Bürgerenergie

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Bürgerenergie

 

„Bürgerenergie“ ist zu einem Schlagwort der Energiewende geworden – jedoch ohne dass immer eindeutig ist, was darunter verstanden wird. Es gibt unterschiedliche Definitionsansätze (z.B. hier) und Versuche, die unterschiedliche Ausprägungsformen zu strukturieren.

Auf dieser Plattform verstehen wir unter „Bürgerenergie“ Gesellschaften und Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien und Durchführung von Energieeffizienzprojekten, die von mehreren Bürgern gemeinsam finanziert oder betrieben werden.

Nach unserem Verständnis schließt „Bürgerenergie“ also immer zumindest die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung ein. Die reine (formelle oder informelle) Bürgerbeteiligung im Planungsprozess von z.B. Erneuerbare Energien-Anlagen ist damit also nicht gemeint (siehe hierzu EnergieDialog.NRW).

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Bürger finanziell an der Energiewende beteiligt werden können. Die umfassendste ist die gemeinsame Gründung einer Bürgerenergiegesellschaft. Dadurch kommen den Bürgern Mitbestimmungs- oder Kontrollrechte zu. Die Bürger werden also gemeinsam Unternehmer für die Energiewende und betreiben z.B. einen Bürgerwindpark oder ein Nahwärmenetz.

Doch es gibt auch Möglichkeiten, wie Bürger finanziell an Energieprojekten beteiligt werden können, ohne Miteigentümer einer Bürgerenergiegesellschaft werden zu müssen. Dies kann „aktiv“ geschehen, indem die Bürger über Anlageprodukte wie Nachrangdarlehen oder Genussrechte an Projekten beteiligt sind oder aber „passiv“, z.B. über Flächenpachtmodelle Pachterlöse aus umliegenden Windenergieanlagen beziehen, über eine „Bürgerstiftung“ an den Gewinnen beteiligt werden oder indirekt, über die Kommune als Betreiberin, von der Wertschöpfung vor Ort profitieren.

Die gemeinsame Partizipation an der Energiewende ist für uns ein bestimmendes Element der Bürgerenergie. Ein weiteres ist die regionale Verwurzelung, häufig mit dem Anspruch einen möglichst großen Anteil der Wertschöpfung vor Ort zu halten.

Auch Bürgerenergieprojekte müssen wirtschaftlich tragfähig sein. Das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg steht in Bürgerenergiegesellschaften jedoch häufig nicht an erster Stelle, sondern wird begleitet von weiteren Zielen wie z.B. Demokratisierung der Energieversorgung und Umwelt- und Klimaschutz. Es werden in der Regel geringere Renditen akzeptiert als von anderen Akteuren der Energiewirtschaft, wodurch Bürgerenergiegesellschaften Projekte realisieren können, welche ohne sie nicht umgesetzt würden. Gleichzeitig ermöglichen Bürgerenergieprojekte eine breite Beteiligung an den Gewinnen der Energiewende.

Dadurch trägt die Bürgerenergie auch über den direkten Einflussbereich maßgeblich zur Akzeptanz der Energiewende in unserer Gesellschaft bei.