschlussbesprechung präsentiert und erläutert der Energieauditor seine Ergebnisse anhand des erstellten Berichts.

Mit der Durchführung eines Energieaudits erhalten die Organisationen Kenntnis über die wesentlichen Energieflüsse und Energieeffizienzpotenziale in ihrem Unternehmen.

Grundlage für weiterführende Effizienzmaßnahmen

Ein Energieaudit bildet darüber hinaus eine gute Grundlage für weiterführende Effizienzmaßnahmen. Mit den gewonnenen Daten aus der Verbrauchserfassung und der eingesetzten Energieträger lässt sich das Energieaudit leicht zum Energiemanagementsystem nach ISO 50001 weiterentwickeln und kann somit den Grundstein zu einer kontinuierlichen Reduktion des Energieverbrauchs  und der damit verbundenen Energiekosten bilden.

Weitere Informationen gibt es im Energieaudit-Merkblatt des BAFA.

Herr Gerald Orlik
Stv. Leiter Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455233
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