Energieeffizienz » Fokus Kommunen

Neubaugebiet Sohnius-Weide  bezieht Strom von eigenen Solarstromanlagen oder aus zertifizierten Wasserkraftanlagen. 
Foto: Gemeindewerke Nümbrecht

»Kaltes« Nahwärmenetz spart 40.000 kg CO2 im Jahr

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Das Kaiser-Wilhelm-Museum wurde bereits wiedereröffnet: Im Thorn-Prikker-Raum herrscht nun ein optimales Raumklima.
Foto: Volker Döhne, Kunstmuseen Krefeld

Projekt des Monats: Energieeffizienter Klimaboden im Kunstmuseum

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Information

Energiecontrolling

Zu Beginn des Energiecontrollings steht meist die Feststellung, dass in der Kommune weder die Energieverbrauchsdaten noch die Flächenangaben für die meisten Gebäude unmittelbar verfügbar sind. Die lückenlose und exakte Erfassung kann unter Umständen mit viel Aufwand verbunden sein. Dennoch sollte hierauf besonderer Wert gelegt werden, denn eine sichere Datenbasis ist die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nur wenn Energieverbrauch und -kosten der Liegenschaften bekannt sind, kann eine Aussage zur Wirtschaftlichkeit von Investitionen getroffen werden.
 
Prioritäten setzen
 
Es empfiehlt sich, die Arbeit zunächst auf die wichtigsten Gebäudegruppen zu konzentrieren. Dies sind i.d.R. die Schulen und Verwaltungsgebäude. Allein die Schulen sind häufig mit 40 - 60 % am Energieverbrauch aller kommunalen Liegenschaften beteiligt.
 
Wenn sich einige Verbräuche zunächst nicht zweifelsfrei einzelnen Gebäuden zuordnen lassen, kann auch mit qualifizierten Schätzungen gearbeitet werden. Das Gleiche gilt für die Bezugsflächen: Wenn diese kurzfristig nicht zu ermitteln sind, reicht zunächst eine überschlägige Ermittlung. Der so gewonnene Überblick kann bereits wertvolle Erkenntnisse geben. Wichtig ist eine schnelle Reaktion, wenn begründete Hinweise auf kurzfristig abzustellende Mängel vorliegen. Diese kann in der Kontaktaufnahme mit den Hausmeistern der betroffenen Gebäude bestehen, ggf. sollte aber auch direkt das Hochbauamt (Technik) bzw. die Kämmerei (Verträge) eingeschaltet werden.
 
Auf lange Sicht sollte die Qualität der zugrundeliegenden Daten kontnuierlich verbessert werden. Hierzu kann auch die Installation von Zwischenzählern sinnvoll sein, damit der Energiebedarf unterschiedlicher Gebäudeteile (Schulgebäude und Turnhalle) oder verschiedene Nutzungen in einem Gebäude (Wärmebedarf Lehrschwimmbecken) getrennt erfassen werden können.
 
Gebäudeerhebung bzw. Gebäudesteckbrief
 
Ganz am Anfang steht eine Übersicht der kommunalen Gebäude. Hierfür sollte eine vollständige Liste, gegliedert nach Gebäudearten bzw. zuständigen Fachämtern, zusammengestellt werden. Hier dürfen die Namen und die Durchwahl der jeweiligen Ansprechpartner (z.B. Schulleiter und Hausmeister) nicht fehlen.
 
In vielen Verwaltungen hat es sich bewährt, die ermittelten Werte des jeweiligen Gebäudes in einem Gebäudesteckbrief zusammenzufassen. Ein systematisches Raster lässt sich mit Hilfe eines Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogrammes leicht erstellen. Ziel ist dabei nicht nur die Erfassung des Status Quo, sondern auch eine laufende Fortschreibung. So können die Erfolge von Energiesparmaßnahmen dokumentiert, aber auch zukünftige „Energielöcher“ aufgespürt werden.
 
Verbrauchserfassung
 
Dem jeweiligen Gebäude oder Gebäudeteil sollten anhand der Verbrauchsabrechnungen die Energieverbrauchsdaten (Strom- und Heizenergieverbrauch) zugeordnet werden. Um zufällige Schwankungen auszugleichen, sollten die letzten drei Jahre ermittelt werden. Für die künftige Fortschreibung sollte veranlasst werden, dass automatisch die neuesten Daten (monatlich bzw. jährliche Rechnungen des Energieversorgers, vom Hausmeister abgelesene Zählerstände) beim kommunalen Energiemanagement gemeldet werden.
 
Um die jährlichen Verbrauchswerte vergleichen zu können, sollte sowohl eine Witterungsbereinigung durchgeführt als auch gegebenenfalls der Wärmebedarf zur Warmwassererzeugung herausgerechnet werden, sofern er einen relevanten Anteil erreicht. Dies ist vor allem bei Schwimmbädern, Sporthallen und Krankenhäusern der Fall. Da meist keine gemessenen Daten vorliegen, kann man sich mit dem durchschnittlichen Monatsverbrauch im Sommer behelfen (schlechteren Kesselwirkungsgrad berücksichtigen). Bei größeren Verbrauchern lohnt sich der Einbau eines Warmwasserzählers.
 
Kennwertbildung
 
Um die verschiedenen Energieträger vergleichbar zu machen, müssen alle Angaben einheitlich in kWh umgerechnet werden. Hierfür wird die Brennstoffmenge mit dem Heizwert (Hi) - frühere Bezeichnung: unterer Heizwert (Hu) - multipliziert.
 
Die Bildung von Energiekennwerten kann eine erste Hilfe bei der Einordnung von Energieverbräuchen sein. Hierbei wird der witterungsbereinigte Jahreswärmeverbrauch auf die beheizte Fläche bezogen. Mit dem so berechneten Kennwert kann man die Liegenschaften zu anderen ähnlich genutzten Gebäuden in Relation setzen. Weicht ein Kennwert um mehr als 25 % von den „üblichen“ Werten ab, sollte das betreffende Gebäude genauer untersucht werden.
 
Auf einen Blick:

  • Bei der Ermittlung von Gebäudedaten und Energieverbräuchen müssen Prioritäten gesetzt werden, um möglichst kurzfristig handlungsfähig zu sein. Einige Gebäudearten wie z.B. Schulen haben einen erheblichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch.
     
  • Wichtig ist eine Vergleichbarkeit der Daten. Dies beginnt bei der Umrechnung der Verbrauchswerte in kWh und endet bei der Witterungsbereinigung mit Hilfe der Heizgradtage der eigenen Region.
     
  • Durch Bildung von Energiekennwerten können die eigenen Verbrauchsdaten mit Durchschnittswerten anderer Liegenschaften verglichen sowie besondere Schwachstellen unter den kommunalen Liegenschaften identifiziert werden.

Energiekennzahlen

Ein erster Anhaltspunkt bei der Einordnung der ermittelten, witterungsbereinigten Energieverbräuche können Energiekennwerte sein. Im Gebäudebereich hat sich der auf die beheizte Bruttogrundfläche (entspricht ungefähr der beheizten Fläche) bezogene und witterungsbereinigte Energieverbrauch als sinnvolle Kennzahl herausgestellt. Mit dem berechneten Kennwert kann man einerseits die jährlichen Verbräuche untereinander vergleichen und die Auswirkungen von Sparmaßnahmen beurteilen, andererseits kann man die Liegenschaften zu anderen, ähnlich genutzten Gebäuden in Relation setzen. Entsprechende Vergleichskennwerte für unterschiedlichste kommunale Gebäudetypen liefert beispielsweise die VDI-Richtlinie 3807 Blatt 2. Unverhältnismäßig hohe Verbräuche fallen auf und sollten nähere Untersuchungen auslösen. Energiekennwerte bieten sich für folgende Anwendungsmöglichkeiten an:

  • Überschlägige Beurteilung des Energieverbrauches von Gebäuden
  • Vergleichsmöglichkeit von Gebäuden gleicher Art und Nutzung
  • Periodische Beurteilung des energetischen Verhaltens eines Gebäudes (trotz baulicher Veränderungen)
  • Auswahlkriterium für weitergehende Untersuchungen
  • Instrument der Betriebsführung und Überwachung
  • Kontrolle durchgeführter Energiesparmaßnahmen
  • Richtwert und Vorgabe für Planungen von Neu- und Umbauten sowie Sanierungen

Bei der Interpretation von Energiekennwerten sollte beachtet werden, dass sie nicht isoliert als absolutes Maß betrachtet werden dürfen. Höhere Verbräuche als bei den Vergleichsgebäuden können durchaus auftreten, müssen allerdings begründbar sein. Bei der Interpretation sind insbesondere zu beachten:

  • Je nach Gebäudealter kann der Energiekennwert erheblich variieren. Gebäude, die nach Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977 gebaut worden sind, besitzen einen erheblich besseren Energiestandard als Gebäude, die davor errichtet wurden und heute teilweise großen Sanierungsbedarf aufweisen.
      
  • Die Gebäudenutzung muss berücksichtigt werden. Das Nutzungsprofil hat großen Einfluss auf die Höhe des Energiebedarfs. Eine Kindertagesstätte, in der gekocht wird, hat einen höheren Energiebedarf als ein halbtags genutzter Kindergarten.

Energiekennzahlen

Ein erster Anhaltspunkt bei der Einordnung der ermittelten, witterungsbereinigten Energieverbräuche können Energiekennwerte sein. Im Gebäudebereich hat sich der auf die beheizte Bruttogrundfläche (entspricht ungefähr der beheizten Fläche) bezogene und witterungsbereinigte Energieverbrauch als sinnvolle Kennzahl herausgestellt. Mit dem berechneten Kennwert kann man einerseits die jährlichen Verbräuche untereinander vergleichen und die Auswirkungen von Sparmaßnahmen beurteilen, andererseits kann man die Liegenschaften zu anderen, ähnlich genutzten Gebäuden in Relation setzen. Entsprechende Vergleichskennwerte für unterschiedlichste kommunale Gebäudetypen liefert beispielsweise die VDI-Richtlinie 3807 Blatt 2. Unverhältnismäßig hohe Verbräuche fallen auf und sollten nähere Untersuchungen auslösen. Energiekennwerte bieten sich für folgende Anwendungsmöglichkeiten an:

  • Überschlägige Beurteilung des Energieverbrauches von Gebäuden
  • Vergleichsmöglichkeit von Gebäuden gleicher Art und Nutzung
  • Periodische Beurteilung des energetischen Verhaltens eines Gebäudes (trotz baulicher Veränderungen)
  • Auswahlkriterium für weitergehende Untersuchungen
  • Instrument der Betriebsführung und Überwachung
  • Kontrolle durchgeführter Energiesparmaßnahmen
  • Richtwert und Vorgabe für Planungen von Neu- und Umbauten sowie Sanierungen

Bei der Interpretation von Energiekennwerten sollte beachtet werden, dass sie nicht isoliert als absolutes Maß betrachtet werden dürfen. Höhere Verbräuche als bei den Vergleichsgebäuden können durchaus auftreten, müssen allerdings begründbar sein. Bei der Interpretation sind insbesondere zu beachten:

  • Je nach Gebäudealter kann der Energiekennwert erheblich variieren. Gebäude, die nach Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977 gebaut worden sind, besitzen einen erheblich besseren Energiestandard als Gebäude, die davor errichtet wurden und heute teilweise großen Sanierungsbedarf aufweisen.
      
  • Die Gebäudenutzung muss berücksichtigt werden. Das Nutzungsprofil hat großen Einfluss auf die Höhe des Energiebedarfs. Eine Kindertagesstätte, in der gekocht wird, hat einen höheren Energiebedarf als ein halbtags genutzter Kindergarten.

Herr Christian Dahm
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Frau Isabell Engel
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 24552794
engel@energieagentur.nrw

Herr Heinz-Jürgen Schütz
Beratung und Netzwerk Energieeffizienz / Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455232
schuetz@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.