Energieeffizienz » Branchen.Kompass Krankenhaus

Bis zum 31.08.2016. läuft die Anmeldefrist für den EN.Kompass Krankenhaus 2016/2017.

Information

Energie- und Umweltmanagementsysteme

Managementsysteme helfen Organisationen ihre Aktivitäten zu systematisieren, zu steuern und zu kontrollieren. Richtig eingesetzt, bilden Managementsysteme ein Werkzeug, mit dem Organisationen ihre Strukturen und Abläufe nach entsprechenden Anforderungen optimieren können.

Mit dem Qualitätsmanagement entwickelten sich in den 70er-Jahren die ersten standardisierten Ansätze eines Managementsystems, auf deren Basis weitere Systeme wie auch das Energie- und das Umweltmanagement entstanden.

Mit der im Juli 2011 veröffentlichten Norm ISO 50001, die die europäische Norm EN 16001 ersetzt, wurden erstmalig internationale Standards für ein Energiemanagementsystem (EnMS) aufgestellt.
Die Norm ist nicht branchenspezifisch aufgebaut und kann von Unternehmen als auch Organisationen verschiedener Größe angewendet werden.

Das Energiemanagement eines Krankenhauses umfasst die Planung und den Betrieb der Gesamtheit von Energieerzeugungs- und -verbrauchseinheiten und hat zum Ziel, diese zu optimieren. Langfristig führt ein gut durchgeführtes Energiemanagement zu Betriebskostensenkung, einem schonenden Umgang mit Ressourcen und einem Beitrag zum Klimaschutz.

Das Umweltmanagement eines Krankenhauses umfasst den Teil des Managements der sich mit den Auswirkungen der betrieblichen Tätigkeiten auf die Umwelt, wie zum Beispiel den anfallenden Luftschadstoffen, Abfällen und Abwässer befasst.

Wie ein Energiemanagementsystem ist auch ein Umweltmanagementsystem (UMS) Teil des gesamten Managementsystems eines Krankenhauses. Die Anforderungen an ein UMS sind in der Norm ISO 14001 und in der EMAS Verordnung (Gütesiegel der Europäischen Union) festgelegt. Sie bilden das Gerüst, auf dessen Grundlage das UMS an die individuellen Anforderungen der jeweiligen Organisation angepasst werden kann. Bestandteil sind in jedem Fall das Aufstellen von Umweltleitlinien beziehungsweise die Festschreibung der Umweltpolitik des Krankenhauses, sowie die Festlegung von Umweltzielen, die zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes beitragen und über das gesetzlich Geforderte hinausgehen. Außerdem ist der Entwurf eines Umweltprogramms vorgesehen, in dem für die einzelnen Ziele die Aspekte Verantwortlichkeit, Zeitraum und eventuell notwendige Investitionen festgelegt sind.

EMAS entspricht in seinen Anforderungen an ein UMS der ISO 14001, fordert darüber hinaus aber noch eine sogenannte „Umwelterklärung“, sowie besondere Anstrengungen hinsichtlich Umweltleistung, Einhaltung von Rechtsvorschriften, externer Kommunikation und Einbeziehung der Mitarbeiter.

Der Ablauf eines Umweltmanagements nach ISO 14001 und EMAS basiert, wie auch der des betrieblichen Energiemanagements der ISO 50001 auf dem Prinzip des PDCA (Plan, Do, Check, Act)- Kreislaufs. Bei diesem dynamischen Modell bilden die Ergebnisse eines Durchlaufs die Ausgangsbasis für den jeweils nächsten Durchlauf, sodass z.B. der aktuelle Energieverbrauch immer wieder neu bewertet und schrittweise optimiert wird.

Die einzelnen Schritte des PDCA-Kreislaufs können wie folgt beschrieben werden:

  1. Plan: Optimierungsziele und Strategien, sowie Maßnahmen und Verantwortlichkeiten werden festgelegt. Die erforderlichen Mittel werden bereitgestellt und ein Aktionsplan wird entworfen.
  2. Do: Verbesserungsmaßnahmen werden durchgeführt.
  3. Check: Die umgesetzten Maßnahmen werden hinsichtlich Effektivität und Zielführung überprüft. Neue Ideen werden gesammelt und unter Umständen ein externer Experte mit einbezogen.
  4. Act: Die aktuellen Daten werden zusammengefasst und zur strategischen Optimierung genutzt. Es werden neue Ziele abgeleitet.

In allen Bereichen des Managements bilden Kennzahlen ein wichtiges Werkzeug zur Systematisierung. Sie verdichten die umfangreichen Daten zu prägnanten und vergleichbaren Schlüsselinformationen und bilden die Grundlage um Umwelt- und Energiesparziele zu formulieren und umzusetzen.

Kennzahlen setzen sich aus der Basiskennzahl und der Bezugsgröße zusammen. Die Basiskennzahl beschreibt dabei den Gesamtbetrag der zu betrachtenden Größe, zum Beispiel Schadstoffemission, Energie-, oder Ressourcenverbrauch.
Die Bezugsgröße ist entsprechend der jeweiligen Organisation auszuwählen. Bei Krankenhäusern ist es meistens sinnvoll als Bezugsgröße die Nettogrundfläche, die Anzahl der Betten, oder die Pflegetage zu wählen.

Weitere Informationen

Energiemanagementsysteme in der Praxis

Homepage EMAS

Gerald Orlik
Stellv. Leiter Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455233
orlik@energieagentur.nrw
XING

Ina Twardowski
Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455245
twardowski@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.